„Die Flüchtlinge sind da, und da muss man etwas tun…“

Foto: ČTK

Die Flüchtlinge seien da, hat einer unserer Hörer letztens geschrieben. Das gilt für ihre tatsächliche Ankunft in Europa, übertragen aber auch für die Medien, die immer wieder über die Flüchtlingskrise berichten – und zudem für die Hörerpost und die Kommentare.

Foto: Kristýna Maková,  Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
Willkommen beim Hörerforum, liebe Hörerinnen und Hörer. Einleitend möchten wir uns für Ihre Glückwünsche bedanken, die Sie allen weiblichen Mitarbeiterinnen bei Radio Prag zum Weltfrauentag geschickt haben. Sogar einen digitalen Blumenstrauß haben wir bekommen. Und wir danken auch für die ersten Ostergrüße, die bei uns schon angekommen sind.

Und nun zu Ihren Zuschriften, in denen Sie Ihre Kommentaren zu verschiedenen Themen aus unseren Sendungen schicken. Nach wie vor dominiert das Thema Flüchtlingskrise. Ralf Urbanczyk aus Eisleben hat sich aber zu einem anderen Thema geäußert:

Elbe  (Foto: Jens Jäpel,  CC BY-SA 3.0)
„Mein Interesse fand besonders der Bericht über die Gespräche zwischen Tschechien und Sachsen über den Ausbau der Elbe als Wasserstraße im heutigen Tagesecho. Genau dieser Ausbau wird in den hiesigen Medien immer wieder kontrovers diskutiert. Wenn ich mich aber in die Lage Tschechiens versetze, für welches die Elbe der einzige Zugang zum Meer abseits von Straße und Schiene ist, sind diese Diskussionen in Deutschland wahrscheinlich ein Luxusproblem. Selbstverständlich finde ich eine natürliche Elbe auch schöner als eine mit Staustufen und vertiefter Fahrrinne. Aber andererseits, wenn die ganzen Transporte von den Elbschiffen auf die Straßen umgelagert werden sollten, fände ich diese Zerstörung der Umwelt noch schlimmer als Staustufen und Fahrrinnen.“

Dieter Feltes aus Pyrbaum berichtet über seine Vorlieben und Gewohnheiten beim Radiohören sowie über einen Besuch in Tschechien:

Cheb  (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)
„Leider hat sich der Tschechische Rundfunk ja von der Kurzwelle verabschiedet. Ich finde es schade für einen Kurzwellenhörer, wenn er die Nachrichten aus dem Internet hören muss. Der Empfang ist zwar besser, aber das Radio hat etwas Gewisses, das ich nicht vermissen möchte. In der letzten Woche war ich mit meiner Familie in Cheb. Ich muss sagen, dass sich einiges in den letzten Jahren getan hat. Unter anderem wurden schöne Parkanlagen angelegt und auch Häuser renoviert. Allerdings sind auch viele Häuser in der Innenstadt von Cheb unbewohnt und verfallen so langsam. Die Eingangsbereiche wurden zugemauert. Liegt es an den ungeklärten Eigentumsverhältnissen, oder haben die Inhaber kein Geld, um Renovierungen vorzunehmen?“

Beide Varianten sind möglich. Größtenteils sind es aber wirklich die ungeklärten Eigentumsverhältnisse und die langwierige Gerichtsprozesse, die Schuld daran tragen, dass die Gebäude verfallen. Das betrifft nicht nur Cheb / Eger, sondern auch andere Städte und Gemeinden in Tschechien.

Foto: Scott,  CC BY-SA 2.0
Auch Peter Vaegler aus Stralsund erinnert sich an einen Besuch hierzulande. Dieser liegt aber schon lange zurück:

„In diesem Jahr begeht Radio Prag seinen 80. Geburtstag, und ich bin schon ein wenig stolz, dass ich seit 1968 zu den regelmäßigen Hörern zähle. In den Hörerpostsendungen tauchen immer wieder Namen von Hörern auf, die ich noch aus der Vergangenheit kenne, und einige habe ich auch schon persönlich getroffen. Mein Besuch bei Radio Prag ist auch schon eine Ewigkeit her, damals kam man ja nicht in die Redaktion; ich erhielt im Foyer einen Bildband über die Hussitenbewegung.“

Foto: Salvatore Vuono,  FreeDigitalPhotos.net
Herr Vaegler hat seinem Brief auch einen Empfangsbericht beigefügt:

„Ich habe die Sendung heute um 11.00 Uhr MEZ gehört, als ich gerade in der Küche gearbeitet habe. Es war sehr entspannt, die Musik der ersten tschechischen Oper zu hören. Man hat durch die Sendung einen Einblick in die tschechische Kultur erhalten und durch die Darlegung des Inhaltes natürlich die Oper dann besser verstanden.“

Fast täglich werde bei Radio Prag über die europäische Flüchtlingskrise berichtet, hat Georg Pleschberger aus Villach festgestellt. Und weiter schreibt er:

Foto: ČTK
„Ob man jetzt für oder gegen die Flüchtlinge ist, spielt momentan weniger eine Rolle. Die Flüchtlinge sind da, und da muss man etwas tun. In erster Linie sind die Regierungen der EU gefragt. Das vorhandene Geld sollte sinnvoll für die Flüchtlinge eingesetzt werden, die da sind. Der Flüchtlingsstrom gehört aber verlangsamt, und es sollte schon auch an eine Rückführung von Flüchtlingen in naher Zukunft gedacht werden. Ich weiß, es ist leichter darüber zu reden als etwas dafür zu tun. Aber wenn alle Politiker am gleichen Strang ziehen, besteht diese Möglichkeit.“

Sigmar Gabriel  (Foto: A. Savin,  CC BY-SA 3.0)
Horst und Monika Kuhn aus Hamburg haben uns geschrieben, nachdem sie sich unseren Bericht über die EU-Flüchtlingskrise und den sogenannten Plan B zur Sperrung der Balkan-Route angehört hatten:

„Es ist zu begrüßen, dass Tschechien und die Visegrád-Ländern einen Plan B haben. Der SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat wohl diesen Plan mit einem Fäkalwort betitelt. Seine Wortwahl liegt wahrscheinlich daran, dass unsere Bundesregierung überhaupt keinen Plan hat und demzufolge überfordert ist. Die Rettung Europas allein der Türkei zu überlassen, ist nicht die beste Lösung. Auch Griechenland hat schon in der Euro-Krise auf den Nerven der anderen EU-Staaten herumgetrampelt – und siehe da, in der Flüchtlingskrise ist es auch nicht besser. Wir würden dem Plan B und der Meinung des tschechischen Innenministers Milan Chovanec zustimmen, sollte Plan A nicht funktionieren. Als Schlusswort sollte man nicht vergessen, dass Deutschland die jetzige Flüchtlingskrise ausgelöst hat mit den vollmundigen Worten ‚Die Menschen können alle kommen, wir schaffen das‘.“

Foto: CAFOD,  CC BY-NC-ND 2.0
Auch im letzten Hörerforum haben wir die Ansichten und Meinungen unserer Hörer zur Flüchtlingskrise und zu einer möglichen Lösung dieses Problems zitiert. Dabei erklangen einige kritische Worte an die Adresse der deutschen Regierung. Unmittelbar nach der Ausstrahlung des Hörerforums hat Werner Grimm darauf per E-Mail reagiert:

„Als langjähriger Hörer möchte ich doch auch mal schreiben. Der Beitrag von Herrn Grüttner zum Thema Flüchtlinge hat mich entsetzt. Ja hat man denn vergessen, dass auch Deutsche fliehen mussten, als hierzulande die Nazis die Macht antraten? Da haben offensichtlich manche nur Angst um ihren eigenen Geldbeutel und vergessen, dass da Menschen in Not kommen, die unter schwierigsten Umständen ihre Heimat verlassen haben, denen geholfen werden muss. Wer hilft, fragt nicht, warum der Hilfesuchende in eine Notlage geraten ist!“

Foto: Stuart Miles,  FreeDigitalPhotos.net
Und das war’s für heute. Wir freuen uns auch weiter auf Ihre Zuschriften. Unsere Adresse lautet: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Und per E-Mail: [email protected]. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!