Die Tschechen in Tours: Keine Spur von Aufregung

Petr Čech (Foto: ČTK)

Am Freitag startet in Frankreich die Fußball-EM. Die tschechische Nationalmannschaft hat bereits am Mittwoch ihr Quartier im zentralfranzösischen Tours bezogen. Wie geht es aber den tschechischen Spielern in der Stadt an der Loire?

(Foto: ČTK)
Jardin de France – Der Garten Frankreichs: So nennen die Franzosen die Stadt Tours an der Loire. Während der Europameisterschaft ist die Stadt die Heimstätte für die tschechische Nationalmannschaft. Diese ist bereits seit Mittwoch dort und hat ihr Quartier im Hotel Clarion Chateaux Belmont, umgeben von Parks und mit tschechischen Fernsehprogrammen. Torhüter Petr Čech zeigt sich zufrieden:

„Das Hotel und die Anlagen hier sind sehr schön. Wir haben hier alles, um uns in den kommenden Tagen auf die Spiele vorbereiten zu können. Auch wurden wir hier in Tours sehr herzlich begrüßt, und wir hatten ein volles Stadion bei unserem ersten Training. Man spürt, dass wirklich jeder hier den Start der EM kaum erwarten kann.“

4000 Zuschauer hatte die tschechische Nationalmannschaft bei ihrem ersten Training. Das Stadion des französischen Zweitligisten Tours FC war voll, und überall hingen Plakate mit Willkommensgrüßen (auf Tschechisch?). Die Zuschauerzahl überraschte auch die Spieler. Waren es doch deutlich mehr, als vor vier Jahren im Nachbarland Polen.

(Foto: ČTK)
Die gelassene Stimmung im Trainingscamp ist jedoch nicht selbstverständlich. Die Tschechen hätten eigentlich allen Grund, im Vorfeld des Turniers nervös zu sein. Immerhin wurde die Tschechoslowakei vor genau 40 Jahren Europameister. Einige deutsche Fußballfans werden sich bestimmt schmerzlich an die Nacht von Belgrad erinnern.

Zudem wäre die aktuelle Vorrundengruppe nicht nur für Tschechien ein Albtraum. Die Mannschaft von Trainer Pavel Vrba trifft nämlich auf Titelverteidiger Spanien sowie die beiden unberechenbaren Kroaten und Türken. Die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ sprach schon von den Tschechen als „Geh-Heim-Favorit“. Dazu Petr Čech:

Petr Čech (Foto: ČTK)
„Wir sind ganz klar nicht die Favoriten. Die Spanier sind zudem sowieso die größten Favoriten des Turniers. Wir müssen uns gut vorbereiten und uns dann auf das Spiel konzentrieren. Hoffentlich können wir unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen. So können wir vielleicht auch etwas erreichen.“

Der ehemalige Dortmunder und Kapitän des tschechischen Teams, Tomáš Rosický, bewertet die Lage so:

„Wir wissen, dass wir Fußball spielen können. Natürlich wissen wir, dass wir in einer schweren Gruppe sind. Aber wir werden für alle anderen Mannschaften ein schwerer Gegner sein.“

Tomáš Rosický (Foto: ČTK)
Neben Petr Čech ist Tomáš Rosický der zweite große Star der Mannschaft. In den letzten Jahren hat er beim FC Arsenal jedoch keine so gute Figur gemacht. So verbrachte er in der Premier League verletzungsbedingt mehr Zeit auf der Ersatzbank als auf dem Rasen. Ans Aufgeben denkt der Mittelfeldspieler nicht:

„Ich bin da, weil es Spaß macht, Fußball zu spielen. Das ist ganz einfach. Man muss halt kämpfen. Man muss alles dafür tun, damit man sein Ziel erreicht. Ich habe alles gegeben und werde jetzt dafür belohnt.“

Einen Erfolg bei der EM haben die tschechischen Spieler jedoch schon gewiss. Laut dem ehemaligen englischen Abwehr-Star und Hobby-Modeexperten Rio Ferdinand sind die Tschechen bei Weitem die am besten angezogene Mannschaft des Turniers.

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