Drei Jahre nach dem Brand: Nationalpark Böhmische Schweiz wieder ein beliebtes Ziel der Wanderer

Die Edmundsklamm wieder geöffnet

Vor drei Jahren brach im Nationalpark Böhmische Schweiz ein verheerender Brand aus. Wie die Lage heute ist, dazu äußerte sich der Leiter der Parkverwaltung, Petr Kříž, am Donnerstag in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks.

Der Wald im Nationalpark Böhmische Schweiz nach dem Brand | Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

Rund 1060 Hektar Fläche des Nationalparks Böhmische Schweiz waren während der Hitzewelle vor drei Jahren von einem Brand betroffen. Über 6000 Feuerwehrleute waren damals im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten 21 Tage. Letztlich wurden die Brandschäden auf 270 Millionen Kronen (10,8 Millionen Euro) beziffert.

Edmundsklamm in Hřensko | Foto: Jan Kubelka,  Radio Prague International

In den vergangenen drei Jahren wurde der Nationalpark allmählich wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vorige Woche wurde die berühmte Edmundsklamm in Hřensko wiedereröffnet. Gesperrt bleibe vorläufig noch der Gabrielensteig, der zum Prebischtor führe, sagte der Leiter der Parkverwaltung, Petr Kříž, im Tschechischen Rundfunk und merkte an:

„Der andere Aufstiegsweg, der von den Drei Quellen hinführt, wurde schon zu Beginn der Saison 2023 für die Öffentlichkeit geöffnet.“

Die Parkverwaltung habe inzwischen mehrere organisatorische sowie praktische Brandschutzmaßnahmen getroffen, erklärte Petr Kříž.

Foto: Hana Řeháková,  Radio Prague International

„Das Bedeutendste, was auch die Besucher während ihrer Wanderung durch den Park sehen können, sind einige im Park installierte große Wassertanks, die bei einem eventuellen Einsatz von der Feuerwehr genutzt werden können. Wir arbeiten sehr gut mit der Feuerwehr zusammen. Wenn das Hydrometeorologische Institut über ein erhöhtes Brandrisiko informiert, wird das Gebiet des Nationalparks mit Hilfe von automatischen Drohnen kontrolliert. Dies machen wir als die einzigen Forstbesitzer in Tschechien.“

Hat sich das Verhalten der Touristen geändert, sind die Parkbesucher nach dem Brand vorsichtiger? Petr Kříž:

Petr Kříž | Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

„Ich möchte den vorsichtigen Besuchern danken. Wir informieren die Wanderer in den Medien regelmäßig über die Brandrisiken, aber vor allem wurden an allen Eingängen zum Park Schautafeln mit Informationen darüber installiert, wie sich die Besucher verhalten sollen. Seit vergangenem Jahr gibt es zudem die sogenannte ,Ampel‘, die im Zusammenhang mit den aktuellen Brandrisiken darauf aufmerksam macht, wie sich Besucher verhalten sollen, und die eventuell teilweise den Zutritt zum Nationalpark einschränkt.“

Wie der Leiter anmerkte, finden sich an Tagen, an denen die Besucherzahlen hoch sind, leider auch immer problematische Touristen. Aus dem Grund müsse es eine Aufsicht im Park geben, und die Verwaltung sei zudem mit der Polizei in Kontakt, erläuterte Kříž. Im Bereich der Brandprävention arbeitet die Nationalparkverwaltung auch mit den Kollegen vom Nationalpark Sächsische Schweiz zusammen.

Foto: Hana Řeháková,  Radio Prague International

„Wir haben gemeinsame Beratungen und inspirieren uns gegenseitig im Bereich der getroffenen Maßnahmen oder entwickeln auch etwas Neues. Für die Besucher der beiden Parks bestehen keine großen Unterschiede.“

Petr Hladík | Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

Der tschechische Umweltminister Petr Hladík (Christdemokraten) ließ vor kurzem verlauten, er wäre froh, wenn der ganze Nationalpark Böhmische Schweiz auch auf eigene Gefahr hin zugänglich wäre. Ähnlich ist das im Nationalpark Sächsische Schweiz. Die tschechischen Gesetze ermöglichen jedoch nicht das Betreten des Parks auf eigene Gefahr. Aus dem Grund müssen Wege, auf denen Gefahr droht, gesperrt bleiben. Petr Kříž meint:

„Ich stimme dem Umweltminister zu. Wir haben darüber vorige Woche auch in den Medien gesprochen. Die tschechische Legislative ist in diesem Bereich ein wenig kompliziert. Der Zutritt auf eigene Gefahr ist sowohl im Naturschutz-, als auch im Forstgesetz enthalten. Aber im Bürgerlichen Gesetzbuch ist die Verantwortung des Besitzers für den Zustand des Gebiets bezüglich des Risikos für andere Menschen verankert. Ich würde es begrüßen, wenn der Zutritt genauso wie auf der sächsischen Seite geregelt werden könnte.“

Foto: Hana Řeháková,  Radio Prague International
Autor: Martina Schneibergová | Quelle: Český rozhlas
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