Drei Neuigkeiten bei Radio Prag

Foto: Gerd Altmann, Pixabay / CC0
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Denkmalpflege in Tschechien, Diabetes oder aber Lebensmittelspenden hierzulande. Unter anderem diese Themen waren für Sie in den vergangenen Wochen interessant.

Auf drei Neuigkeiten bei Radio Prag wollen wir Sie aufmerksam machen. Wenn Sie auf unserer Webseite nach unten scrollen, finden Sie drei neue Rubriken: Hit des Jahrhunderts, Foto der Woche und Ausländer über Tschechien.

Das umfangreichste Projekt davon ist eine Umfrage zum größten Hit der zurückliegenden 100 Jahre. Und diesen können Sie bestimmen, liebe Hörerinnen und Hörer. Im Oktober wird hierzulande der 100. Geburtstag des eigenständigen tschechoslowakischen Staates gefeiert. Aus diesem Anlass werden wir Ihnen jeden Wochentag 100 Lieder vorstellen, aus jedem Jahr eines. Jeweils fünf Lieder unseres Wettbewerbs werden dann am Sonntag in einem Überblick gespielt. Und sie bekommen die Möglichkeit, auf unserer Webseite dem Lied eine Stimme zu geben, das Ihnen in der Woche am besten gefallen hat. Sie finden die Sparte, wo sie ihr Lieblingsstück anklicken können, auf der rechten Seite unserer Webseite.

Die zweite Neuigkeit, die wir bringen, ist das Foto der Woche. In dieser Serie stellt Radio Prag jede Woche ein Bild vor, das ein aktuelles Ereignis am besten illustriert. Angefangen hat es mit einem Foto der Sternsinger, die Anfang Januar bei der Dreikönigssammlung durch die Straßen Tschechiens gezogen sind.

Und das dritte neue Projekt ist die Rubrik Ausländer über Tschechien. Radio Prag hat verschiedene Ausländer befragt, was ihnen zu Tschechien einfällt und welche Eindrücke sie von einem Tschechien-Besuch mitgenommen haben. Beziehungsweise wer ihr liebster Tscheche oder Ihre liebste Tschechin ist und weitere Fragen. Online finden Sie Ausschnitte aus ihren Antworten. Und, falls Sie Lust haben, können Sie auch selbst an der Umfrage teilnehmen und uns Ihre Erlebnisse und Gedanken schildern. Wir warten auf Ihre Zuschriften unter [email protected].


Jetzt aber zu Ihren Briefen und Zuschriften, liebe Hörerinnen und Hörer. Wir werden daraus heute nicht nur zitieren, sondern auch einige Ihrer Fragen beantworten.

Wenig Optimismus für 2018

Foto: pixel2013,  Pixabay / CC0
Lutz Winkler aus Schmitten im Taunus wünschte uns ein erfolgreiches, schönes und vor allem gesundes Jahr 2018 und versicherte uns, dass er sich auch im neuen Jahr auf unsere Sendungen freut. Was wird aber das neue Jahr bringen? stellt Lutz Winkler als rhetorische Frage, und beantwortet sie auch gleich:

„Ich sehe nicht so optimistisch in die Zukunft. Politisch treibt das Schiff Europa nach rechts. Wer am Lautesten schreit und wer provoziert, dem stimmt man auch meisten zu. Und dass in einer Europäischen Union, die seit über 70 Jahren Frieden bringt. In einem Europa, in dem scheinbar jeder nur Vorteile aus der Gemeinschaft zieht. Gegen das ‚Establishment‘ zu sein – das ist modern. Diskussionen und Respekt sind verpönt, Anstand ist ein Fremdwort geworden. Es wird ungehindert gepöbelt, altes verstaubtes Vokabular wird aus der untersten Schublade hervor geholt. Minderheiten werden denunziert, es wird sinnlos pauschalisiert und vereinfacht. Man wird als realitätsfremd und Tagträumer tituliert – nur weil man eine andere Meinung hat. Manchmal möchte ich einen Tag das Internet abschalten. Was machen die Leute dann? Sind es nicht Visionen, die die Menschheit vorwärts gebracht haben? Welche Ziele haben wir denn in 10 oder 20 Jahren? Wo wollen wir stehen? Brauchen wir starke Männer, denen wir gehorchen? Sie sehen: ich gehe leider nicht so optimistisch in das neue Jahr.“

Illustrationsfoto: Richard Pieper,  Public Domain
Die Freunde des Rundfunkfernempfangs hätten zumindest ein Hobby, bei dem sie sich auch andere Meinungen hören könnten, stellt Herr Winkler fest und wechselt das Thema:

„Die Sendungen von Radio Prag bieten mir jedenfalls immer ein großes Spektrum – sei es die Politik, die Kultur, die Wirtschaft – oder auch die Geschichte des Landes. Deshalb gefiel mir auch der Beitrag ‚Wenn Bürger Baudenkmäler retten‘. Ja, der Denkmalschutz ist eine unendliche Aufgabe. In Tschechien gibt es also auch eine Menge Enthusiasten, die sich kleinen oder größeren Denkmälern widmen und viel Zeit und Geld in die Restaurierung des kulturellen Erbes investieren. Ich bewundere immer wieder diese Menschen, deren Idealismus und deren Vision sind einfach vorbildlich. Mit einem kleinen Beitrag unterstütze ich persönlich einige Projekte von Vereinen, die in meiner früheren Heimat in Sachsen-Anhalt alte Kirchen restaurieren.“

Illustrationsfoto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
Jedoch würden viele solche Vorhaben an skurrilen Eigentumsverhältnissen scheitern. Dubiose Investoren würden kleinere Schlösser kaufen, und der Verfall aus den sozialistischen Tagen gehe dann weiter, weil nichts investiert werde, schreibt Lutz Winkler weiter.

„Im Bundesland Thüringen möchte man solche Schein-Investoren jetzt per Gesetz enteignen, damit die kulturellen Denkmäler gerettet werden können. Gibt es in Tschechien auch Probleme mit dubiosen Investoren, die sich Denkmäler aneignen, jedoch nichts investieren?“

Natürlich gibt es auch in Tschechien solche Fälle, obwohl sich nicht immer sagen lässt, ob die Vorhaben der neuen Eigentümer schon vorher dubios sind. In manchen Fällen überschätzt der begeisterte Käufer seine Möglichkeiten, oder scheitert einfach mit seinen Plänen, die er mit dem Objekt hatte. Besonders vom Verfall bedroht sind aber vor allem solche Baudenkmäler, bei denen der Eigentümer nicht eindeutig bekannt ist. Es werden jahrelange Rechtsstreitigkeiten ausgetragen, um zu bestimmten, wem das jeweilige Schloss gehört.

Diabetes – eine Volkskrankheit

Foto: Pixabay,  CC0 Public Domain
Dieter Feltes aus Pyrbaum hofft, dass wir gut ins neue Jahr gekommen sind. Auch er reagiert auf einen unserer Berichte:

„Wie ich hörte, hat der Präsident der Tschechischen Republik Diabetes. Muss er sich Insulin spritzen oder reichen Tabletten? Haben viele Tschechen Diabetes? Meiner Meinung nach ist dies eine Volkskrankheit. Ich habe auch Diabetes, bei mir reichen aber Tabletten. Meine Krankenkasse hat mich in ein Diabetikerprogramm aufgenommen. Alle drei Monate wird mir Blut abgenommen und über eine andere Dosis meines Medikaments bestimmt. Gibt es ein solches Programm auch in der Tschechischen Republik?“

In Tschechien werden nach statistischen Angaben etwa 860.000 Patienten mit Diabetes behandelt. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt. Dazu kommen laut Schätzungen der Ärzte noch etwa 250.000 Menschen, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen. Etwa 20.000 Patienten sterben jährlich an Komplikationen, die mit dem Diabetes zusammenhängen. Zur erfolgreichen Behandlung ist es wichtig, die Krankheit in einem Frühstadium zu entdecken. Ab dem 45. Lebensjahr wir daher die Zuckermenge im Blut bei den gängigen Untersuchungen vom Hausarzt gemessen. Bis 95 Prozent der Patienten sind von Diabetes Typ zwei betroffen, der mit dem ungesunden Lebensstil zusammenhängt. Experten schätzen, dass im Jahr 2035 jeder zehnte Einwohner der Tschechischen Republik an der Krankheit leiden könnte. Und zu Ihrer Frage nach der Erkrankung des Staatspräsidenten, Herr Feltes, dazu wurden keine weiteren Details veröffentlicht.

Lebensmittelnspenden in Tschechien

Foto: Eva Turečková
Horst und Monika Kuhn aus Hamburg haben sich ebenfalls mit einer Frage an uns gewandt:

„Zu Ihrem Artikel über das Wegwerfen von Lebensmitteln: Es ist zu begrüßen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Ob allerdings die Supermärkte durch Bußgelder gezwungen werden dürfen, diese Lebensmittel zu spenden, bleibt fragwürdig. Die Frage: Wieviel Menschen sind von der Verteilung dieser Lebensmittel abhängig?“

Für die Lebensmittelspenden sorgen hierzulande die sogenannten Lebensmittelbanken. Sie sammeln die Lebensmittel, lagern sie und verteilen sie an Hilfsorganisationen, die sie an bedürftige Personen weitergeben. Insgesamt handelt es sich um Tausende Tonnen Lebensmittel jährlich. Nach Statistiken des Tschechischen Verbands der Lebensmittelbanken wurden im Jahr 2014 knapp 500 Tonnen Lebensmittel gesammelt. Im vergangenen Jahr erreichte die Menge bereits 2000 Tonnen und für 2018 rechnet man – unter anderem dank dem neuen Gesetz, über das wir berichtet haben – mit 10.000 Tonnen. Diese können bis zu 70.000 bedürftigen Menschen hierzulande helfen.

Und damit möchten wir uns für heute verabschieden. Auf ihre Zuschriften warten wir unter der Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Ihre E-Mails können Sie uns an [email protected] schicken. Auf Wiederhören im Februar!