Drei Wörterbücher in einem

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Keine umständliche Suche mehr in verschiedenen Wörterbüchern: Die am Donnerstag vom Verlag "Resonance" vorgestellte "Europäische Agenda" vereint vier Sprachen in einem einzigen Band. Ausdrücke aus dem Bereich der Europäischen Union sind aus dem Tschechischen ins Deutsche, Englische und Französische übersetzt. Mehr dazu von Sabine Winter

Die Philosophie, die hinter dem Projekt des viersprachigen Wörterbuches steckt, ist einfach: "Die Europäische Agenda" soll als Bindeglied zwischen verschiedenen Ländern der Europäischen Union fungieren. Herausgeber und Hauptautor Bohuslav Balcar betont, dass sich das Wörterbuch an ein breites Publikum wendet: Es soll nicht nur Studenten und Fachleuten die Kommunikation mit ausländischen Partnern erleichtern, sondern auch Laien. Unter genau diesem Aspekt wurden die knapp 20 000 Begriffe ausgewählt, wie Balcar sagt:

"Die praktische Nutzbarkeit des Wörterbuches stand im Vordergrund. Es soll kein akademisches Wörterbuch sein, sondern ein tägliches Handbuch."

Sorgfältig fassten Balcar und seine Mitarbeiter die Wörter in 50 Kapiteln zusammen. Von Begriffen aus dem europäischen Umfeld, über juristische Ausdrücke bis hin zu solchen, die das Gesundheitssystem beschreiben, ist alles dabei. Knapp zwei Jahre hat die Arbeit an dem Wörterbuch gedauert. Bohuslav Balcar rechnete zwar von Anfang an damit, dass sein Projekt zeitintensiv sein würde, doch war er von dem tatsächlichen Arbeitsaufwand dann doch überrascht:

"Ich sage jetzt nach der Erfahrung: Unsere Vorstellung war - wie man in der tschechischen Sprache sagt - die von der Arbeit an einer Kirche, aber es war die Arbeit an einer großen Kathedrale."

Der Passauer Anton Meindl hat an dem deutschsprachigen Teil der "Europäischen Agenda" mitgearbeitet. An die 1000 Ausdrücke hat er übersetzt. Mit dem Ergebnis ist er insgesamt zufrieden, auch wenn ihm beim Durchblättern des hellblauen Wörterbuches kleinere Fehler aufgefallen sind. Gegenüber Kritikern verteidigt er die "Agenda" vehement:

"Bei Wörterbüchern findet man immer Kritik. Sogar im Duden habe ich schon Fehler gefunden."

Meindl ist von dem Erfolg des Wörterbuches überzeugt. Er denkt schon jetzt an weitere Auflagen, die dann keine Unebenheiten mehr aufweisen sollen.

"Bei der zweiten Auflage kommt das linguistische und sprachliche Bügeleisen und dann wird die Sache besser."

Sollte sich Meindls Erfolgsprognose bewahrheiten, könnte es bald eigene Sprachkurse zu der "Europäischen Agenda" geben. Bohuslav Balcar denkt dabei an Schulungen in Ministerien, bei denen alle vier in dem Wörterbuch enthaltenen Sprachen auf dem Programm stehen sollen. Sprachschüler wären dann innerhalb von kürzester Zeit fähig zu sagen, dass sie sich als "Evropané", "Europeans", "Europäer" oder "Européens" fühlen.