Dreifaltigkeitssäule in Olmütz im Visier von Physikern und Chemikern
Die Dreifaltigkeitssäule, die auf dem Oberen Marktplatz in Olomouc / Olmütz steht, ist ein Prachtstück der Barockkunst. Im Jahr 2000 wurde die Säule in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Derzeit wird das Monument einer Renovierung unterzogen, an der nicht nur Kunsthistoriker und Restauratoren, sondern auch Naturwissenschaftler beteiligt sind.
Insgesamt 990 Tage lang bleibt die 35 Meter hohe Dreifaltigkeitssäule in Olmütz unter Gerüst und Plane verhüllt. Das Team von Restauratoren wird bei seiner Arbeit von Experten für Chemie, Physik und Geoinformatik von der Palacký-Universität in Olmütz unterstützt.
Petr Bednář ist einer der beteiligten Chemiker. Er beschreibt das Röntgenfluoreszenzspektrometer, mit dem er die vergoldete Figurengruppe auf der Spitze der Säule in einer Höhe von 32 Metern gemessen hat:
„Das Gerät sieht aus wie eine Pistole. Wir richten es aus, halten es in die Nähe des zu messenden Objekts und beobachten die Messwerte zur chemischen Zusammensetzung.“
Die Messung gibt nicht nur Aufschluss über die Dicke, sondern auch über die verwendeten Techniken der Vergoldung. Dies ist eine entscheidende Information für die Restauratoren.
Ihr Team kombiniere die Daten mit Informationen, die auf den visuellen Eindrücken basieren, und auf dieser Grundlage werde dann die am besten geeignete Vergoldungstechnik ausgewählt, ergänzt Bednář.
Der Optiker Karel Lemr ist für die Messung des Glanzes der vergoldeten Teile zuständig:
„Dies hilft den Restauratoren, den ursprünglichen Glanz nachzuahmen – damit die restaurierten Teile dieselben optischen Eigenschaften aufweisen, und damit sie für die Touristen genauso glänzend wirken wie die Originalteile. Das Feuervergoldungserfahren wird man wohl nicht mehr verwenden können, weil es für die Umwelt gefährlich ist. Dennoch führen andere Technologien zu teilweise unterschiedlichen optischen Ergebnissen. Die Verfahren müssen von daher modifiziert werden, um einen einheitlichen Eindruck der gesamten Figurengruppe zu erzielen.“
Die Ergebnisse der Messungen werden am Institut für Geoinformatik in einem virtuellen 3D-Modell erfasst. Stanislav Popelka betreut dort die Arbeit:
„Wir sehen hier ein von einer Drohne aufgenommenes, virtuelles 3D-Modell, das wir vom Denkmalschutzamt bekommen haben. Unser Ziel ist es, die Stellen zu lokalisieren, an denen Proben entnommen wurden. Wenn man einen entsprechenden Punkt anklickt, sieht man ein Foto der Stelle und eine Analyse der Werte, die von den Physikern und Chemikern gemessen wurden.“
Nicht nur die Restauratoren werden künftig Zugriff auf die Daten haben, sondern auch Experten vom Nationalen Denkmalschutzamt, in dem die Informationen für die Zukunft aufbewahrt werden.
Die Restaurierung der Dreifaltigkeitssäule in Olmütz soll im Dezember nächsten Jahres abgeschlossen sein.
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