Dreifaltigkeitssäule in Olmütz seit 25 Jahren Weltkulturerbe – Restaurierung enthüllt Geheimnisse

Säule der Heiligen Dreifaltigkeit in Olomouc

Mitten im Herzen von Olomouc / Olmütz steht die monumentale Ehrensäule der Heiligen Dreifaltigkeit. Das 32 Meter hohe Barockdenkmal wurde 1754 im Beisein der Habsburger Kaiserin Maria Theresia geweiht. Seit dem Jahr 2000 steht es auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Derzeit ist die Säule aber eingerüstet, weil sie restauriert wird. Die Arbeiten sollen noch bis Weihnachten kommenden Jahres dauern. Schon jetzt wurden bei den Untersuchungen des Kunstwerks aber zwei Geheimnisse gelüftet.

Fotografie der Dreifaltigkeitssäule von Süden aus gesehen  (1860) | Foto repro: Hermann Haubenreisser,  'Sloup Nejsvětější Trojice Olomouc'/Foibos Books

Mehrere Jahrzehnte lang dauerte es, bis die Dreifaltigkeitssäule in Olmütz fertig war. Sie entstand, um die katholische Kirche und den Glauben zu preisen sowie aus Dankbarkeit für das Ende der Pestwelle, die die Stadt in Mähren von 1714 bis 1716 heimgesucht hatte. Die Weihe des Bauwerks wurde eine große Feier, zu der auch Maria Theresia kam.

Das Besondere an der Säule ist, dass ihr Aussehen seitdem fast nicht mehr verändert wurde. Und genau dieses hohe Maß an Ursprünglichkeit war auch der Grund, warum sie am 2. Dezember 2000 von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Hohlraum unter der Säule

Aktuell befindet sich das Barockdenkmal in den Händen von Restauratoren. Bei den Ausbesserungsarbeiten, die im April vergangenen Jahres begannen, wurden auch zwei Entdeckungen gemacht. Im ersten Fall ging es um den Untergrund unter der Kapelle, die sich im Inneren der Säule befindet. Dort ist nämlich ein Hohlraum. Wildeste Theorien hatte es dazu gegeben, ob es sich nicht etwa um eine Krypta oder auch ein spezielles Belüftungssystem handele. Doch der Grund ist sehr viel prosaischer: Hier befand sich ein Ein- und Ausstieg für die Bauarbeiter, die bei der Errichtung der Säule halfen.

Foto: Zdeňka Kuchyňová,  Radio Prague International

Das zweite kleine Geheimnis war der Fund einer Zeitkapsel von der letzten Restaurierung vor knapp einem Vierteljahrhundert. Sie war im oberen Bereich der Dreifaltigkeitssäule versteckt. Als man sie öffnete, kamen unter anderem eine Hochwasserkarte von 1997 zutage sowie Münzen der Zeit oder auch ein Brief des damaligen Oberbürgermeisters. Nun soll heutiges Material hinzugefügt werden wie etwa eine Ausgabe der Stadtzeitung Olomoucké listy oder eine Botschaft Olmützer Schüler für künftige Generationen.

Falls nichts Unvorhergesehenes geschieht, dann wird die Dreifaltigkeitssäule rechtzeitig vor Weihnachten 2026 in neuem Glanz erstrahlen.

Foto: Leonhard_Niederwimmer,  Pixabay,  Pixabay License
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