DTIHK-Wirtschaftspreise für Dual-Use-Start-up, Transformation und grenzüberschreitende Kooperation
Zum zweiten Mal ist in Prag der Deutsche Wirtschaftspreis verliehen worden. Er wird von der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) vergeben – und zwar in drei Kategorien.
Das Kooperationsprojekt AI 4 Multi Directional Additive Manifacturing siegte im Bereich grenzüberschreitende Kooperation. Überreicht wurden dieser Deutsche Wirtschaftspreis und die anderen beiden beim German Czech Economic Forum am Dienstag in Prag.
An dem Projekt sind fünf Partner beteiligt – drei Firmen sowie die Technische Universität in Liberec und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Informationstechnik in Zittau. Sebastian Scholz leitet das Institut und ist Professor an der Hochschule Zittau-Görlitz. Gegenüber Radio Prag International sagte er:
„Wir sind sehr dankbar, dass wir ausgewählt wurden für den Deutschen Wirtschaftspreis. Es zeigt ein Stück weit, dass wir in den letzten Jahren einen guten Job gemacht haben und Brücken geschlagen haben in der Wissenschaft, der angewandten Forschung und der Wirtschaft zwischen Deutschland, speziell Sachsen, und Tschechien.“
Zusammengearbeitet wird auf dieser Schiene bereits seit mindestens sechs bis sieben Jahren. In dem aktuellen Projekt geht es um große 3D-Drucke in der industriellen Produktion. Während eines solchen Druckjobs können Fehler auftauchen, die möglichst sofort korrigiert werden sollten – um nicht Ausschuss zu produzieren. Mit Künstlicher Intelligenz und speziellen Sensoren kann nun aber effizienter gefertigt werden. Konkret geht es um große Karbonbauteile, die beispielsweise in der Autoindustrie gebraucht werden. Die Firma Entry Engineering aus Liberec stellt die Technik für den Druck her.
„Unser Produkt wird deutlich helfen. Die Prognosen für die finanziellen Einsparungen liegen bei circa 30 Prozent, für die Zeitersparnis bei 50 Prozent und für die Abfallreduktion bei 80 Prozent“, so der Projektmanager Michal Amrich von Entry Engineering.
Bei der grenzüberschreitenden Vernetzung spielte vor allem die Technische Universität Liberec und das dortige Nationale Kompetenzzentrum für industriellen 3D-Druck eine Rolle. Dieses hatte zuvor schon mit Entry Engineering kooperiert und stand auch mit dem Fraunhofer-Institut in Zittau in Kontakt. Jan Kočí forscht dort im Bereich Modellierungsprozesse und Künstliche Intelligenz:
„So konnten wir das internationale Konsortium auf die Beine stellen. In diesem sind deutsche und tschechische Firmen sowie Forschungsinstitute aus beiden Ländern eingebunden, damit alle Kompetenzen in einem Team vereint werden. Auf diese Weise konnten wir ein solch interessantes Produkt schaffen, das sogar von der Jury des Wirtschaftspreises als innovativ bewertet wurde.“
Die Jury hat aber auch noch in zwei weiteren Kategorien jeweils einen Preis vergeben. Das junge Unternehmen Instria s.r.o. gewann im Bereich „Start-ups zu Technologien im Bereich Dual Use“. Sitz der aufstrebenden Firma ist Světlá pod Ještědem, zufälligerweise auch nahe Liberec. Sie hat einen Sensor für Extrembereiche entwickelt. Start-up-Gründer und CEO Jan Vyštejn erläutert:
„Unsere Applikationen sind High-Tech-Produkte. Sie könnten zum Beispiel in Raketen oder unserer Vorstellung nach auch in Militärjets zum Einsatz kommen. Der Anwendungsbereich ist sehr breit, der Sensor lässt sich fast überall nutzen.“
Instria wolle nun mit Partnern erstmals die Nutzung im Realen testen, wie Vyštejn sagt.
Ebenfalls einen Wirtschaftspreis erhielt die Firma Devinn aus Jablonec nad Nisou – und zwar in der Kategorie „Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes als Vorreiter des Transformationsprozesses“. Bei Devinn handelt es sich um einen Entwicklungsanbieter für Elektrotechnik, Lichttechnik und Energiespeicherung.
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