Ein Menetekel für das Scheitern der Europäischen Union?
Die Europäische Union und ihre künftige Entwicklung, die politischen Ansichten von Andrej Babiš beziehungsweise der Streit zwischen Umweltschützern, Naturliebhabern und Anliegern in Nationalparks. Wir bringen Ihre Ansichten und Kommentare zu den genannten Themen.
Welche Stadt liegt westlicher: Wien oder Prag?
Schicken Sie uns Ihre Lösung per E-Mail an [email protected]. Die richtige Antwort im Februar hieß Bohumil Hrabal. Er ist der Autor von Werken wie Ostře sledované vlaky (Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht), Obsluhoval jsem anglického krále (Ich habe den englischen König bedient) und Příliš hlučná samota (Allzu laute Einsamkeit) und weiteren. Ein Sachpreis geht an Thomas Trummer aus Deutschland.
Und nun zitieren wir aus den Briefen und E-Mails, die wir von Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, erhalten haben. Monika Kuhn aus Hamburg äußerte sich zu unserem Beitrag vom 8. März über den Kampf für gleiche Lebensmittelqualität in der EU:
„Irgendetwas läuft verkehrt, wenn die Preise in den osteuropäischen Staaten höher sind als im Rest der EU!“
„Das zeigt doch auf, wie weit sich die Staaten der EU im Einzelnen voneinander entfernt haben. In der heutigen Zeit darf es kein Problem sein, die Zutaten zur Herstellung von Lebensmitteln auf der gleichen Basis zu beschaffen. Der Verbraucher kann erwarten, dass die Qualität für alle gleich ist, egal welche Produkte er in welchem Land der EU auch immer kauft. Dass die Preise von Land zu Land verschieden sind, ist normal und dem Einkommen der Bürger geschuldet. Aber irgendetwas läuft völlig verkehrt, wenn die Preise in den osteuropäischen Staaten höher sind als im Rest der EU!“
Fritz Andorf aus Meckenheim schreibt:„Im Tagesecho am 1. März berichteten Sie über eine Konferenz der Ackermann-Gemeinde. Darin hörte ich mit Erstaunen, dass sich auch Sudetendeutsche gegen Hitler gestellt haben. Das ist hier gar nicht so bekannt, und es sollte einmal etwas ausführlicher in der Geschichtsrubrik darüber berichtet werden.“
Ihr Wunsch wurde bereits erfüllt, Herr Andorf. Ausführlich haben wir uns mit dem Thema in der jüngsten Ausgabe unseres Geschichtskapitels am vergangenen Samstag beschäftigt. Interessenten finden den Beitrag unter: http://radio.cz/de/rubrik/geschichte/widerstand-sudetendeutscher-christen-gegen-hitler.
Herrn Andorf brennt aber noch ein anderer Umstand in Tschechien unter den Nägeln:
„In einer neuen Regierung sollten die Karten unbedingt neu gemischt werden.“
„Merkwürdig sind die politischen Ansichten des Milliardärs und Medienmoguls Babiš, der ja sogar als Vizepremier mitregiert. Ich meine, da sollten in einer neuen Regierung die Karten unbedingt neu gemischt werden.“
Dazu können wir nur ergänzen, dass die Ano-Partei von Andrej Babiš in den Umfragen die höchste Wählergunst genießt. Babiš selbst ist für 46 Prozent der Bürger der vertrauenswürdigste Politiker hierzulande. Wir werden spätestens im Herbst nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus sehen, Herr Andorf, ob die Karten neu gemischt werden. Und noch ein Thema wurde von unserem Hörer aus Meckenheim angesprochen:
„Im Tagesecho am 2. März waren die neuen Regelungen für die Nationalparks ein Thema. Den Streit zwischen Umweltschützern, Naturliebhabern und Anliegern kenne ich, denn es gibt ihn auch bei uns im nahen Siebengebirge bei Bonn.“Dazu bemerkt Heinz Günter Hessenbruch aus Remscheid:
„Ihre Sendung hat mir heute durchweg gut gefallen. Besonders jedoch die Schutzbestimmungen für Nationalparks, da gibt es sicher weltweit noch viel zu tun.“
Achim Kissel aus Duisburg hat seit Anfang des Jahres regelmäßig unsere Sendungen gehört. Er hat uns geschrieben:
„Sehr interessant war der Beitrag über den Bauernbefreier Hans Kudlich. Ich finde es wichtig, solche Ereignisse und Persönlichkeiten im Gedächtnis zu erhalten – ein Museum oder eine Ausstellung sind anschaulicher als ein paar Zeilen im Geschichtsbuch. Ganz spannend wird es, wenn noch ein Nachfahre solcher Persönlichkeiten für Gespräche zur Verfügung steht.“Bis 1918 seien die böhmischen Länder Jahrhunderte lang Teil der Habsburger Monarchie gewesen, bemerkt Herr Kissel. Die Kultur des Landes sei dadurch geprägt worden, was auch durch die Schlösser und Burgen des Landes sichtbar sei. Es habe aber auch die Bemühungen um nationale Befreiung gegeben, die dann nach dem Zerfall Österreich-Ungarns Wirklichkeit geworden sei, so unser Hörer. Er zieht dabei eine interessante Parallele:
„Beim Blick in die Geschichte sieht man das Scheitern der Vielvölkerstaaten wie Österreich-Ungarn und in neuester Zeit der UdSSR. Ist dies nun ein Menetekel für das Scheitern der Europäischen Union? Die Habsburger Monarchie und die Sowjetunion wurden zentralistisch regiert. In der EU dagegen haben die Regierungen der Mitgliedsländer durch Übereinkunft bestimmte Kompetenzen an die Brüsseler Behörden abgegeben. Die EU-Kommission ist noch keine Zentralregierung. Unsere Länder sind durch Geographie und Geschichte sehr unterschiedlich. Was für die eine Region gut ist, muss es für eine andere noch lange nicht sein.“
„Beim Blick in die Geschichte sieht man das Scheitern der Vielvölkerstaaten wie Österreich-Ungarn und in neuester Zeit der UdSSR. Ist dies nun ein Menetekel für das Scheitern der Europäischen Union?“
Bei Problemen wie zum Beispiel der Flüchtlingskrise wäre es allerdings dringend notwendig, dass die Staaten der EU gemeinsam handeln, fordert Herr Kissel:
„Bei der Schließung der Balkanroute ist dies ja schon gelungen. Ich hoffe, dass wir nicht in ein Zeitalter des engstirnigen Nationalismus zurückfallen, sondern unser Europa zu einem Kontinent der guten Nachbarn machen können. Institutionen wie Radio Prag und andere Auslandssender tragen dazu bei.“
Werner Hoffmann aus Güstrow hat kürzlich die 51. Internationale Tourismusbörse in Berlin besucht. Dort habe er auch den Stand seines Lieblingslandes Tschechien besucht, schreibt er. Herr Hoffman hat ein paar Fotos dort gemacht und uns geschickt. Sie können sich diese auf unserer Facebook-Seite anschauen.
Das war es für heute im Hörerforum. Wenn Sie Fragen, Beschwerden, Wünsche oder Anregungen haben, dann schicken Sie uns diese an folgende Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns natürlich auch eine E-Mail schreiben an: [email protected].







