Ein Nachtflug über Prag: Peter Becher liest im Literaturhaus

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Das Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren hatte geladen. Peter Becher ist erschienen, und außer ihm Dutzende Zuhörer, um Bechers Autorenlesung zu lauschen.

Der Schriftsteller stellte am Dienstag sein neuestes Werk „Nachtflug“ vor:

„In dem Buch gibt es eine Hauptfigur, nämlich den Paul Bergmann. Und der Paul Bergmann ist jemand, der ich gerne vielleicht einmal geworden wäre: ein Dozent des Goethe-Instituts.“

Peter Becher ist nicht Dozent des Goethe-Instituts geworden, sondern Literaturhistoriker und Schriftsteller. Und Peter Becher ist ein alter Bekannter auf dem Gebiet der deutsch-tschechischen Beziehungen. Seit 1986 ist er Geschäftsführer des Adalbert Stifter-Vereins in München, einem Kulturinstitut, das sich für die deutsch-tschechische Verständigung einsetzt. Dabei sollen durchaus auch die schwierigen Seiten des nachbarschaftlichen Dialogs eingebunden werden, wie Becher sagt:

„Das versuchen wir vor allem im Bereich unserer Kulturarbeit umzusetzen. Ich habe das Gefühl, dass die Zusammenarbeit außerordentlich gut funktioniert, dass sich seit vielen Jahren ein wirklich tragfähiges Netz herausgebildet hat.“

Dass Interesse am Dialog besteht, bewies Peter Bechers Lesung im Prager Literaturhaus. Der Saal war voll, auch wenn sein neuester Roman „Nachtflug“ nicht explizit das Deutsch-Tschechische in den Vordergrund stellt. Der Protagonist des Buches lässt auf einer nächtlichen Flugreise von Milwaukee nach New York sein Leben Revue passieren.

„Mich hat früher immer schon die Literatur deshalb besonders gereizt, weil man sich in ihrem Kontext viel freier bewegen kann als in der Zwangsjacke der harten Wissenschaft. Wie wunderbar, dass man auf Dinge zurückgreifen kann, die man vielleicht wirklich erlebt hat und dass man sie sofort mit anderen Dingen verbinden und vermischen kann, die man gar nicht erlebt hat.“

So lässt der Autor auch eigene Erlebnisse in die Romanhandlung einfließen. Zum Beispiel wenn er die Hauptfigur – wie könnte es bei Becher anders sein - einen sommerlichen Nachtspaziergang durch Prag unternehmen lässt. Als „süß und lau die Luft“, als „sehnsuchtsvoll“ und „berauschend“ beschreibt Peter Becher die Stadt:

„Ich bin ein ganz passionierter Fußgänger und wenn ich es irgendwie kann, dann wandere ich durch Prager Gassen und Viertel. Es ist immer wieder ein neues Erlebnis, weil sich die Stadt immer wieder verändert. Aber auch man selber verändert sich ja ständig. Man hat immer wieder einen neuen Blickwinkel auf die Stadt. Das mag ich sehr gerne. Wenn Sie neugierig sind, dann lesen Sie dieses Kapitel.“

Peter Bechers Buch „Nachtflug“ ist im Stutz-Verlag, Passau erschienen und kostet 16,80 Euro.

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