Ein neuer See in Most: Vom Tagebau zum Erholungsort

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Früher wurde an dem Ort Braunkohle gefördert, nun kann man dort baden. Am Rande der nordböhmischen Stadt Most / Brüx wurde ein neuer künstlicher See angelegt.

Seit dem vergangenen Wochenende ist der See Most für die Öffentlichkeit zugänglich. Er erstreckt sich am Ort, an dem einst die mittelalterliche Stadt Brüx lag. Diese wurde aber in den 1970er Jahren abgerissen, sie musste der Braunkohleförderung weichen. Der Betrieb im Tagebau Ležáky lief bis 1999. Nach der Stilllegung wurde die Rekultivierung der dortigen Landschaft gestartet.

Dominika Milnerová arbeitet bei der See-Verwaltung. Gegenüber den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks beschrieb sie den Prozess:

Foto: ČTK/Ondřej Hájek

„Mit der Flutung hat man 2008 begonnen. 2014 wurde die Wasserpegelhöhe von 199 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. Die Flutung musste für zwei Jahre unterbrochen werden, so dass sie insgesamt vier Jahre dauerte. Das Wasser wurde aus dem Fluss Ohře / Eger entnommen. In der Nähe gibt es zwar noch den Fluss Bílina, dieser hat aber nicht die entsprechende Wasserqualität erfüllt.“

Der See ist 2,5 Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit, die Wasserfläche breitet sich über 309 Hektar aus.  Besitzer ist das Staatsunternehmen Palivový kombinát, das für die Revitalisierung der Tageabbau-Landschaft in Nordböhmen verantwortlich ist. Mitarbeiter Miroslav Seidl erklärt, warum das Wasser so kristallklar ist:

„Erstens entnimmt man das reinste Wasser, das in der Region zur Verfügung steht. Zweitens ist die Tiefe entscheidend. Der See ist 71 Meter tief, in Folge dessen kommt es zum Selbstreinigungsprozess. Und drittens wurden hier Raubfische eingesetzt, die für sauberes Wasser sorgen.“

Foto: ČTK/Ondřej Hájek

Der Staat hat für die Rekultivierung bisher etwa 2,5 Milliarden Kronen (96 Millionen Euro) bezahlt. Aktuell lädt man zum Baden sowie zu Radfahrten und Wanderungen am See Most ein. Mit der Eröffnung eines echten Erholungs- und Freizeitsparks rechnet man im kommenden Jahr, wie František Jirásek vom Magistrat in Most gegenüber dem Tschechischen Rundfunk bestätigte:

„Bisher stehen die Kieselstrände zur Verfügung, die Wege und Parkplätze sind fertig. In der kommenden Saison kommen Sozialeinrichtungen und Kioske hinzu.“

In den vergangenen Jahren, in denen das Betreten der Ufer verboten war, hat sich der See zu einem wichtigen Nistplatz für Wasservögel entwickelt. Um diese zu schützen, sind Motorboote auf dem Gewässer verboten. Künstliche Inseln sollen ihnen zudem Zuflucht bieten.

Most ist nicht der erste See in der Region, in der einst Tagebaurestlöcher, Halden und riesige Industriemaschinen das Landschaftsbild bestimmten. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem die Seen Michal, Milada, Barbora und Medard zugänglich gemacht. Diese und weitere geplante Wasserflächen sollen künftig durch Kanäle miteinander verbunden werden und eine ausgedehnte Seenlandschaft am Fuße des Erzgebirges bilden.

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