Eine etwas andere Tagung der tschechisch-deutschen Historiker-Kommission

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Am Wochenende traf sich in Berlin die tschechisch-deutsche Historiker-Kommission zu einer ihrer regelmäßigen Tagungen. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen über historische Ereignisse, dem Austausch über Publikationen und Konferenzen brachte das Historikertreffen diesmal auch ein Ergebnis der etwas anderen Art. Wovon die Rede ist, erfahren Sie aus dem folgenden Gespräch, das Silja Schultheis mit Dr. Kristina Kaiserova, einer der tschechischen Kommissionsmitglieder von der Universität Usti nad Labem, geführt hat.

Über die sog. Benes-Dekrete heißt es in der jetzt verabschiedeten Deklaration:

"Was die Rechtsfigur einer Kollektivschuld betrifft, vertritt die Kommission nach wie vor den Standpunkt, auf den sie sich bereits 1996 geeinigt hat: Zweifellos verstoßen alle Vertreibungen und Zwangsaussiedlungen gegen grundlegende Vorstellungen von Menschenrechten. Vor fünfzig Jahren gehörten sie zu den Konsequenzen des von der deutschen politischen Führung ausgelösten Krieges und der in seinem Zusammenhang durchgeführten Umsiedlungsaktionen, schließlich der Vernichtung ganzer Bevölkerungsteile." Und weiter: "Die Kommission hat den in der Deutsch-tschechischen Erklärung von 1997 formulierten Standpunkt begrüßt - und stimmt ihm weiterhin zu -, dass die tschechisch-deutschen Beziehungen nicht mit der Vergangenheit belastet." werden sollten. Dies erleichtert es beiden Gesellschaften, die eigene Vergangenheit kritisch zu reflektieren.