Einzigartige Rettungsaktion: Verletzter Mann nach 21 Stunden aus Höhle in Mähren gerettet

Verletzter Höhlenforscher, nach 21 Stunden bereits draußen und in medizinischer Obhut

Am Wochenende hat die tschechische Feuerwehr mit weiteren Helfern nach knapp 21 Stunden einen Speläologen aus einer Höhle im Mährischen Karst gerettet.

Der Einsatz im Mährischen Karst war einzigartig. Insgesamt beteiligten sich rund 80 Menschen daran. Außer Feuerwehrleuten und Sanitätern waren auch Mitglieder des speziellen Rettungsdienstes für Höhlen dabei.

Foto: HZS ČR

Die Videoaufnahme von dem Augenblick, als es am Sonntagmorgen gelang, den verletzten Mann aus der Höhle zu befreien, wurde von der Feuerwehr auf X veröffentlicht. Der gerettete Höhlenforscher, lateinisch Speläologe, war am Samstag etwa 70 Meter unter der Erdoberfläche und etwa 300 Meter vom Höhleneingang entfernt gestrandet. Allein sein Transport an die Erdoberfläche dauerte etwa fünf Stunden lang. Das Rettungsteam musste vorher die engsten Stellen im Höhlensystem vergrößern, um mit der Trage durchzukommen. Vor Ort waren auch Sprengmeister wie Filip Doležal:

Foto: HZS ČR

„Es war notwendig, die Höhle zu erweitern. Es handelt sich dabei nicht nur um kurze Abschnitte, sondern auch um zwei, drei Meter lange Gänge.“

Wegen des komplizierten und schwer zugänglichen Höhlensystems sei die Rettungsaktion außerordentlich kompliziert gewesen, beschrieb zudem Jiří Buček. Er gehört zum Rettungsteam der Speläologen und sagte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:

Foto: HZS ČR

„Während der Zeit, als wir ihn zum Eingang transportierten, konnte der Verletzte nicht auf der üblichen, zwei Meter langen Trage liegen. Der enge Höhlengang ermöglichte dies nicht. Wir haben den Mann also in einer Art Rettungstuch immer wieder angehoben und mit seiner großen Hilfe nach vorne geschoben.“

Mehrere der 80 beteiligten Rettungsleute waren aus anderen Regionen angereist. Alle Gruppen seien sehr gut koordiniert worden, sagte der Vorsitzende der Tschechischen Speläologie-Gesellschaft, Jan Lenart:

Jan Lenart | Foto: František Tichý,  Tschechischer Rundfunk

„Damit meine ich sowohl die professionellen Feuerwehrleute als auch den speläologischen Rettungsdienst. Aber auch die freiwillige Feuerwehr und die Höhlenforscher aus der Region, die das Gebiet kannten und sich dem Einsatz gut angeschlossen haben.“

Der gerettete Mann ist selbst ein erfahrener Speläologe. Mit zwei Kollegen hatte er sich in eine Höhle nahe des Ortes Rudice begeben. Als er sich beim Abrutschen auf einem Stein das Bein brach, war er nicht mehr in der Lage, sich weiterzubewegen. Einer der Kollegen blieb bei dem Verletzten, der andere holte Hilfe. Die Rettungskräfte stiegen allmählich zu dem Mann hinab, hielten ihn warm und gaben ihm Beruhigungsmittel. Bei der Kommunikation fast 100 Meter unter der Erde habe das System Nikola geholfen, sagte Sebastian Kovačič vom Rettungsdienst der Speläologen:

„Das System wird für die Verbreitung von Nachrichten verwendet. Die Wellen verbreiten sich nicht durch die Luft, sondern durch das Felsenmassiv.“

Laut Jan Lenart erlebt man derartige komplizierte Rettungsaktionen in Tschechien nicht häufig, nur etwa alle paar Jahre.

Autoren: Martina Schneibergová , David Schalek | Quelle: Český rozhlas
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