Esperanto-Weltkongress in Brünn

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In Brno / Brünn wurde am Sonntag der Esperanto-Weltkongress eröffnet.

Foto: Universala Esprenanto-Asocio

Mehr als 1100 Menschen aus 63 Ländern sind am Wochenende in Brünn zusammengetroffen, um an dem Esperanto-Weltkongress teilzunehmen. Es ist die 110. Versammlung, und in Tschechien findet dieses wichtigste internationale Treffen der Esperantisten zum dritten Mal statt. Die erste Ausrichtung in der Tschechoslowakei habe 1921 unter der Schirmherrschaft von Präsident Tomáš Garrigue Masaryk stattgefunden, schildert Jiří Tomeček in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks. Er ist Vorsitzender des Tschechischen Esperanto-Verbands.

„Auf einen weiteren Weltkongress haben wir in Tschechien dann Jahrzehnte lang warten müssen. Er fand 1996 wieder in Prag statt. Und nun wird er in Brünn veranstaltet. Die Stadt hat eine besondere Stellung in der Esperanto-Bewegung, denn dort entstand 1901 der erste Esperanto-Verein in der damaligen Donaumonarchie.“

Auf dem Programm des einwöchigen Kongresses stehen Vorträge, das Kennenlernen der tschechischen Kultur sowie Filmvorstellungen. Jiří Tomeček:

Zdeněk Svěrák | Foto: Jan Sedmidubský,  Tschechischer Rundfunk

„In Prag gibt es einen Verein der Esperanto-Fans, die Literatur und Theaterstücke in Esperanto übersetzen. Oft sind dies Stücke des Jára-Cimrman-Theaters. Sie haben sogar Kontakt zu Zdeněk Svěrák (Dramatiker und Mitbegründer des Jára-Cimrman-Theaters, Anm. d. Red.) geknüpft, und er ist Ehrenmitglied des Vereins geworden. Darum haben wir das Recht, die verfilmte Vorstellung des Stücks ,Dlouhý, Široký a Krátkozraký‘ mit Untertiteln in Esperanto zu zeigen.“

Der Titel des genannten Stücks lässt sich etwa mit „Der Lange, der Breite und der Kurzsichtige“ übersetzen. Dank der Aufführung können mehr als 1000 Esperantisten aus der ganzen Welt in Brünn nun den tschechischen Nationalhelden und das fiktive Universalgenie Jára Cimrman kennenlernen. Peter Baláž von der Kongress-Sektion des Esperanto-Weltbunds sagt, es gebe jedoch noch viel mehr Menschen, die Esperanto sprechen würden:

Peter Baláž und Marek Blahuš | Foto: Ludmila Opltová,  Tschechischer Rundfunk

„Die Zahl der Mitglieder der Esperanto-Vereine sinkt zwar. Es gibt jedoch immer mehr Esperantisten, also Menschen, die die Sprache lernen. Die optimistischen Schätzungen fangen bei zwei Millionen an, die Zahl kann jedoch auch viel höher sein. Denn beispielsweise wurde die bekannte App Duolingo vor einigen Jahren von rund zwei Millionen Menschen dazu benutzt, um Esperanto zu lernen.“

Laut Baláž stellt Esperanto eine sprachliche Alternative dar:

„Es ist wie im Energiebereich: Die Solarenergie ist ein Gegenpol zur Atomenergie. Und Esperanto stellt einen Gegenpol zu allen großen Sprachen dar, die für eine sprachliche Hegemonie sorgen. Die kleineren Sprachen werden eher unterdrückt. Es ist zur Regel geworden, dass die Sprache der stärksten Großmächte gebraucht wird.“

Ludvík Lazar Zamenhof | Foto: Tereza Brázdová,  Tschechischer Rundfunk

Esperanto entstand als ein Symbol einer gleichberechtigten internationalen Kommunikation. Die künstliche Sprache wurde 1887 vom Augenarzt Ludwik Lazar Zamenhof entwickelt.

Der Esperanto-Weltkongress findet diese Woche an der Mendel-Universität in Brünn statt. Im Universitätsgarten wird am Montag anlässlich des 110. Jahrgangs ein Baum gepflanzt.

Der Esperanto-Weltkongress findet in Brünn noch bis 2. August statt.

Autoren: Martina Schneibergová , Eliška Mádrová | Quelle: Český rozhlas
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