Europa auf der Wellness-Welle?
Nadine Baier war das aus Paris. Verlassen wir jetzt die Arztpraxen und Krankenhäuser und widmen wir uns einem Bereich der Medizin, der meist mit angenehmeren Vorstellungen verbunden ist - nämlich den Kuraufenthalten. Den deutschen Heilbädern geht es schlecht. Die Zahl der Heilbehandlungen sinkt von Jahr zu Jahr. Wurden von den Krankenkassen 2003 noch über 1,5 Millionen Kuren genehmigt, so waren es im letzten Jahr gleich über 40 Prozent weniger. Die Bäder können deshalb von Vorsorge- oder Reha-Maßnahmen allein kaum mehr existieren. Die Branche hat sich deshalb etwas Neues einfallen lassen: Sie setzt auf Wellness und Beauty. Armand Feldhoff und seine Partnerin Adreana Joan, beide aus Rumänien, haben den Trend der Zeit erkannt und in einer Hotelkette in Bad Godesberg ein Wohlfühlstudio eingerichtet. Petra Kohnen hat mit ihnen gesprochen.
Frau Joan, seit über einem Jahr haben Sie hier ein Wellness-Zentrum eingerichtet. Zu Ihren Gesundheits- und Entspannungsangeboten zählen Massagen, Körperpflege etc. Konnten Sie sich bereits einen Kunden- bzw. Kundinnenstamm aufbauen?
"Ja, in der kurzen Zeit haben wir uns schon einen recht großen Kundenstamm aufgebaut. Ich bin Nageldesignerin und mache auch Permanent Make-up. Dabei habe ich gesehen, dass alles mehr in Richtung Wellness-Trend geht, und so habe ich mich entschlossen, einen Wellness-Bereich aufzumachen."
Die Generation 50 plus, so zeigen es zumindest die aktuellen Umfragen, setzt ja am meisten auf Wellness. Auch im Fitness-Bereich soll der Anteil der über Fünfzigjährigen bereits bei etwa 25 Prozent liegen. Können Sie das bestätigen?
"Ja, ein großer Teil unserer Kunden ist 50 oder älter. Aber es nehmen auch Kunden ab 30 unsere Angebote in Anspruch."
Herr Feldhoff, die deutschen Krankenkassen zahlen immer weniger für Massagen und Prävention im Gesundheitsbereich. Sind Ihre Kunden Selbstzahler oder bringen sie ein Rezept von der Krankenkasse mit?
"Das sind alles Selbstzahler. Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten."
Ihr Heimatland ist Rumänien, und Sie sind erst vor recht kurzer Zeit nach Deutschland gekommen. War es nicht ein Wagnis, solch einen Wellness-Bereich aufzubauen?
"Ich bin früher schon mit meinen Eltern immer nach Deutschland gekommen. In Rumänien habe ich 18 Jahre lang gelebt, und wir waren auch dort im Wellness-Bereich tätig. Deshalb habe ich das nun zusammen mit meiner Freundin auch in Deutschland gemacht."
Wellness und Beauty - das hört sich immer teuer an, zumal die Krankenkassen das eben nicht übernehmen. Kann sich das jeder hier leisten, Frau Joan?
"Wir haben ein Konzept entwickelt, damit sich jede Einkommensgruppe etwas leisten kann. Von teureren bis zu günstigeren Angeboten - es ist für alle etwas dabei."







