Experimenteller Rock und tiefgründige Texte: Filip Topol und seine Band Psí vojáci
Im MusikCzech erinnern wir an den tschechischen Schriftsteller, Musiker und Komponisten Filip Topol, der in dieser Woche seinen 60. Geburtstag gefeiert hätte.
Filip Topol wurde am 12. Juni 1965 in einer Künstlerfamilie in Prag geboren. Sein älterer Bruder ist der bekannte Schriftsteller Jáchym Topol. Seinen ersten Auftritt hatte Filip Topol im Alter von nur zwölf Jahren, als er im Sommerhaus des Dissidenten Václav Havel vor einem Konzert der legendären Band The Plastic People of the Universe spielte.
1979 gründete Filip Topol gemeinsam mit einigen Mitschülern die experimentelle Rockband Psí vojáci – zu Deutsch: Hundesoldaten. Der Name verweist auf einen Roman des US-amerikanischen Autors Robert Stone. Gleich mit ihrem ersten Auftritt im November 1979 bei den Prager Jazz-Tagen geriet die Gruppe ins Visier des kommunistischen Geheimdienstes StB. Zu den ersten drei Verhören musste Filip Topol damals mit seiner Mutter gehen, da er selbst noch keinen Personalausweis hatte. Später durfte die Band jahrelang nur bei privaten Veranstaltungen oder unter Pseudonym spielen.
Filip Topol war nicht nur der Pianist und Sänger der Psí vojáci, er schrieb auch die Songtexte. Nach der Samtenen Revolution von 1989 wurden die „Hundesoldaten“ eine der beliebtesten tschechischen Bands, sie spielten in zahlreichen Clubs im ganzen Land, auf Festivals und auch im Ausland, so etwa im Rahmen einer Tour in Ungarn, Österreich, Deutschland und den Niederlanden. Die Musik der Band wurde vielfach in Filmen verwendet, zudem schrieben die Bandmitglieder Songs für Theatervorführungen. Und Topol war teils auch mit Soloprojekten unterwegs. In den 1990er Jahren machte er aber auch mit Alkoholexzessen von sich reden, wegen derer die Band zwischenzeitlich nicht auftreten konnte.
2011 lösten sich die Psí vojáci auf, gründeten sich im Jahr darauf aber wieder neu. Am 25. Mai 2013 stand Filip Topol allerdings das letzte Mal mit seiner Band auf der Bühne. Denn wenige Wochen später, am 19. Juni 2013, starb er im Alter von nur 48 Jahren. Der Tod des Frontmannes bedeutete auch das Ende der Band.







