Folk-Star mit der Quetsche: die Liedermacherin Radůza

Radůza

Sie ist seit einigen Jahren der Stern am Himmel der tschechischen Singer- und Songwriter-Szene: Radůza, mit bürgerlichem Namen Radka Vranková. 2003 gewann sie sogar drei tschechische Grammys. Vor kurzem hat die 37-Jährige eine weitere CD herausgebracht - ein kleines musikalisches Porträt der Musikerin.

Radůza hat Komposition am Prager Konservatorium studiert. Doch geformt wurde ihre Stimme anderswo: Jahrelang schlug sie sich als Straßenmusikerin durch und fuhr dafür quer durch Europa.

Radůza (Foto: Anne-Claire Veluire)
Entdeckt wurde Radůza bereits 1993 von Zuzana Navarová, der Mutter des modernen tschechischen Folk. Kurz darauf spielte die Neuentdeckung mit der Ziehharmonika im Vorprogramm von Suzanne Vega. Der Durchbruch kam indes erst zehn Jahre später mit ihrem zweiten Album „…při mně stůj“. Auch ohne Werbung verkaufte es sich über 10.000 Mal und wurde daher vergoldet. Im selben Jahr räumte Radůza bei der tschechischen Grammy-Vergabe ab: Gleich drei der so genannten „Engel“ erhielt sie.

In ihrer Musik schöpft Radůza aus vielen Quellen: aus dem Chanson genauso wie aus tschechischen Volksliedern, die sie einst von ihrem Großvater gelernt hat. Aus dem Blues ebenso wie aus Moritaten. Ihr neues Album ist insgesamt das sechste. Es ist nicht mehr so minimalistisch instrumentiert wie ihr goldenes Album von 2003. Radůza hat mehrere hochrangige Musiker ins Boot geholt wie unter anderem den Schlagzeuger Miloš Dvořáček und den Gitarristen Peter Binder.

Autor: Till Janzer
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