Fünf Jahre Tunnel Blanka: Schon über 150 Millionen Autos passierten ihn

Tunnel Blanka (Foto: Kamila Schusterová, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Am Samstag sind es fünf Jahr her, dass der Prager Autotunnel Blanka für den Verkehr freigegeben wurde. Ursprünglich war zur Einweihung geplant, dass ihn als erstes Auto ein Formel-1-Bolide durchfahren wird. Davon wurde jedoch Abstand genommen, denn die Fertigstellung des Tunnels erfolgte erst mit vierjähriger Verspätung. Und auch die Kosten hatten sämtliche Planungen bereits überstiegen. Seitdem aber hat der Tunnel seinen Ruf verbessert und – so scheint es – bei vielen Menschen an Kredit gewonnen.

Tunnel Blanka (Foto: Petr Bušta, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Für die Errichtung des fast sechs Kilometer langen Tunnelkomplexes musste die Stadt letztlich über 43 Milliarden Kronen (1,62 Milliarden Euro) bezahlen. Das sind fast zehn Milliarden Kronen (360 Millionen Euro) mehr als geplant. Anstatt 2011 wurde der Tunnel erst 2015 fertig. Der Bau verzögerte sich aufgrund mehrerer Komplikationen: Das Erdreich über ihm sackte mehrmals ein, es gab technische Probleme mit den Kabeln, oder es gab Streitigkeiten zwischen der Stadt und Lieferanten vor Gericht.

Jetzt aber nutzen die Prager und ihre Gäste den längsten Stadttunnel Europas schon fünf Jahre lang. Jeden Tag wird mindestens eine seiner Röhren von durchschnittlich 100.000 Fahrzeugen durchfahren. Für dieses Jahr liegen noch keine genauen Zahlen vor, doch bis zum vierten Jahrestag seiner Inbetriebnahme am 19. September 2019 wurden insgesamt 135 Millionen Autos gezählt, die ihn bis dahin durchquert haben. Auch die größten Kritiker mussten nach und nach zugeben, dass dieser Bau dazu beigetragen hat, den Verkehr auf vielen Plätzen in Prag zu beruhigen.

Tunnel Blanka (Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Seit seiner Eröffnung fahren jedes Jahr immer mehr Autos durch den Tunnel Blanka. Eine Ausnahme aber macht dieses Jahr. Nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr hat sich die Zahl der Fahrer, die mit ihrem Gefährt den Tunnel passierten, im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Drittel reduziert. Dieser Rückgang hielt allerdings nicht sehr lange an.