Fußball: Tschechiens WM-Chancen nach Sieg in Armenien noch intakt

Matěj Vydra (Foto: ČTK)

Im kommenden Jahr findet die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien statt. Ein lohnendes Ziel für jeden Profifußballer, gelten doch die Brasilianer als die fußballverrückteste Nation der Welt überhaupt. Auch die tschechischen Kicker würden gern beim Endrundenturnier in Südamerika dabei sein, ihre Chancen sind allerdings nach der 0:3-Heimniederlage gegen Dänemark erheblich gesunken. Nationaltrainer Michal Bílek muss sogar befürchten, nicht einmal das Ende der WM-Qualifikation zu erleben.

Tomáš Rosický (Foto: ČTK)
In der europäischen Qualifikationsgruppe B ist Italien der große Favorit auf den Gruppensieg. Nach den „Azzurri“ aber gibt es gleich drei Bewerber auf den wichtigen zweiten Platz: Bulgarien, Dänemark und Tschechien. Deshalb kommt ihren Direktvergleichen immense Bedeutung zu. Am vergangenen Freitag verlor die tschechische Nationalmannschaft das Duell mit Dänemark im heimischen Olomouc / Olmütz deutlich mit 0:3. Ein Resultat, das die enttäuschten Fans wieder auf den Plan rief – mit Bílek-raus-Sprechchören forderten sie noch vor dem Abpfiff die Entlassung des Cheftrainers.

Der Chef des tschechischen Fußballverbandes, Miroslav Pelta, zeigte sich nicht weniger bestürzt:

„Für uns ist das ein Schock, denn ein 0:3 in einem solch wichtigen Spiel ist ein Ergebnis, das wir nicht akzeptieren können.“

Und Pelta kündigte an, nun ernsthaft über den Trainer nachzudenken. Allerdings erst nach dem Qualifikationsspiel gegen Armenien, das am Dienstag folgte. Kapitän Tomáš Rosický, der wegen einer leichten Verletzung zunächst nur auf der Bank saß, benannte indes die Gründe für die klare Niederlage:

Matěj Vydra (Foto: ČTK)
„Zunächst spielten beide Teams sehr zögerlich und abwartend, nach der Pause aber gingen die Dänen ganz anders zur Sache als wir. Sie waren beweglicher und aggressiver, das hat das Spiel entschieden.“

In Armenien aber zeigte sich die tschechische Mannschaft wieder von ihrer besseren Seite. Sie gewann 3:0 und wahrte damit ihre Minichance. Diesmal strich Kapitän Rosický die Arbeit des Trainers besonders heraus:

„Der Trainer hat eine sehr gute Taktik gewählt und die Mannschaft ein wenig umgekrempelt. Ich denke, dass wir letztlich verdient gewonnen haben.“

In Armenien ließ Trainer Bílek seit langem erstmals wieder mit zwei Stürmern spielen. Einer davon war Matěj Vydra, der Torjäger des englischen Zweitligisten FC Watford. Vydra dankte das in ihn gesetzte Vertrauen mit zwei Toren. Auch Trainer Bílek wusste nur zu gut, bei wem er sich zu bedanken hatte:

„Die gute Leistung von Matěj hat mich nicht überrascht. Für sein Alter zeigt er schon viel Cleverness im Abschluss und versteht es, Tore zu schießen. Ich bin froh, dass er auch diesmal getroffen hat.“

Michal Bílek (Foto: ČTK)
Dank dieses Sieges ist die tschechische Mannschaft noch im Rennen um das WM-Ticket. Und die anhaltende Trainerdiskussion wurde erst einmal verschoben – auf Mitte April, wenn das Gremium des Verbandes auch zur Personalie Bílek tagt. Der Doppeltorschütze von Jerewan, Matěj Vydra, befasst sich indes schon mit dem nächsten Gegner Italien:

„Es wird sicher ein schweres Spiel gegen die Italiener, aber auch gegen sie kann man bestehen. Das was die Dänen bei uns geboten haben, können auch wir in Italien zeigen und natürlich bei uns zu Hause. Wir können auf Konter spielen und man wird sehen, ob wir damit Erfolg haben.“

Das Heimspiel gegen Italien bestreitet Tschechien am 7. Juni in Prag.

Autor: Lothar Martin
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