Generationen, Nationen und Künste

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"Bei Leuten, die etwas von der Kunst verstehen, bedarf es keiner Worte. Man sagt "Hm! Ha!" oder "Ho!", und damit ist alles ausgedrückt", erklärte der französische Maler und Bildhauer Edgar Degas lapidar. Doch nur "Ah" und "Oh" reichte den ingesamt sechs deutschen und tschechischen Künstlern des Projekts "Dialog Generaci Berlin - Praha", nicht. Sie suchten gemeinsam nach einem neuen, künstlerischen Gewand des Dialogs. Svenja Mettlach und Miriam Goetz mischten sich unter die Kunstinteressierten auf der Vernissage in Prag.

Ludmila Seefried-Matejkova (Foto: Martina Schneibergova)
Auch an diesem Abend hörte man vielerorts das "Ah" und "Oh" aus den Mündern der Neugierigen und Kunstinteressierten bei der Ausstellungseröffnung von "Dialog Generaci Berlin - Praha". Ob am Buffet oder vor den Kunstwerken, an Dialogen mangelte es wahrlich nicht. Dann folgte die Eröffnungsansprache von Vladimir Suchanek. Er und Ludmila Seefried-Matejkova betreuten jeweils zwei junge tschechische bzw. deutsche Kunststudenten. Diese präsentieren nun gemeinsam mit ihren Mentoren ihre neu erlernten Techniken als Resultat ihres generations- und nationenübergreifenden Dialogs. Graphiker Suchanek dazu:

"Die Ausstellung ist sowohl eine Konfrontation von zwei jungen deutschen und zwei jungen tschechischen Studenten, als auch eine Konfrontation der Generationen. Ludmila und ich, wir sind zwei ältere Menschen. Wir haben einen anderen Zugang zur Kunst als die jungen Künstler."

Der Dialog der Generationen fand an unterschiedlichen Orten statt. Zwei Prager Studenten besuchten im Rahmen eines Workshops Ludmila Seefried-Matejkova in Berlin, während zwei Berliner Studenten mit Vladimir Suchanek die Prager Kunstszene erlebten. Dabei konnten die angehenden Künstler von den "alten Hasen" noch einiges an Fertigkeiten in Sachen Druck- und Brenntechnik lernen. Die nun ausgestellten Ergebnisse sprechen für sich. Das Ziel dieser Ausstellung soll es sein, die interkulturellen deutsch-tschechischen Beziehungen zu fördern und die Kraft der Kunst als Verständigungsmittel beim Zusammenwachsen der Nationen im vereinigten Europa zu demonstrieren. Fragen wir also einen Vertreter der jungen Generation zu den gemachten Erfahrungen im deutsch-tschechischen Dialog:

"Nennen wir ihn vielleicht besser internationalen Dialog. Wir leben in einem kleinen Dorf. Die Welt wird kleiner und eigentlich müssten darin alle Künstler Kontakte zueinander knüpfen und sich austauschen. Vielleicht kann das dieser Welt ein bisschen helfen."

Sagt der Berliner Kunststudent Mohamad-Said Baalbaki. Die mehrtägigen Begegnungen der Künstler beider Länder unterstützen auf künstlerischer Ebene die Bemühungen beim Abbau politischer Barrieren. Sowohl für die Studenten als auch für die Betreuer ein viel versprechendes Projekt, findet auch Suchanek.

"Für sie ein kulturelles Erlebnis, weil sie mit Menschen, Künstlern oder mit Drucktechniken in Kontakt kommen. Von meiner Seite war die Begegnung mit diesen zwei Studenten auf jeden Fall eine sehr angenehme Zeit."

Die in beiden Ländern gezeigten Ausstellungen sollen vor allem ein Bild der deutschen und tschechischen Kunst der Gegenwart vermitteln und laden Kunstinteressierte zur Besichtigung ein. Wer neugierig geworden ist, den heißt die Gallerie Diamant, in der Spalena 4 in Prag 1 herzlich willkommen. Die Ausstellung kann noch bis zum 12. März in Prag besichtigt werden.