Glas, klassische Musik und Overalls – Tschechischer Pavillon bei Expo in Osaka eröffnet
Im japanischen Osaka ist am Wochenende die Weltausstellung Expo 2025 eröffnet worden. Auch im tschechischen Pavillon wurde der erste Gästeandrang bewältigt. Die Besucher erleben dort unter anderem Glaskunst und tschechische Musik. Aber auch die speziell designte Kleidung des Personals ist eine Besonderheit.
Als am Sonntag hier in Mitteleuropa noch der Morgen war, strömten die Besucher bereits auf das Expo-Gelände im japanischen Osaka. Um 14.30 Uhr öffnete dort auch der tschechische Pavillon. Der auffällige Bau aus Holz und Glas mit seinem spiralförmigen Wandelgang ums Herz des Gebäudes liegt an der Uferpromenade auf einer künstlichen Insel. Und die Japaner waren trotz regnerischen Wetters wohl sehr gespannt darauf, was das kleine Land aus der Mitte Europas ihnen bietet. Der tschechische Generalkommissar für die Expo, Ondřej Soška, bilanzierte am Abend in den Inlandssendungen des Tschechische Rundfunks:
„Der tschechische Pavillon hat einen riesigen Erfolg verzeichnet. Während des ersten Tags wurden rund Zehntausend Besucher gezählt. Gerade sitze ich im Restaurant im Parterre des Pavillons, und es ist bis auf den letzten Platz gefüllt, während draußen die Menschen in der Schlange warten. Heute haben wir schon über eintausend Biere verkauft. Ich denke, die Eröffnung hätte nicht besser laufen können.“
Außenminister Jan Lipavský (parteilos) schnitt zusammen mit Soška und weiteren Offiziellen am Sonntag das Eröffnungsband durch. Der Diplomatie-Chef verwies anschließend darauf, welche Bedeutung die Teilnahme an der Weltausstellung in Fernost hat.
„Japan ist der zweitgrößte Investor in Tschechien. Japanische Firmen tragen zu fünf Prozent unseres Bruttoinlandsproduktes bei. Das heißt, die Teilnahme ist eine gewisse Investition in unsere Beziehungen zu den Gastgebern. Und wir werden hier als Land gut wahrgenommen“, so Lipavský gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen (ČT).
Bereits am Eingang werden die Besucher von einem wichtigen Element des tschechischen Expo-Auftritts empfangen: der Glaskunst, die auch im Wandelgang ihre Fortsetzung findet. Denn das erste Kunstwerk ist die monumentale Installation „Stromy rostou do nebe“ (Bäume wachsen in den Himmel) von Rony Plesl.
Aber nicht nur böhmisches Kristall ist den Japanern ein Begriff, sondern auch die klassische Musik aus Tschechien. Přemysl Pela verantwortet den kulturellen Teil im Pavillon:
„Die Komponisten Smetana, Dvořák und Janáček sind allgemein hier bekannt und anerkannt. Deswegen haben wir uns entschieden, dass wir den Eröffnungstag mit ihrer Musik begleiten, dargeboten vom Klaviervirtuosen Ivo Kahánek.“
Auch in einem weiteren Bereich hat sich der tschechische Expo-Auftritt an den japanischen Geschmack angelehnt – nämlich in der Kleidung der Beschäftigten im Pavillon. Geschaffen wurde die Mode vom Designer Jan Černý, der bereits das Outfit der tschechischen Sportler für die Olympischen Spielen in Paris im vergangen Jahr entworfen hatte.
Für die Weltausstellung hat Černý eine Kollektion geschaffen, die an Arbeiteroveralls erinnert, wie sie in Tschechien üblich sind, und zugleich von der japanischen Arbeitskleidung inspiriert ist. Im Interview für die Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks erläuterte der Modemacher:
„Die Arbeitskleidung, auf Englisch Workwear, ist in Japan ein großes Thema – wie bei uns etwa Jeanshosen und Jeansjacken. Die große Mehrheit der Besucher bei der Expo werden Japaner sein – es sind immer die Menschen, die im Veranstalterland leben. Und sie werden meine Entwürfe nicht als Arbeiteroveralls wahrnehmen, sondern die Verbindung mit ihrer eigenen Kultur erkennen. Zugleich sehen sie Details, die sich von ihr unterscheiden und auf die tschechische Kultur verweisen.“
Die Kleidung der Beschäftigten ist aus jeansartiger Baumwolle und besteht aus T-Shirt, Hemd, Cargo-Hose, Schürze und Jacke sowie Schuhen mit Metallspitze. Und sie ist unisex, zudem eher weit geschnitten. Dies entspreche auch der Freizeitbekleidung der Japaner, so Jan Černý. Enge Hosen und T-Shirts suche man da vergeblich…
„Mir gefiel der Gedanke, dass wir dort alle dasselbe Outfit tragen. Zugleich denke ich, dass die Zeit der sexy Hostessen, die als Opfer von Geschäftsmännern gelten, vorbei ist. Ich selbst kann das nicht ausstehen und bin froh, wenn wir alle auf der gleichen Welle sind. Und die Kleidung spiegelt das vielleicht wider“, so Černý.
Nur farblich wird unterschieden: Im Gastrobereich wird blau getragen, anderswo ist die Kollektion sandfarben, und die Putzkolonne trägt dunklen Look. Für die nächsten 180 Tage ist der Stil also schon vorgegeben.
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