Halík: Interreligiöser Dialog ist wichtig/"Eine stille Stimme für das Heilige Land" erklang in Libcice nad Vltavou

r_2100x1400_radio_praha.png

Das hebräische Gebet erklang am Sonntagnachmittag während des Gottesdienstes in der katholischen Kirche in der Stadt Libcice nad Vltavou (nördlich von Prag). Unter dem Motto "Eine stille Stimme für das heilige Land" fand dort auf Initiative des katholischen Pfarrers Petr Bubenícek in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Christen und Juden zuerst ein ökumenischer Gottesdienst statt. Im Anschluss daran wurde in dem Garten neben der Kirche ein Konzert veranstaltet, in dem sich u. a. so bekannte tschechische Liedermacher wie Vladimír Merta oder Petr Lutka vorstellten. Professor Tomas Halík, Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie, würdigte dieses Treffen mit den folgenden Worten:

"Das ist eine kostbare Gelegenheit, öffentlich zu sagen, dass das Heilige Land die Heimat von drei Abrahamschen Religionen ist. Ich bin der Meinung, dass der interreligiöse Dialog für die heutige Welt ganz wichtig ist und insbesondere wir - Chrisen und Juden haben gemeinsame Wurzel u8nd wir können die Persönlichkeit von Jesus und seine Botschaft und sein Schicksal nur im Kontext mit der jüdischen Religion besser verstehen und auch für die Juden ist es inspirativ - christliche Gedanken, christliche Mystik und christliche Theologie. Das war wirklich eine sehr wertvolle Gelegenheit für diese freundliche Begegnung und es war für alle ein großes Erlebnis, den jüdischen Rabbiner hebräisch - in der Sprache Jesu - während der katholischen Messe beten zu hören. Viele Christen waren wirklich sehr bewegt, und ich meine, dass war ein Signal der Hoffnung, dass wir - Menschen verschiedener Religionen zusammen beten, sprechen, arbeiten können. Das war ein Zeichen unserer Solidarität mit allen Leidenden in Israel. In unserer Studentenkirche in Prag gab es mehrmals schon eine Begegnung mit den Vertretern der jüdischen Gemeinde in Prag, aber auch mit den palästinensischen Studenten. Wir sind nicht einseitig, wir können die Solidarität wirklich mit allen fühlen."

Der israelische Rabbiner Michael Dushinsky, der zur Zeit an einigen Universitäten in Tschechien Vorträge hält, betonte während des Gottesdienstes:

"Kommen wir und beten wir gemeinsam, damit der alte Hass, der von der Eifersucht ausging, von der Welt verschwindet, und dass anstelle dessen die Liebe und der Frieden kommen."