Hochwertige Produkte und niedrige Preise: Aufgabe für Lebensmittel-Ombudsmann in Tschechien

Jindřich Fialka wird Lebensmittel-Ombudsmann

Tschechien hat jetzt einen Lebensmittel-Ombudsmann. Was sind die Ziele und Aufgaben des zuständigen Beamten?

Der tschechische Landwirtschaftsminister Martin Šebestyán (parteilos) hat in seinem Ressort das Amt eines Lebensmittel-Ombudsmannes eingerichtet. Dies sei wichtig, um gute und erschwingliche Lebensmittel zu gewährleisten, so der Minister:

Landwirtschaftsminister Martin Šebestyán | Foto: Zuzana Jarolímková,  iROZHLAS.cz

„Seine Aufgabe wird es sein, die Rechte der Verbraucher zu schützen sowie die einheimischen Landwirte und Lebensmittelproduzenten zu unterstützen. Und zwar mit dem Ziel, qualitativ hochwertige, sichere und günstige Lebensmittel anzubieten, die einheimische Produktion zu fördern und die Informiertheit der Verbraucher zu erhöhen.“

Die Funktion wurde am Donnerstag vom bisherigen Sektionsleiter für Lebensmittel, Jindřich Fialka, übernommen. Er wolle die Bürger über die Entwicklung der Lebensmittelpreise informieren, so der neue Ombudsmann, sowie über die Faktoren, die diese beeinflussen. Die Daten werden auf einer neuen Website veröffentlicht. Fialka:

„Wenn man die Seite anklickt, kommt man auf die ausführlichen Daten. Dort stehen auch Angaben im Zusammenhang mit der Lebensmittelqualität und -sicherheit sowie aktuelle Zahlen, mit denen wir arbeiten.“

Auf der Website https://bezpecnostpotravin.cz/ finden sich Informationen zu Preisentwicklungen, Handelsspannen und der Herkunft von Lebensmitteln. Fialka ist überzeugt, dass die Preise gesenkt werden könnten, wenn die Verbraucher besser informiert sind. Er betonte jedoch auf der Pressekonferenz am Donnerstag, dass das Ministerium keinen direkten Einfluss auf die Preisgestaltung haben werde.

Die tschechische Agrarkammer begrüßte die Einrichtung der neuen Position. Laut ihrer Sprecherin, Barbora Pánková, kann der Ombudsmann beispielsweise dafür sorgen, dass Händler die Preise nicht künstlich erhöhen:

„Wir halten es für wichtig, dass sich der Staat konsequent auf das Monitoring der Handelsspannen und des Marktes konzentrieren will. Sollte es gelingen zu zeigen, wer in der Marktkette wieviel zum Preis zuschlägt, kann dies zu faireren Bedingungen beitragen.“

Marek Zemánek | Foto: Lebensmittelkammer

Die hiesige Lebensmittelkammer vertritt eine ähnliche Position. Ihr Sprecher Marek Zemánek betont jedoch, das Ziel sollte keine Preisregulierung sein, so wie es beispielsweise in Ungarn der Fall sei:

„Dennoch ist erforderlich, Rabattaktionen zu ordnen. Denn derzeit werden 60 Prozent der Waren mit Preisnachlässen verkauft, und einige Artikel sind außerhalb dieser Aktionen praktisch unverkäuflich. Man muss offen zugeben, dass der Aktionspreis in Tschechien oft dem regulären Preis entspricht, während die Ladenpreise künstlich überhöht sind.“

Jaroslav Šebek | Foto: Kateřina Cibulka,  Tschechischer Rundfunk

Im Gegensatz dazu bezweifelt Jaroslav Šebek, der Vorsitzende des Verbandes der privaten Landwirtschaft, dass die Position eines Ombudsmanns irgendetwas auf dem Lebensmittelmarkt in Tschechien ändern werde. Seiner Ansicht nach ist es wichtiger, lokale Produzenten zu unterstützen und einen stärkeren Wettbewerb zu schaffen, was die Preise senken würde, so Šebek.

Autoren: Markéta Kachlíková , Vít Andrle
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