Hörerforum

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Ahoi und herzlich willkommen zum Hörerforum von Radio Prag. Auch heute wollen wir wieder ein wenig in der Postmappe blättern und uns mit Ihren Zuschriften befassen. Am Mikrofon begrüßen Sie dazu Katrin Bock und Lothar Martin.

"Inzwischen ist der große NATO-Gipfel vorbei und es wird in Prag alles wieder seinen normalen Verlauf nehmen. Der Aufwand für wenige Tage ist bei solchen Veranstaltungen immer riesig. Manchmal steht er dann in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen. Doch nun stand Prag mal im Mittelpunkt des Geschehens. Vielleicht tat es der Stadt nach dem schlimmen Hochwasser mal gut, durch die jetzige Konferenz etwas Ablenkung von dem bösen Naturereignis zu erfahren."

Mit diesen Zeilen von Herrn Ulrich Stühmke aus Essen sind wir auch schon mittendrin in unserer heutigen Sendung, in der zunächst das jüngst in Prag stattgefundene Gipfeltreffen der Nordatlantischen Allianz eine Rolle spielen wird. Denn zu diesem Großereignis, zweifellos eines der bedeutendsten, die sich in diesem Jahr in der Tschechischen Republik abgespielt haben, erreichten uns auch Ihre Zuschriften und Meinungen. Herr Stühmke ergänzte die seinige mit diesen Worten: "Ihre Berichte um und über das Ereignis enthielten eine Reihe guter Informationen. Diese konnten dann durch Verfolgung der hiesigen Berichterstattung ergänzt werden."

Wie zum Beispiel die Nachricht über die Nichterteilung eines tschechischen Einreisevisums an den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Unser Stammhörer Engelbert Borkner aus Hildesheim übermittelte uns zu diesem Thema neben einem deutschen Pressebericht auch seine eigenen Gedanken: "Die Visaverweigerung für den weißrussischen Präsidenten Lukaschenko ist doch eine logische Folgerung aus den zahlreichen Berichten über die Verletzung der Menschenrechte in Weißrussland. Natürlich musste man in Prag das Für und Wider abwägen. Ob die Entscheidung nun letztendlich ganz allein in Prag gefallen ist oder ob man sich noch mit den Partnerländern, in erster Linie der USA, abgesprochen hat, vermag ich von hier aus nicht zu beurteilen. Aber die Entscheidung ist schon gut so."

Noch deutlicher teilte uns Horst Krüger aus Hannover seine Meinung zu diesem Thema mit: "Ich hoffe, Ihre Regierung lässt sich von diesem Herrn Lukaschenko nicht erpressen! Mit seinen unglaublichen Drohungen offenbart er nur das, was er in Wirklichkeit ist: Ein skrupelloser Machtmensch von kriminellem Charakter. Und so sollte man ihn auch behandeln."

Dass die hohe Politik von Staatsmännern und Militärs aber nicht unbedingt Jedermanns Sache ist, belegt die Zuschrift von Peter Vaegler aus Altenpleen: "Die Problematik des NATO-Gipfels hat mich eigentlich nicht so interessiert. Auch stehe ich der Erweiterung eher skeptisch gegenüber."

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt Achim Kissel aus Duisburg, der uns u.a. folgendes schrieb: "Ich selbst glaube nicht, dass durch die jetzt beschlossene Erweiterung der NATO die Welt friedlicher wird. Angesichts der Drohung von Terrorismus und Verbrechen glaube ich fast, dass das Treffen des Bundes der Kriminalbeamten, von dem Sie auch in Ihrer Sendung sprachen, mehr Bedeutung für unsere alltäglichen Sorgen hat."

Soweit die Auffassung von Herrn Kissel. Welche anderen Themen ihn und weitere Hörer in den zurückliegenden Tagen und Wochen noch so bewegt haben, das erfahren Sie gleich.


"Sehr nachdenklich bin ich geworden, als ich in ´Kapitel aus der tschechischen Geschichte´ den Beitrag über Alexander Dubcek und den Prager Frühling hörte. Damals hatte der Versuch, die Gräben des ´kalten Krieges´ zu verlassen, keine Chance. Trotzdem blieben diese Ereignisse in den Köpfen und Herzen der Menschen lebendig und führten mit zum November 1989."

Dies war ein weiterer Auszug aus dem jüngsten Schreiben von Herrn Kissel aus Duisburg, womit er ein weiteres großes Thema unserer zuletzt ausgestrahlten Sendungen in Augenschein nahm. Herr Peter Erich Boeck aus Offenbach schrieb uns dazu folgendes: "Ich habe mich sehr über Ihren Beitrag über Alexander Dubcek gefreut. Über ihn wird kaum einmal gesprochen, obwohl seine Bedeutung für die demokratische Entwicklung der CSSR und später Tschechiens und der Slowakei nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Sein Beispiel hat den Völkern gezeigt, dass mit Mut und Ideenreichtum viel bewegt werden kann."

Zu einem anderen geschichtlichen Thema, einem sportlichen, meldete sich Herr Axel Obdenbusch aus Marl zu Wort: "Gestern Abend habe ich in Ihrer Sendung den Beitrag über die Eishockey-Mannschaft aus den 60er und 70er Jahren gehört. Viele Namen wie Dzurilla, Nedomanský, die Holík-Brüder, Hlinka und Cerný sind mir noch sehr vertraut. Auch kann ich mich noch sehr gut an einige Spiele der WM in Schweden erinnern: An das 2:0 der Tschechoslowakei gegen die UdSSR und die Trauben der jubelnden Spieler nach den beiden Toren. Ich glaube eins davon fiel ziemlich früh und eins gegen Ende des Spiels. Es war ungeheuer spannend. Noch spannender fand ich das Spiel gegen Schweden, das die tschechoslowakische Mannschaft - wenn ich mich recht erinnere - mit 0:1 verlor; trotz vieler Chancen wollte der Puck einfach nicht ins Netz."

Zum Bereich Sport erhielten wir zudem eine Anfrage von Andrea L. aus Fürth in Bayern. Sie wollte von uns Näheres zum tschechischen Fußball-Nationalspieler Vratislav Lokvenc erfahren. Da muss ich Sie, liebe Andrea, jedoch an den 1. FC Kaiserslautern verweisen, bei dem der lange Tscheche derzeit unter Vertrag steht. Auf der Internetseite des Vereins bzw. der eventuellen Homepage des Spielers werden Sie sicher fündig werden. Wir können uns schon aus Zeitgründen mit solchen Details leider nicht auseinander setzen.

Gleiches gilt für ein weiteres Feld, das einige unserer Hörer gern bestellt haben würden. Die Rede ist von Kontaktanzeigen zur Vermittlung von tschechischen Partnerinnen, wie sie sich zum Beispiel per E-Mail ein Herr Meyer von uns gewünscht hat. In solchen Angelegenheiten helfen heutzutage Partnerschaftsagenturen oder aber die Aufgabe einer diskreten Anzeige in einer tschechischen Tages- oder Wochenzeitung. Deshalb hier nur der Tipp: Die Anzeigen werden auch in deutscher Sprache geschaltet, oder aber Sie können sie in der deutschsprachigen "Prager Zeitung" veröffentlichen lassen.

Abschlägig muss an dieser Stelle auch der häufige Wunsch nach Pins, Wimpeln und Kugelschreibern beantwortet werden, den einige Zeitgenossen immer wieder schriftlich an uns äußern. Im Ausnahmefall ist das bei der begrenzten Anzahl von Souveniren, über die wir verfügen, durchaus möglich, doch in der Regel senden wir derartige kleine Geschenke viel eher an unsere treuen Hörer, die uns zudem immer wieder fleißig Empfangsberichte schreiben. Und gerade für diese Hörer haben wir zum Abschluss unserer heutigen Sendung noch eine schöne Nachricht parat: die neue QSL-Serie für das Jahr 2003 ist bereits gedruckt und damit vorrätig. Gegenstand der Serie sind diesmal acht Motive von einst in Tschechien produzierten historischen Motorrädern, angefangen von Slavia type CCR der Firma Laurin & Klement aus dem Jahr 1905 bis hin zur 250-ccm-Motorcross-Maschine der Firma CZ aus dem Jahr 1972. Doch diese Motorräder und damit die Motive der neuen QSL-Serie werden wir Ihnen in unserer nächsten Ausgabe noch etwas ausführlicher vorstellen.

Für heute sind wir am Ende der Sendung angelangt. Vom Mikrofon verabschieden sich Katrin Bock und Lothar Martin.