Hoffen auf eine halbwegs gute Saison: Für tschechische Wintersportorte beginnt wichtigste Phase

Mittlerweile liegt in Tschechien Schnee. Dennoch müssen die Wintersportorte hierzulande darum bangen, dass die Saison zumindest durchschnittlich wird.

Auch in České Petrovice / Böhmisch Petersdorf im Adlergebirge laufen wieder die Lifte. Hier befindet sich eines jener kleinen tschechischen Skigebiete, die in diesem Januar sogar schließen mussten.

„Wir mussten recht lange darauf warten, dass der Winter zurückkehrt. Jetzt aber zeigt sich, dass es sich gelohnt hat. Wir haben viel Schnee hier und damit jede Menge Arbeit, sind aber froh darüber. In den vergangenen drei Tagen sind etwa 40 Zentimeter Schnee gefallen. Auf allen Pisten liegt also genug davon“, sagt Miroslav Baier.

Er betreibt das Areal, das auf einer Höhe von 650 bis 750 Metern liegt und vier Pisten mit einer Gesamtlänge von zwei Kilometern bietet.

Dass sich die tschechischen Mittelgebirge wieder in Weiß gehüllt haben, geschah gerade noch rechtzeitig. Denn am jetzigen Wochenende beginnen die einwöchigen Skiferien in Tschechien. Die Termine liegen je nach Bezirk verteilt bis Mitte März. Libor Knot ist Leiter des Verbandes der tschechischen Erholungszentren in den Bergen (Asociace horských středisek):

„Wir sind leicht optimistisch, was die Saison in den Wintersportzentren anbetrifft. Denn die Zahl der Buchungen in Hotels und Pensionen hat sich zuletzt erhöht, und auch die Besucherzahlen sind in den vergangenen Tagen nach oben gegangen. Es scheint sich die normale, also relativ hohe Belegung für den Februar einzustellen. Das bedeutet nicht, dass sich nicht noch Übernachtungsmöglichkeiten in allen Kategorien finden ließen, aber die Auswahl ist schon etwas eingeschränkter.“

Illustrationsfoto: Michaela Danelová,  Tschechischer Rundfunk

Zudem laufen auch die Ferienzeiten in den Nachbarländern Polen, Deutschland und Slowakei an. Die Urlauber von dort sind jedoch für die tschechischen Skigebiete nicht so essentiell.

„In den anstehenden Wochen werden sich zwar auch die Besucherzahlen aus dem einen oder anderen Nachbarland etwas erhöhen. Die Statistiken zeigen aber, dass je nach Ort die tschechischen Besucher zwischen 60 und 80 Prozent der Kunden ausmachen. Und die Zahlen steigen deswegen mit der hiesigen Ferienzeit an“, sagt Knot.

Die meisten tschechischen Skigebiete liegen unterhalb von 1000 Metern Höhe, oder zumindest reichen ihre Pisten deutlich darunter. Viele Areale befinden sich sogar tiefer als 800 Meter über dem Meeresspiegel. Deswegen ist der Klimawandel für ihren Betrieb bedrohlich. Die Besitzer versuchen dies vor allem durch künstliches Beschneien zu kompensieren, was nicht gerade ökologisch ist.

Foto: JerzyGorecki,  Pixabay,  Pixabay License

Aber auch Schneekanonen funktionieren nur, wenn es wenigstens in der Nacht ausreichend kalt ist. Deswegen blieben einige Skigebiete fast den ganzen Januar geschlossen. Und so bleibt die Frage, ob die Saison noch gerettet werden kann? Dazu der Verbandschef Knot:

„Mit Sicherheit lässt sich der Ausfall nicht überall kompensieren. Wir hoffen erst einmal auf einen guten Februar. Aber auch dadurch lassen sich die Verluste nicht so sehr wettmachen, weil ja schon die normale Belegung bei 80 bis 100 Prozent liegt. Deswegen wird der März entscheiden. Sollte das Wetter schön sein, der Schnee ausreichen und weiter die Lust auf die Fahrt in die Berge bestehen, könnte der Monat die Bruchstelle sein für mehr Optimismus in wirtschaftlicher Hinsicht. Für die nächsten Tage ist die Wettervorhersage jedenfalls hervorragend. Nach dem Schneefall sollen demnach Sonne und Frost kommen. Daher denke ich, dass wir auf dem Weg in eine normale Saison sind.“

Und wenn am Ende der Winter zumindest durchschnittlich werde, müsse man dies als gut bewerten, schließt Libor Knot seine Erwägungen ab.

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Autor: Till Janzer
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