Wintersportzentren warten auf Schnee und Corona-Lockerungen

Foto: ČTK / Slavomír Kubeš

In den vergangenen Tagen ist in den tschechischen Mittelgebirgen der erste Schnee gefallen. Für das Skifahren reicht der aber noch nicht aus. Dennoch sitzen die Betreiber der meisten Wintersportzentren schon in den Startlöchern und warten – auf mehr weißen Niederschlag und eine Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen.

Skiareal in Deštné v Orlických horách  (Foto: Václav Vojtěch,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Die Schneekanonen sind mancherorts in den Gebirgen schon im Einsatz. Sie können nur betrieben werden, wenn Minusgrade herrschen, und gegenwärtig wird dazu bereits jede frostige Stunde genutzt. Weshalb die Betreiber der Skipisten den unerlässlichen Kunstschnee auf Vorrat anlegen, erklärt der Direktor des Skiareals in Deštné v Orlických horách / Deschnei im Adlergebirge, Petr Prouza:

„Wir müssen jetzt damit anfangen, Kunstschnee zu produzieren. Wenn wir das nicht tun und die Maßnahmen der Regierung es wieder erlauben sollten, Ski zu laufen, dann werden wir vor grünen Hängen sitzen und weinen. Es ist nämlich unmöglich, Schnee von einem Tag auf den anderen zu erzeugen.“

Skisportzentrum in Horní Malá Úpa  (Foto: Jiřina Šmídová,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Etwas günstigere Schneeverhältnisse herrschen bereits im Riesengebirge. Martin Buček ist der Direktor des Skisportzentrums in Horní Malá Úpa / Kleinaupa:

„Der halbe Hang ist leicht eingeschneit. Es ist zwar noch keine feste Schneedecke, doch er ist schon weiß. Ich denke, wenn das Wetter uns gewogen ist, dann könnten wir gewiss in 14 Tagen mit dem Betrieb der Skianlage beginnen. Aber selbstverständlich ist das nicht nur abhängig vom Wetter, sondern auch von der epidemiologischen Lage.“

Wegen der zweiten Voraussetzung lesen die Betreiber der Wintersportzentren, die Bergwacht und alle anderen Unternehmer in den Gebirgsregionen jeden Tag gebannt die neuesten Meldungen aus Prag, bestätigt Buček:

Foto: Jiřina Šmídová,  Archiv des Tschechischen Rundfunks

„Tag für Tag verfolgen wir die Verhandlungen, die von allen Seiten mit der Regierung geführt werden. Wir sind dabei durch unseren Verband, die Assoziation der Bergzentren (AHS), vertreten. Er handelt zum Beispiel die detaillierten Bedingungen dafür aus, damit auch wir im PES-Risikoindex berücksichtigt werden. Von daher warten wir derzeit ab, was passiert. Denn noch ist nicht klar, welche Auflagen wir zu erfüllen haben.“

Der Verband ist auch nicht untätig gewesen, sondern hat schon im September Vorschläge für ein Hygienekonzept zum Wintersport in den Bergen vorgelegt. Dabei hat man sich von den Kollegen in Österreich und Italien inspirieren lassen. Zum Beispiel, was den Betrieb der Seilbahnen anbelangt. Bei der Benutzung der Bahn sollten alle Skiläufer einen Mund- und Nasenschutz tragen, denn es handelt sich schließlich um ein Verkehrsmittel. Die Auslastung der Seilbahnen aber will Verbandschef Libor Knot nach Möglichkeit nicht begrenzen lassen:

Libor Knot  (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks)

„Die Seilbahnen und Skilifte fahren fünf bis sieben Minuten, alle tragen eine Maske. Viel wichtiger sind die Warteschlangen. Hier muss zuerst Abstand gehalten werden, um in jedem Fall sicher zu gehen, und zum Zweiten trägt man Maske.“

Neben den Skiläufern sollten aller Voraussicht nach auch die Skilehrer bei ihren Kursen die Regeln soweit es geht respektieren. Dazu sagt Knot:

„Ein Skilehrer könnte bestimmt ohne Maske auskommen. Doch in dem Moment, in dem er die Entfernung zu seinen Schülern auf bis zu anderthalb Meter verkürzt, muss er halt den Mundschutz aufsetzen.“

Zudem sollten die Gruppen der Skikurs-Teilnehmer sehr klein gehalten werden und höchstens aus zehn Personen bestehen, ergänzt Knot. Ihm zufolge seien die Betreiber der größeren und mittleren Wintersportzentren darauf vorbereitet, mit dem Betrieb ihrer Anlagen ab Mitte Dezember zu beginnen.

Autoren: Lothar Martin , Ondřej Vaňura , Tereza Beránková
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