Hohe Verluste durch Markenfälschungen in Tschechien

Foto: Kristýna Maková, Archiv des Tschechischen Rundufunks - Radio Prag

Der Staat und die Wirtschaft Tschechiens büßen jedes Jahr wegen Markenfälschungen über 18,5 Milliarden (685 Millionen Euro) Kronen und 13.800 Arbeitsplätze ein. Dies geht aus einer Serie von Studien des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hervor.

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Die EUIPO-Studien haben sich jeweils mit einem von neun besonders betroffenen Bereichen beschäftigt: Kosmetik, Bekleidung, Schuhe und Accessoires, Sportartikel, Spielzeug, Schmuck und Uhren, Musikaufnahmen, Schnaps und Wein sowie Heilmittel.

Allein in diesen Branchen liegen die Verkaufseinbußen hierzulande bei 14,2 Milliarden Kronen (526 Millionen Euro). Das sind 8,3 Prozent des Gesamtumsatzes. Insgesamt 8400 Arbeitsplätze gingen unmittelbar verloren, da legal tätige Hersteller und Händler weniger Menschen beschäftigt haben, als dies ohne die Konkurrenz durch Markenfälschungen der Fall gewesen wäre. Außerdem bestehen negative Folgewirkungen für weitere Branchen.

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Die entgangenen Umsätze und zerstörten Arbeitsplätze lägen in der Tschechischen Republik über dem EU-Durchschnitt, führte das Amt in seinem Bericht an. Bei den Sportwaren belegt Tschechien zum Beispiel Platz vier unter den EU-Staaten. Der Europäischen Union ging in diesem Bereich mehr als ein Zehntel der Arbeitsstellen verloren.

An den Studien wurde von März 2015 bis September 2016 gearbeitet. Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) mit Sitz im spanischen Alicante verwaltet die sogenannte „Unionsmarke“. Laut den Schätzungen belaufen sich EU-weit die Umsatzverluste aufgrund von Fälschungen jährlich auf 80 Milliarden Euro. Außerdem gehen 790.000 Arbeitsstellen verloren.