Hybášková: Irak könnte am Nabucco-Projekt teilnehmen

Die Suche nach neuen Erdgaslieferanten ist im Zusammenhang mit Gaskrise in Europa vor kurzem wieder aktuell geworden. Zu den Ländern, mit denen die EU im Bereich Energieversorgung künftig zusammenarbeiten könnte, gehört auch der Irak. Das meint jedenfalls die tschechische Europaabgeordnete Jana Hybášková. Martina Schneibergová hat mit der Europaabgeordneten gesprochen und den folgenden Bericht vorbereitet.

Jana Hybášková (Foto: Autorin)
Es sei an der Zeit, zu überlegen, wie sich Europa am Aufbau der Wirtschaft im Irak beteiligen könnte. Das meint die Europaabgeordnete Jana Hybaskova, die in der vergangenen Woche mit einer Parlamentsdelegation den Irak besucht hat. Mit einem geschätzten Haushaltsdefizit von 24 Milliarden US-Dollar und einer Arbeitslosigkeit von 80 Prozent werde der Irak, so Hybášková, zu einem armen Land, das Entwicklungshilfe brauche. Nur so könne die relativ gute Sicherheitslage im Land weiter aufrechterhalten werden. Die Europaabgeordnete plädiert für eine Einbeziehung des Irak in das geplante Nabucco-Projekt, mit dem Gas aus der kaspischen Region über die Türkei und den Balkan Richtung Österreich gepumpt werden soll. Von dieser Zusammenarbeit profitierte nicht nur der Irak, sondern auch Europa. Der Irak beabsichtige, Erdgas in der Provinz Anbar zu fördern, meinte Hybášková:

„Innerhalb von fünf Jahren wäre der Irak imstande, Erdgas nach Europa zu liefern. Es wäre eine Herausforderung für die tschechische EU-Ratspräsidentschaft, die Zusammenarbeit mit dem Irak in Gang zu bringen. Falls im Frühjahr in Prag ein Energiegipfel einberufen wird, der sich unter anderem mit den südlichen Gasressourcen von Feldern am Kaspischen Meer beschäftigen wird, dann sollte auch der Irak dazu eingeladen werden. Die Verhandlungen könnten dann zur Verwirklichung des Projekts Nabucco führen.“

Die Europa-Parlamentarier haben den Irak kurz vor den Regionalwahlen besucht, die ihrer Ansicht nach gut vorbereitet seien. Die Europaparlamentarierin Jana Hybášková bewertete die Lage im Irak nach ihrem Besuch eher positiv:

„Nach den Gesprächen mit der Führung der internationalen Militärkräfte sowie mit dem irakischen Premier und Parlamentspräsidenten kann man sagen, dass die Sicherheitslage im Irak im Wesentlichen stabil ist.“