Im Briefkasten: Advent, Arktis und AfD

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag

Die Polarforschung, der Populismus oder aber die Weihnachtsmärkte. Das sind die Themen, zu denen Sie uns diesmal geschrieben.

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
In der ersten Hörerpostsendung im Monat Dezember beginnen wir mit unserer monatlichen Quiz-Frage. Sie lautet:

An welchem Tag findet in den tschechischen Familien traditionell die Weihnachtsbescherung statt? Nennen Sie uns das Datum.

Und dieses Datum schicken Sie uns bitte per E-Mail an [email protected]. Aus den richtigen Antworten losen wir sechs Gewinner aus, die interessante Sachpreise erhalten. Im November richtig geantwortet hat unter anderem Ulrich Heinemann aus Deutschland. Er hat erkannt, dass auf dem ausgewählten Foto auf unserer Webseite der Dom der heiligen Barbara in Kutná Hora / Kuttenberg abgebildet war. Herzlichen Glückwunsch!


Arktis  (Foto: Romana Lehmannová)
Nun aber zitieren wir wieder aus Ihren Briefen und E-Mails, liebe Hörerinnen und Hörer. Ralf Urbanczyk aus Eisleben schreibt:

„Im Forum Gesellschaft hatten Sie einen faszinierenden Bericht über die tschechische Forschungsstation des Zentrums für Polarökologie auf Spitzbergen in der Arktis im Programm. Es war für mich interessant zu erfahren, an welchen Projekten die tschechischen Wissenschaftler und Studenten auf der Inselgruppe jenseits des Polarkreises arbeiten. Und dieses Programm scheint ziemlich umfangreich zu sein. Vor Jahren gab es einmal Berichte über zwei tschechische Forschungsstationen in der Antarktis, die Eko-Base auf der Nelson-Insel und die Johann-Gregor-Mendel-Station auf der James-Ross-Insel. Der Forschungsschwerpunkt aller drei Stationen, und so auch der Einfluss des Menschen auf die Polarregionen, ähneln sich ja. Alle Achtung, als kleines Binnenland ohne direkten Zugang zum Meer betreibt Tschechien eine umfangreiche Polarforschung.“

Donald Trump  (Foto: Michael Vadon,  CC BY-SA 2.0)
Achim Kissel aus Duisburg stellt sich angesichts unseres Beitrags über eine Konferenz zum Thema ‚Populismus in Europa‘ eine Frage:

„Ich frage mich, ob dieser Begriff nicht zur Verschleierung des wachsenden Rechtsextremismus dient, der nicht nur in verschiedenen europäischen Ländern zu beobachten ist. Der neue US-Präsident gab in seinem Wahlkampf rassistische Äußerungen von sich. In Europa ist so etwas zum Beispiel vom Front National in Frankreich oder von der AfD in Deutschland zu hören.“

Um das Kind beim richtigen Namen zu nennen, müsse man von Tendenzen des Faschismus sprechen, fordert Achim Kissel:

„Wenn der Faschismus der AfD im Unterschied zur NPD oder gar dem des sogenannten ‚NSU‘ auch weich gespült ist – die Wirkung bleibt die gleiche. Die Übergriffe auf Flüchtlinge sind Folge dieser Geisteshaltung. Die Tschechen und Slowaken haben die Gewaltherrschaft des Faschismus zwischen 1938 und 1945 am eigenen Leibe erfahren müssen. Die Gedenkstätten Theresienstadt und Lidice legen Zeugnis davon ab. Ich finde es wichtig, diese Erinnerungsstätten zu pflegen und besonders die Jugend damit vertraut zu machen.“

Graf Radeztky  (Foto: Public Domain)
Sehr gut finde er, so Kissel, dass Radio Prag in seinen Sendungen ‚Kapitel aus der tschechischen Geschichte‘ immer wieder Ereignisse beleuchte, die vielen Menschen heute nicht mehr bekannt seien.

„So auch Ihr Beitrag über die kommunistischen Funktionäre, die Opfer der stalinistischen Prozesse wurden. Interessant fand ich auch den Beitrag über das Leben des Grafen Radeztky, der durch den ihm gewidmeten Marsch von Johann Strauss in Erinnerung bleibt.“

Fritz Andorf aus Meckenheim hat am 17. November, einem Staatsfeiertag in Tschechien, unsere Sendung gehört:

„Das Sonderprogramm, in dem an die Jazz-Sektion erinnert wurde, war hochinteressant. Es zeigte die Schlitzohrigkeit der Tschechen, die in der kommunistischen Zeit stets lavieren mussten zwischen noch Möglichem und Verbotenem. Da fuhr man einfach durch die Straßen mit einem Pferdewagen, auf dem eine Jazzband spielte. Das war zwar nicht illegal, hat aber bestimmt zumindest ein Stirnrunzeln bei den Behörden erregt. Das Foto auf Ihrer Webseite macht das schön anschaulich.“

Kurdische Miliz  (Foto: Anderson Savoy,  U.S. Army,  Public Domain)
Etwas rätselhaft aber sei ihm die Meldung in den Nachrichten vorgekommen, in der von der Verhaftung zweier Tschechen in der Türkei berichtet wurde.

„Wie können sie denn als Tschechen Mitglieder einer kurdischen Miliz sein? Sind es etwa eingebürgerte Kurden?“

Es handelt sich um gebürtige Tschechen – eine Frau und einen Mann, die in den sozialen Medien wiederholt ihre Sympathien zur Kurdenmiliz YPG geäußert haben. Die Frau war bereits mehrfach in Syrien, um auf kurdischer Seite zu helfen. Über den Mann wird berichtet, dass er früher der Fremdenlegion angehört habe.

Weihnachtsmarkt am Altstädter Ring  (Foto: Jekaterina Staschewska)
Birgit Denker aus Frankfurt wiederum schreibt uns:

„Ich höre immer wieder sehr gerne Ihr wunderbares Informations- und Unterhaltungsmagazin. Herzliche Adventsgrüße und viel Freude auf den auch in Tschechien zahlreichen Weihnachtsmärkten. Bei Radio Prag wird sicherlich über den ein oder anderen Markt berichtet werden – ich freue mich.“

Da können wir etwa auf unseren Beitrag über den Adventsmarkt im Malteser Palais verweisen, den wir in der Sendereihe Forum Gesellschaft am 24. November gesendet haben. In diesem Zusammenhang möchten wir auch für unseren Foto-Wettbewerb werben, der auf unserer Facebook-Seite stattfindet.

Foto: Štěpánka Budková
Posten Sie uns bitte ein Foto von ihrem Lieblings-Weihnachtsmarkt auf unserer Facebook-Seite. Wer uns das schönste Bild schickt, kann sich über ein Radio im Retro- Look freuen. Den Gewinner bestimmen Sie selbst mit Ihren Likes! Einsendeschluss ist der 11. Dezember, und abstimmen können Sie bis zum 18. Dezember.

Und das war es für heute im Hörerforum. Wenn Sie Fragen, Beschwerden, Wünsche oder Anregungen haben, dann schreiben Sie uns doch an folgende Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns natürlich auch eine E-Mail schreiben an: [email protected]. Machen Sie's gut. Auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.