Im Briefkasten: Erinnerung, Flüchtlingsproblematik und Sonntagsmusik

Foto: Stuart Miles, FreeDigitalPhotos.net

Eine Erinnerung an eine Pragerin, die Flüchtlingsproblematik in der EU, die Wunschkennzeichen oder aber die Sonntagsmusik vom Karel-Vlach-Orchester. Zu diesen Themen haben Sie uns geschrieben.

Foto: Stuart Miles,  FreeDigitalPhotos.net
Willkommen beim Hörerforum, liebe Hörerinnen und Hörer. Zunächst wollen wir uns bei denjenigen herzlich bedanken, die uns in den vergangenen Tagen und Wochen einen Brief, eine E-Mail oder einen Empfangsbericht geschickt haben. Und nun wollen wir gleich unsere Quizfrage für den Februar stellen:

Zu den offiziellen Staatssymbolen der Tschechischen Republik gehört die Staatsflagge. Aus welchen Farben setzt sie sich zusammen?

Schicken Sie uns die richtige Antwort an [email protected].

Im Januar haben wir einen Komponisten gesucht. Richtig geantwortet haben diejenigen, die uns den Namen Antonín Dvořák geschickt haben. Er war es, der das erste Konzert der Tschechischen Philharmonie am 4. Januar 1896 als Dirigent geleitet hat. Unter den Gewinnern ist auch Bernhard Deflorian aus Österreich. Herzlichen Glückwunsch!

Jiří Hanzelka,  Miroslav Zikmund: „Dort hinter dem Fluss ist Argentinien“
Jutta Frank aus Rostock war die Glückliche im Dezember. In ihrer Zuschrift geht sie auf den Gewinn des Preises ein:

„Gesundheitsbedingt komme ich erst heute dazu, mich herzlich für den netten Preis für die Teilnahme am Dezember-Rätsel zu bedanken. Mein bereits 1963 mit 39 Jahren verstorbener Vater, der seinerzeit die Bücher von Hanzelka und Zikmund gekauft hatte, würde sich auch darüber gefreut haben. Für ihn waren die Bücher ein Blick in ferne Weltgegenden, von denen er sich nicht denken konnte, dass wir DDR-Bürger sie auch einmal bereisen können werden.“

Des Weiteren schrieb Jutta Frank, sie sei seit 1976 mit Prag verbunden und habe die Stadt seither mit wenigen Ausnahmen mindestens einmal jährlich besucht. Es sei ihr wichtig, über Radio Prag an ihre Bekannte in Prag zu erinnern:

“Ihre Weltoffenheit und Toleranz haben mich tief beeindruckt.“

„Meine Quartierwirtin war von 1977 bis etwa 1987 Eliška Hájková aus der Bartoškova 6 in Nusle. Sie war damals bereits über 70 und schrieb emsig die wöchentliche Garten-Kolumne für die ‚Prager Volkszeitung‘. Sie ist Mitte der 90er Jahre in einem jüdischen Altenheim in Prag verstorben. Zu Nazi-Zeiten im KZ Terezín inhaftiert, während ihre Eltern in Auschwitz ermordet wurden. Aufgewachsen war sie zweisprachig in Uherský Brod. Im Internet habe ich vor kurzem über die dortige jüdische Gemeinde etwas gefunden, dort wurde auch Frau Hájkovás Vater Bertold Mayer erwähnt. Die Weltoffenheit und Toleranz von Frau Hájková sowie ihr Interesse an jungen Menschen – auch aus Deutschland – haben mich tief beeindruckt. Gerade in den jetzigen schwierigen Zeiten muss ich häufig daran denken, auch, weil meine Eltern 1945 aus Westpreußen bzw. Pommern fliehen mussten.“

Foto: Europäische Kommission,  CC BY-NC-ND 2.0
Soweit eine Erinnerung von Jutta Frank. Hans Joachim Pellin aus Lübz schrieb in seinem ersten Empfangsbericht für das neue Jahr:

„Ich bin gespannt, was uns das Jahr 2016 an Neuem beschert. An erster Stelle hoffe ich, dass sich die Europäische Union in Bezug auf die Flüchtlingsproblematik einig wird. Manchmal habe ich den Eindruck, einigen Ländern ist die Europäische Union in Bezug auf ihre Werte egal, solange Geld fließt. Wie ich schon sagte, ich hoffe aber, dass die EU gemeinsam einen Weg zur Lösung der Flüchtlingsproblematik findet.“

Foto: CC BY-SA 3.0
Soweit die Ansicht von Hans Joachim Pellin. Zu einem anderen Thema bemerkte er noch:

„Den Beitrag zum Tragen von reflektierender Kleidung auf unbeleuchteten Straßen fand ich gut. Erstaunt war ich, dass das Nichttragen sogar unter Strafe gestellt wird.“

Franz Schanza aus Schrems hat uns berichtet, der Empfang sei sehr gut und störungsfrei gewesen:



Foto: Jan Ptáček,  Archiv des Tschechischen Rundfunks
„Mir haben die Beiträge über die Wunschkennzeichen und das Hörerforum sehr gut gefallen. Sie waren wieder sehr informativ. Ja, Wunschkennzeichen gibt es in Österreich schon seit den 90er Jahren. Sie werden aber jetzt nicht mehr so oft beantragt. Sie sind sehr teuer. Der Erlös aus den Kennzeichen kommt karitativen Zwecken zu Gute, vor allem dem Roten Kreuz.“

Dazu können wir aufgrund der jüngsten Meldungen ergänzen, das Interesse für die Wunschkennzeichen ist hierzulande bereits deutlich gesunken. Einen Monat nach der Einführung kommen nur noch Einzelpersonen zur zuständigen Behörde, von den Schlangen kann gar nicht mehr die Rede sein.

“Es war ein Genuss, die mir seit meiner Jugend bekannten Swing-Stücke in dieser Qualität wiederzuhören.“

Klaus Nindel aus Dresden hat sich mit seiner netten E-Mail direkt an unseren Kollegen Lothar Martin gewandt:

„Ich habe mir gerade Ihren Musik-Beitrag über das Karel Vlach-Orchester angehört, es war ein Genuss, die mir seit meiner Jugend bekannten Swing-Stücke in dieser Qualität wiederzuhören, beginnend mit dem unvergleichlichen ‚In the mood‘ und am Ende dem ‚Chattanooga Choo Choo‘, bei uns nach 1945 als ‚Kötzschenbroda Express‘ bekannt, weil ein damals bekannter Schlagersänger, Bully Buhlan einen Text darauf gesungen hatte, der mit ‚Hallo Herr Schaffner, fährt dieser Zug nach Kötzschenbroda‘ anfing. ‚Radebeul-Kötzschenbroda‘ liegt unweit von Dresden und ist seit ein paar Jahren wieder auch der Name der S-Bahnstation, die aber einige Jahrzehnte lang ‚Radebeul-West‘ hieß. Man kann also jetzt wieder nach Kötzschenbroda mit dem Zug fahren, allerdings (wie zu Bully Buhlan's Zeiten) nicht mehr von Berlin aus.“

Michael Kunze  (Foto: Archiv NDR)
Von Karl-Heinz Grüttner aus Nobitz ist der Empfangsbericht mit folgenden Zeilen bei uns gelandet:

„Der biografische Rückblick und das Interview von und mit Michael Kunze war sehr interessant. Solche Beiträge sind bei mir immer willkommen, da ich mich sehr für die Geschichte interessiere.“

Herr Grüttner bedankte sich für die QSL-Karte und die Souvenirs aus Prag und fügte hinzu:

„Auch wenn das Jahr nun schon fast einen Monat alt ist, so möchte ich Ihnen allen trotzdem nochmals die besten Wünsche für 2016 zukommen lassen. Ich hoffe, bei Radio Prag bleibt alles beim Alten. Weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!“

Foto: Arianne van Noordt,  Free Images
Vielen Dank Herr Grüttner, auch für Ihre Grüße aus dem Altenburger Land.

Und damit sind wir auch am Ende des heutigen Hörerforums angelangt. Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen, Lob oder Kritik haben, dann schreiben Sie uns per Post an: Radio Prag – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik, oder per E-Mail an: [email protected]. Machen Sie es gut, und auf Wiederhören in zwei Wochen!