Intaktes Gemeindeleben und viel Grün: Písečná ist tschechisches Dorf des Jahres

Písečná ist tschechisches Dorf des Jahres

An diesem Ort lohnt es sich ganz offensichtlich zu leben: Die Gemeinde Písečná in Ostböhmen ist zum tschechischen Dorf des Jahres gekürt worden.

„Den ersten Platz des landesweiten Wettbewerbs ‚Dorf des Jahres 2025‘ und den Titel ‚Dorf des Jahres‘ erhält Písečná im Kreis Pardubice“ – so verkündete es die Moderatorin am Samstag in der Gemeinde Vacov im Böhmerwald.

In den landesweiten Ausscheid waren die Sieger der 13 tschechischen Kreise eingezogen. Insgesamt hatten sich dieses Jahr über 180 Gemeinden zu den Wahlen des jeweils schönsten Dorfes in ihrem Kreis gemeldet.

Für das kleine Písečná mit seinen knapp 600 Einwohnern ist es ein besonderer Erfolg, den tschechienweiten Titel errungen zu haben. Bürgermeisterin Šárka Šimková Filipová (parteilos):

Šárka Šimková Filipová | Foto: Zdeněk Novák,  Tschechischer Rundfunk

„Ich erlebe Gefühle aus dem Reich der Träume. Ich habe den ersten Platz absolut nicht erwartet. Die Auszeichnung erhalten wir vor allem dafür, dass wir bei uns miteinander leben, aber auch für die Bemühungen unserer Bewohner, dass der Ort schön ist, weil sie die Umgebung ihrer Häuser pflegen. Wir erhalten sie für unseren Schutz der Natur, des Wassers und dafür, wie wir mit den Senioren und den Kindern umgehen.“

Písečná liegt unterhalb des 546 Meter hohen Berges Žampach, rund fünf Kilometer südlich des Städtchens Žamberk. Während auch viele tschechische Gemeinden mit mehr Einwohnern darunter leiden, dass Geschäfte und Kneipen nach und nach geschlossen werden, bietet dieser Ort vergleichsweise viel. So gibt es eine Schule und einen Kindergarten, einen Laden, eine Metzgerei und eine Gaststätte sowie Sportmöglichkeiten inklusive einem Schwimmbad. Zudem leistet sich die Gemeinde vier Beschäftigte, die sich um alle Belange in Písečná kümmern.

Písečná | Foto: Josef Vostárek,  ČTK

Gerade die grüne Gestalt des Ortes wurde schon früher honoriert. 2004 und 2018 erhielt das Dorf die Auszeichnung „Grüne Schleife“. Sie wird von der „Gesellschaft für Garten- und Landschaftsgestaltung“ (SZKT) für Umweltschutzprojekte vergeben. Und 2005 gewann Písečná als erste Gemeinde aus Tschechien die Goldmedaille im prestigeträchtigen europaweiten Wettbewerb Entente Florale Europe.

Doch „Dorf des Jahres“ ist eine viel umfassendere Auszeichnung. Terezie Kořínková ist Generalsekretärin des Wettbewerbs und sagte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:

„Die landesweite Kommission hat Písečná den Titel wegen seines reichen Gemeindelebens verliehen, das von Vereinen gestützt wird, wegen der schönen Lösung des Hochwasserschutzes, wegen der gelungenen Anwendung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans. Písečná hat zudem eine schön erhaltene Dorfstruktur und pflegt wunderbar den öffentlichen Raum und seine Grünflächen.“

Aber nicht nur jede Menge Lob erhält die Gemeinde für den Titelgewinn. Denn das Ministerium für Regionalentwicklung gewährt dem Sieger auch Subventionen in der Höhe von 1,6 Millionen Kronen (66.000 Euro) für weitere Projekte. Šimková Filipová weiß bereits, was mit dem Geld angestellt werden soll…

„Wir wollen die Sportanlagen renovieren, ein neues Haus mit sieben Wohnungen bauen und auch das Schulgebäude erneuern. Die Gelder gehen bei uns sicher nicht verloren“, so die Bürgermeisterin.

Písečná ist tschechisches Dorf des Jahres | Foto: Petr Kubát,  Tschechischer Rundfunk

Hinter Písečná auf Platz zwei landete dieses Jahr das mittelböhmische Kosova Hora, das östlich von Sedlčany liegt. Und Rang drei ging an Plenkovice, einen Vorort der südmährischen Stadt Znojmo.

Gastgeberin für den feierlichen Abschluss des Wettbewerbs für 2025 war die Böhmerwaldgemeinde Vacov. Sie war im vergangenen Jahr zum tschechischen Dorf des Jahres ernannt worden. Bürgermeister František Čtvrtník (parteilos) beschrieb am Samstag, was der Titelgewinn gebracht hat:

„Viele Erlebnisse und neue Freunde. Aber ich denke, dies hat Vacov nicht verändert. Wir halten weiter zusammen. Und heute kam der schöne Höhepunkt des Siegerjahres.“

Autoren: Till Janzer , Petr Kubát | Quelle: ČTK
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