Intersucho: Landwirtschaftliche Dürre in Tschechien stark gesunken

Illustrationsfoto: SplitShire, Pixabay / CC0

Nach den Niederschlägen der letzten Tage kann die Landwirtschaft in Tschechien etwas aufatmen. Die Trockenheit der Böden ist durch die zum Teil länger anhaltenden Regenfälle schnell verschwunden. In einigen Gegenden wurden auch die tieferen Erdschichten, die nach dem niederschlagsarmen Frühling praktisch ausgetrocknet waren, mit Feuchtigkeit gesättigt. Das geht aus den Angaben hervor, die Wissenschaftler am Montag auf dem Internetportal von Intersucho.cz veröffentlicht haben.

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Verhältnis der aktuellen Feuchtigkeitssättigung gegenüber der durchschnittlichen Sättigung in den Jahren von 1961 bis 2010 (Quelle: Intersucho; weiß - ohne Trockenheitsrisiko, S0 - reduziertes Niveau der Bodenfeuchte, S1 - beginnende Dürre, S2 - moderate Dürre, S3 - schwere Dürre, S4 - außergewöhnliche Dürre, S5 - extreme Dürre)

Die Angaben beziehen sich auf den Sonntagmorgen, die starken Regengüsse vom Sonntag selbst sind noch gar nicht berücksichtigt. Die Karte der Feuchtigkeitssättigung zeigt unter anderem, dass es in einer Erdreichtiefe von bis zu einem Meter Gebiete gibt, wo die Böden zu 100 Prozent durchfeuchtet sind. Dazu gehören die Beskiden, eine großer Teil der Böhmisch-Mährischen Höhe oder Südböhmen. Bei weiteren ergiebigen Niederschlägen droht hier das Risiko von Überschwemmungen. Einige Lokalitäten waren nach den heftigen Regengüssen am Sonntag bereits davon betroffen.

Eine größere landwirtschaftliche Trockenheit im Erdreich bis zu einem Meter Tiefe hält lediglich im nordböhmischen Kreis Ústí nad Labem / Aussig und in der Region um Opava / Troppau an. In einer Tiefe ab 40 Zentimetern ist das im Erzgebirgsvorland, im Kreis Hradec Králové / Königgrätz und bei einigen kleineren Territorien der Fall.

Das Ausmaß der Dürre bestimmen die Wissenschaftler aus dem Verhältnis der aktuellen Feuchtigkeitssättigung gegenüber der durchschnittlichen Sättigung in den Jahren von 1961 bis 2010. Die Lage für die Landwirte ist jetzt sehr unterschiedlich. Es gibt Lokalitäten, wo der Regen im Mai die Ernte gerettet hat und weitere Regenfälle dem Wachstum zuträglich sind. Woanders kamen die Mai-Niederschläge zu spät, und auch weitere Regenfälle konnten daran nichts ändern. Und es gab Gebiete, wo die sintflutartigen Regengüsse die Ernte teilweise oder sogar völlig vernichtet haben könnten.

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Nach Meinung der Schöpfer von Intersucho entspricht der diesjährige Verlauf der Trockenheit in etwa dem Bild des vergangenen Jahres: Es gab einen regnerischen Mai und eine niederschlagsreiche erste Junihälfte, durch die das Ausmaß der Dürre stark reduziert werden konnte. Im Juli und August 2019 allerdings trocknete dauerhafte Hitze die Böden wieder nahezu aus. Und das könnte sich laut der längerfristigen Wetterprognosen auch in diesem Jahr wiederholen, heißt es.

Autor: Lothar Martin
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