Kinder und Jugendfilmfestival: Irisch-deutsche Koproduktion begeistert Jury und Publikum

Foto: ČTK

Zum 52. Mal trafen sich Filmemacher in der südostmährischen Industriestadt Zlín zum internationalen Filmfestival für Kinder und Jugendliche. Vom 27. Mai bis zum 2. Juni konnten die Besucher fast 250 Filme genießen, von denen 115 Premieren waren. Unter den Siegern waren eine irisch-deutsche Koproduktion und ein deutsches Enid-Blyton-Remake.

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Den Galaabend des 52. Filmfestivals in Zlín eröffnete die Bohuslav-Martinů-Philharmonie aus Zlín. Die feierliche Preisverleihung war der krönende Abschluss eines Spektakels, das wieder zahlreiche tschechische und internationale Filmemacher und Interessierte nach Mähren gelockt hat. Das beliebteste Genre stand aber schon vorher fest, zumindest wenn man die kleinen Zuschauer fragt: Die hatten nämlich im Vorfeld lautstark ihre Vorliebe für Komödien bekundet.

Und die Kinder sollten Recht behalten, als der Hauptmann des Kreises Zlín, Stanislav Mišák, den Zuschauerpreis bekannt gab:

„Den goldenen Apfel, den Zuschauerpreis für den besten Spielfilm, erhält der irisch-deutsche Streifen „Death of a Superhero“ des Regisseurs Ian Fitzgibbon.“

„Death of a Superhero“ erhielt noch drei weitere Preise, darunter die begehrte Auszeichnung für den besten Film. Auf Deutsch trägt das Werk den Namen „Am Ende eines viel zu kurzen Tages“. Es geht um den 15-jährigen Donald, der mitten in der Pubertät steckt, todkrank ist und weiß, dass er bald sterben wird. Um das zu verarbeiten, zeichnet Donald Comics – die im Film als Animationsszenen umgesetzt werden. Es ist sicherlich kein einfacher Stoff, der aber trotzdem als Komödie zum Lachen einlädt. Kritiker sind indes im Zweifel, dass der Film auch tatsächlich ein junges Publikum erreichen wird.

Eine typische Komödie ist eher ein weiterer Streifen, der vom Škoda-Pressesprecher Evžen Krauskopf ausgezeichnet wurde:

„Meine Damen und Herren, den Preis für den besten Spielfilm erhält der deutsche Streifen „Die fünf Freunde“ von Regisseur Mike Marzuk.“

Es ist die Verfilmung einer sehr bekannten Kinderbuchreihe. Mike Marzuk hat Enid Blytons berühmte Serie behutsam fürs Kino modernisiert und eine Abenteuerkomödie geschaffen, deren Erscheinungsbild wie aus den 1950er Jahren wirkt. Hübsche Fachwerkhäuschen, fiese Schurken und ein wenig Botschaft über Umweltschutz formen ein leicht verdauliches Filmspektakel für Kinder.

„Erzählung aus dem Hafen“ (Foto: Archiv des Filmfestivals Zlín)
Besonderes Interesse weckten die Zeichentrickfilme. In der Kategorie „Bester Animationsfilm“ konnte die japanische Produktion „Erzählung aus dem Hafen“ die Jury überzeugen. In der gleichen Kategorie erhielt der Film auch den Publikumspreis. Jury und Publikum waren sich dieses Jahr bei der Preisvergabe also einig.