Filmfest Zlin endet trotz Corona mit Erfolg

Foto: ČTK / Dalibor Glück

Das Internationale Kinder- und Jugendfilmfestival in Zlín ist das älteste seiner Art in der Welt. Der 60. Jahrgang stand unter dem Motto „Die Rückkehr in die Zukunft“, gezeigt wurden 315 Filme aus 50 Ländern.

„The Crossing“

Das Filmfest Zlin ging am Donnerstag mit der feierlichen Preisvergabe zu Ende. Beim Galaabend im Kongresszentrum wurden die Preise „Goldenes Schühchen“ und weitere Auszeichnungen überreicht. Der Hauptpreis in der Kategorie „Kinderfilm“ ging an den norwegischen Streifen „The Crossing“ der Regisseurin Johanne Helgeland. Die Festivaldirektorin Markéta Pášmová:

„Der Film erzählt die Geschichte von Geschwistern, die sich bemühen, ein Geschwisterpaar jüdischer Herkunft zu retten und in Sicherheit zu bringen. Die Handlung spielt in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.“

Markéta Pášmová (Foto: Tomáš Fránek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Mit dem Hauptpreis in der Kategorie „Filme für Jugendliche“ wurde der spanische Streifen „Life without Sara Amat“ von Laura Jo geehrt. Markéta Pášmová:

„Der Film spielt in einem spanischen Dorf in den 1980er Jahren. Als ich den Film anschaute, habe ich mich sehr in die Hauptfiguren hineinversetzen können. Ich habe mit ihnen meine Kinder- und Jugendjahre noch einmal erlebt.“

Das „Goldene Schühchen“ in der Kategorie Zeichentrickfilm ging an Carol Freeman aus Irland für „The Bird & The Whale“.

Auch ein deutscher Film hat beim Festival gepunktet: „Into the Beat – Dein Herz tanzt“ des deutschen Regisseurs Stefan Westerwelle erhielt gleich zwei Preise, und zwar den Zuschauerpreis sowie den Preis der ökumenischen Jury.

Foto: ČTK / Dalibor Glück

Wie viele andere kulturelle Veranstaltungen musste das Festival wegen der Coronavirus-Pandemie von seinem traditionellen Termin Ende Mai auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Auch einige Korrekturen im Programm seien nötig gewesen, sagt die Geschäftsleiterin Jarmila Záhorová:

„Wir haben auf das geplante Party-Zelt verzichten müssen. Es sollte als ein Klubraum dienen. Doch es wäre schwierig geworden, die hygienischen Auflagen einzuhalten. Wir haben große Konzerte gestrichen und uns im Programm stark auf die Filmvorführungen konzentriert. Das Sommerkino wurde in mehrere Zonen unterteilt, um mehr als 1000 Zuschauer zulassen zu können. Wir mussten auch das traditionsreiche Konzert der Kinder aus Musikschulen im Park absagen, denn dieses hatte das Potential, mehrere Tausend Menschen anzulocken.“

Foto: ČTK / Dalibor Glück

Ein beliebter Punkt im Begleitprogramm durfte aber nicht fehlen: die Versteigerung der Filmklappen, die von tschechischen Künstlern bemalt und umgestaltet wurden. Insgesamt 2,65 Millionen Kronen (101.000 Euro) kamen dabei zusammen. Kateřina Martykánová ist Sprecherin des Festivals:

„Der Ertrag wird wie in den vergangenen Jahren für die Förderung von Nachwuchs-Regisseuren und audiovisuellen Projekten gespendet. In diesem Jahr wurden insgesamt 101 Projekte angemeldet.“

Jarmila Záhorová (Foto: Archiv von Filmfest Zlín)

Von diesen wurden 21 Vorhaben ausgewählt, die einen Zuschuss aus dem Stiftungsfonds „Filmtalent Zlín“ erhalten.

Trotz aller Hindernisse halten die Organisatoren den 60. Jahrgang für erfolgreich. Jarmila Záhorová:

„10.000 Zuschauer kamen in die Kinos. Insgesamt haben sich 13.500 Gäste registrieren lassen. Angesichts der Einwohnerzahl von Zlín, die bei 70.000 liegt, ist dieser Besuch eine große Auszeichnung für das Festival und ein Signal des Vertrauens.“