Kirchen unterstützen die Volkszählung

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Über die bevorstehende Volkszählung sowie die kontroversen Standpunkte der tschechischen Öffentlichkeit dazu haben wir Sie in unseren Sendungen in den vergangenen Tagen bereits informiert. Unterstützt wird die Volkszählung jedoch von den Kirchen. Mehr dazu von Martina Schneibergova.

Die einzigen beiden Angaben, die von den während der Volkszählung insgesamt abgefragten 56 Daten, freiwillig zu machen sind, betreffen die Nationalität und eben das Religionsbekenntnis. Nach Meinung der Kirchenvertreter könnte die Freiwilligkeit der Angaben nicht nur ein verzerrtes Bild über die Zahl der Gläubigen mit sich bringen, sondern auch zu einer gegen die Kirchen gerichteten Instrumentalisierung dieser Daten führen. Aus diesem Grund hat die katholische Kirche nun eine Werbekampagne gestartet:

"Die Kirche stellt kein Museum dar, sondern eine lebendige Gemeinschaft, die auch mit dir rechnet. Denke daran, dass du irgendwo hin gehörst. Die Volkszählung 2001."

Zur Beantwortung der Fragen nach dem Religionsbekenntnis werden die Bürger nicht nur mit diesem Rundfunk-Werbespot aufgefordert, sondern auch z. B. mit einem Brief der Bischöfe, der am kommenden Sonntag in den Kirchen vorgelesen wird. Der Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz, Daniel Herman, bemerkt zu der soeben gestarteten Werbekampagne: Da die Pfarrverwaltung im Rahmen der katholischen Kirche in Tschechien mehr oder weniger immer noch auf demographischen Tatsachen aus den Zeiten der Josephinischen Reform beruht, sind die anhand der Volkszählung gesammelten Daten für die künftige Orientierung der Pastoraltätigkeit von Bedeutung. Dazu noch einmal Daniel Herman: Soweit der Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz, Daniel Herman. In den Fragebögen können sich die Gläubigen zu einer der 21 vom Staat registrierten Kirchen und Religionsgemeinschaften bekennen. Man kann jedoch auch seine Sympathien für eine andere geistliche Strömung zum Ausdruck bringen.