Krone um 18 Prozent stärker als bei Euro-Einführung

Foto: Barbora Němcová

Die tschechische Krone hat in den vergangenen 15 Jahren nominell an Wert gewonnen. Seit der Einführung des Euro als Bargeld am 1. Januar 2002 legte die tschechische Währung um 18 Prozent zu. Dies berichtete die Presseagentur ČTK am Freitag.

Foto: Barbora Němcová
Als vor anderthalb Jahrzehnten die europäische Gemeinschaftswährung eingeführt wurde, musste man 32 Kronen für einen Euro ausgeben. Heute hält die Tschechische Nationalbank den Kurs bei 27 Kronen je Euro. Zwischenzeitlich gab es Schwankungen, am schwächsten zeigte sich die tschechische Währung im Jahr 2004, als der Kurs auf 33 Kronen absackte. Die stärkste Phase lag hingegen in der Jahresmitte 2008 mit einem Wert von 23 Kronen je Euro.

Allgemein sind heute die Länder der Eurozone die wichtigsten Handelspartner Tschechiens. Dorthin fließen zwei Drittel des Exports. Laut dem Analysten Marek Dřímal vom Kreditinstitut Komerční banka (Kommerzbank) wirkt sich die Existenz des Euroauch unmittelbar auf das Wirtschaftsgebaren in Tschechien aus: „Firmen nutzen hierzulande den Euro in großen Teilen des Fertigungsprozesses sowohl auf der Seite des Eingangs als auch des Ausgangs. Dadurch kommt es zur natürlichen ‚Euroisierung‘ der tschechischen Wirtschaft.“

Jakub Seidler (Foto: Archiv der Karlsuniversität in Prag)
Die Einführung des Euro als solche wird allerdings derzeit in Tschechien nicht diskutiert. Falls die nächste Regierung, die nach den Parlamentswahlen im kommenden Oktober entsteht, auf die Gemeinschaftswährung drängen würde, dann wäre 2022 der frühestmögliche Termin, so der ING-Chefökonom Jakub Seidler. Er selbst gehe aber davon aus, dass die Euro-Einführung hierzulande nicht vor 2025 komme, fügte Seidler hinzu.

Autor: Till Janzer
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