Künstlerin Dagmar Dost-Nolden: „Nach Tschechien komme ich immer wieder gern“

Dagmar Dost-Nolden „Dotyky událostí“

Die Malerin Dagmar Dost-Nolden stammt aus Prag, lebt jedoch schon seit Jahren in Deutschland. Am Donnerstag wurde eine Ausstellung mit ihren Werken in der Galerie Vinohradská 12 im Gebäude des Tschechischen Rundfunks in Prag eröffnet. In der heutigen Ausgabe des Kultursalons hören Sie ein Gespräch mit der Künstlerin.

Dagmar Dost-Nolden | Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

„Da ich in letzter Zeit in einer schwierigen Lebensphase war und die Bilder ziemlich verstreut waren, habe ich überlegt, was die verschiedenen Werken aus verschiedenen Jahren gemeinsam haben, was ihr Thema ist. Und das waren die verschiedenen Ereignisse, und natürlich ist da auch die Energie, die immer in meinen Bildern enthalten ist. Das ist also das Thema der Ausstellung. Zwei der Bilder, die hier zu sehen sind, wurden in einer Einzelausstellung im Burgh House in London gezeigt. Aber die anderen Gemälde wurden noch nie ausgestellt.“

Kreieren Sie außer Gemälden auch Skulpturen?

„Ja schon, aber in letzter Zeit habe ich dazu keine Möglichkeit.
Ich habe keinen professionellen Raum, um Skulpturen zu machen.“

Kommen Sie immer wieder nach Tschechien?

„Ja, immer wieder gerne. Ich lebe seit 1979 in Deutschland, habe den Kontakt mit Tschechien aber nie verloren. Ich habe hier auch an vielen Ausstellungen teilgenommen und auch meine eigenen Ausstellungen gehabt. Mir ist sehr wichtig, dass ich in Tschechien präsent bleibe.“

Aber studiert haben Sie in Prag?

„Genau, ich habe an der Akademie der bildenden Künste in Prag studiert, bei Professor Smetana. Er war damals ein sehr fortschrittlicher Künstler. Er regte uns dazu an, unsere eigene Kunst zu machen, unseren eigenen Stil zu finden. Das war zu der Zeit nicht selbstverständlich.“

Wie gelang es Ihnen, Ihren eigenen Stil zu finden?

„Das dauerte natürlich einige Zeit. Am Anfang war ich in Deutschland sozusagen alleine. Ich konnte jedoch verschiedene Ausstellungen sehen. Ich habe die Kunst so gemacht, wie ich eben musste.“

Dagmar Dost-Nolden „Dotyky událostí“ | Foto: Tschechischer Rundfunk

War es schwierig, sich in Deutschland durchzusetzen?

„Ich habe zuerst an Gruppenausstellungen teilgenommen, über den Verband Bildender Künstler in Deutschland, bei dem ich mich angemeldet habe. Die haben mich natürlich aufgenommen, weil ich professionell war und an der Kunstakademie studiert hatte. Nach und nach habe ich mich auf Ausstellungen in Deutschland beworben. Und die habe ich dann auch bekommen. Mit der Zeit wurde das immer mehr. Ich wurde bekannter – also ein normaler Weg.“

Haben Sie die Sprache schon vorher beherrscht?

Dagmar Dost-Nolden | Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

„Ja, ich habe sofort nach dem Studium an der Akademie erstmal als Reiseleiterin in Prag gearbeitet. Ich hatte ja immer schon Interesse an Fremdsprachen. Deutsch hatte ich schon in der zweiten Klasse, dazu hatte mich meine Mutter angemeldet. Dann wollte ich Englisch lernen. Das war zu der Zeit sehr ungewöhnlich, das machte eigentlich niemand. Ich wollte meine Sprachkenntnisse auch irgendwie benutzen. Und das führte mich ins Ausland. Ich wollte die Welt kennen lernen und Teil der Künstlerwelt sein.“

Machen Sie auch Performances manchmal hier in Prag?

„Hier habe ich das in der letzten Zeit nicht gemacht. Das tue ich nur speziell zu besonderen Anlässen oder bei großen Ausstellungen. Ich freue mich sehr über diese Ausstellung in der Rundfunkgalerie. Die Räumlichkeiten finde ich sehr nett, aber für eine Performance nicht besonders geeignet.“

Die Ausstellung aus dem Werk von Dagmar Dost-Nolden mit dem Titel „Dotyky událostí“ („Berührungen der Ereignisse“) ist in der Galerie Vinohradská 12 im Prager Rundfunkgebäude bis Ende September zu sehen. Die Galerie ist mittwochs und donnerstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

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