Kunst wiederentdeckt: Kupka und Malich im Museum Kampa

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Das Museum Kampa ist eines der bedeutendsten Zentren der modernen Kunst in Prag. Am Montag ist es mit zwei Ausstellungen in das Jahr 2016 gestartet. Die erste zeigt eine Plastik des führenden tschechischen Bildhauers und Malers der Gegenwart, Karel Malich – dieses Werk hatte bis vor kurzem noch als verschollen gegolten. Die andere Ausstellung bietet einen neuen Blick auf das abstrakte Schaffen von František Kupka.

Wandplastik von Karel Malich  (Foto: ČTK)
Eine große blaue Fläche, durchschnitten von den farbigen Linien verbogener Drähte. Diese Linien stellen die Verbindung dar zwischen Mensch und Landschaft. In der Mitte ist eine Drahtkontur zu sehen vom Kopf des Künstlers. Diese Wandplastik schuf Karel Malich in den 1970er Jahren für die Mensa einer Pilsner Hochschule. Eben dort lag sie bis zum Frühling vergangenen Jahres versteckt hinter den Schränken und unter einem Tuch, bis sie von einer Gruppe von Enthusiasten gefunden wurde, die nach verschollenen Kunstwerken sucht. Nun steht die Plastik im Mittelpunkt einer Ausstellung im Prager Museum Kampa, die Schau trägt den Titel „Karel Malich – neu entdeckt“. Kurator ist Karel Srp:

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„Das Relief ist großartig. Es entstand in der Zeit der sogenannten Normalisierung. Es handelt sich aber um ein autonomes Werk von Malich. Der Künstler hat darin keine Zugeständnisse an das Regime gemacht.“

Die Ausstellung zeigt zudem weitere Werke, die der mittlerweile 91-jährige Künstler in den letzten fünf Jahren geschaffen hat. Außerdem wird eine schwarz-weiße Plastik ausgestellt, mit der sich Malich 1967 im Guggenheim-Museum in New York präsentiert hatte.

„Bleus mouvantes“  (Foto: ČTK)
Eben im Guggenheim-Museum wurden vor vierzig Jahren zum letzten Mal auch drei Werke von František Kupka zusammen ausgestellt, die den Kern einer weiteren aktuellen Ausstellung im Museum Kampa bilden. Die drei Gemälde mit dem Titel „Bleus mouvantes“ (auf Deutsch etwa Blau in Bewegung) wurden aus dem Centre Pompidou in Paris, aus der Prager Nationalgalerie und aus einer Privatsammlung in London ausgeliehen. Helena Musilová ist die Kuratorin der Kupka-Ausstellung:

„Im Januar vergangenen Jahres tauchte eines dieser Werke bei einer Auktion bei Christie’s in London auf. Bis dahin hatte man nicht gewusst, in welcher Privatsammlung es sich befindet. Dies hat uns auf die Idee gebracht, die Bilder nach vielen Jahrzehnten nebeneinander zu präsentieren.“

František Kupka  (Foto: Public Domain)
Inspiration für die Werke fand Kupka in seiner Wahrnehmung von Wasser und Meereswellen. Dazu die Kunsthistorikerin Markéta Theinhardt:

„Diese Werke aus den frühen 1920er Jahren haben eine eigene Stellung in der nicht-figurativen Kunst. Kupka stützt sich auf seine subjektiven Beobachtungen und Gefühle. Gleichzeitig thematisiert er in seinen Bildern die Ideen der Naturwissenschaften und der Mathematik. Die Bilder sind sehr logische Kompositionen.“

František Kupka ist einer der Vorreiter abstrakter Malerei und seine Bilder prägen das Kampa-Museum. Seine Werke, die von der Museumsgründerin Meda Mládková erworben wurden, stehen im Mittelpunkt der Museumssammlung und der ständigen Ausstellung. Diese wurde nun anlässlich der Ausstellung von „Bleus movantes“ neu strukturiert, um neue Beziehungen in Kupkas Schaffen hervorzuheben.

Die Kupka-Ausstellung im Prager Museum Kampa ist bis zum 22. Mai zu sehen. Die Plastiken von Karel Malich werden bis Ende Mai ausgestellt. Das Museum ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.