Mehr Frauen in Spitzenpositionen

r_2100x1400_radio_praha.png

Frauen in Tschechien sollten in Zukunft mehr Führungspositionen in den Ministerien und der Staatsverwaltung bekleiden. Vizepremier Vladimir Spidla schlägt die Einführung der sog. positiven Diskriminierung vor. Mehr zum Thema im folgenden Beitrag von Dagmar Keberlova.

Der Minister für Arbeit und Soziales, Vladimir Spidla, hat am Mittwoch der Regierung vorgeschlagen, sich ernsthaft mit der Übermacht der Männer zu beschäftigen und die Besetzung von hohen Posten mit Frauen zu unterstützen. Um einen Ausgleich der derzeitigen Situation zu erreichen, fordert Spidla die Einführung der sog. positiven Diskriminierung. Das heißt, dass die Frauen bereits bei den Auswahlverfahren begünstigt werden. Wenn sich also künftig beispielsweise zwei Männer und eine Frau um den Posten des Vizeministers bewerben und alle drei dieselben Qualifikationen mitbringen, wird der Posten mit der weiblichen Kandidatin besetzt, bestätigte Spidlas Absicht eine Mitarbeiterin des Ministeriums. Den Frauen soll hiermit mehr Entscheidungskraft zukommen. Wenn ein bestimmter Prozentsatz an Frauenbeteiligung in den Führungspositionen, ca. ein Drittel, erreicht wird, wird diese Regelung wieder aufgehoben.

Des weiteren schlägt Spidla vor, in jedem Ministerium einen Angestellten zu bestimmen, der sich mit der Gleichstellungs-Problematik beschäftigen wird. Im vergangenen Jahr ist es bereits gelungen, das Gleichheits-Prinzip in einigen Gesetzen zu verankern. Die Novelle des Arbeitsgesetzes, die im Januar in Kraft getreten ist, hat z. B. den Grundsatz der gleichen Behandlung aller Angestellten sowie das Verbot der Diskriminierung oder der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz neu eingeführt.