Meister böhmischer Kirchenmusik: Jan Antonín Koželuh

Jan Antonín Koželuh

Vor 200 Jahren starb ein Komponist aus Böhmen, der heute vor allem noch wegen seiner Kirchenmusik einen Namen hat: Jan Antonín Koželuh. Doch sein Schaffen umfasst auch Werke weltlicher Musik.

Jan Antonín Koželuh
Jan Antonín Koželuh ist eigentlich der Unbekanntere der beiden Komponisten mit demselben Nachnamen. Bis heute steht er im Schatten seines Cousins Leopold, den er zu allem Überfluss zeitweise auch noch unterrichtet hat.

Geboren werden beide im mittelböhmischen Ort Velvary / Welwarn. Jan Antonín Koželuh kommt dort 1738 zur Welt. Danach geht er auf eine Jesuitenschule, beginnt aber später in Prag ein Musikstudium mit Schwerpunkt polyphone Komposition. Ab 1763 setzt er seine musikalische Ausbildung in Wien fort, unter anderem beim bedeutenden Opernkomponisten Christoph Willibald Gluck. Als er danach an die Moldau zurückkommt, schreibt Koželuh die Oper „Alessandro nell´Indie“- diese hat 1769 Premiere und wird unter anderem auch im Ständetheater aufgeführt.

Foto: Salvatore Vuono, FreeDigitalPhotos.net
Bis 1784 ist Jan Antonín Koželuh Chorregent bei den Kreuzherren mit dem Roten Stern in Prag. In dieser Zeit verfasst er noch weiter auch orchestrale Werke, zum Beispiel auch sein Konzert für Fagott und Orchester C-Dur.

Im Jahr 1787 erhält Jan Antonín Koželuh ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann und will: Er wird Kapellmeister im Prager Veitsdom. Das bleibt er bis zu seinem Tod am 3. Februar 1814. In seiner neuen Stellung konzentriert sich der Komponist nur noch auf Kirchenmusik, und das aber mit ausgesprochen viel Erfolg. Sein Hauptwerk - die erwähnte Missa pastoralis in D-Dur - schreibt Koželuh mit 66 Jahren und legt all seine Erfahrung und künstlerisches Wissen in die Musik.

Autor: Till Janzer
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