„Mit Deutsch auf Achse sein“ - die besten Deutschlehrer aus Tschechien

Foto: Sicha Pongjivanich, FreeDigitalPhotos.net

Deutsche Sprache, schwere Sprache: Für viele Kinder in der Tschechischen Republik gehört sie dennoch zum Schulalltag. Manche Lehrer lassen sich für den Unterricht ganz Besonderes einfallen, damit ihre Schüler Spaß am Sprachenlernen haben. Um diese Lehrer ging es am Donnerstag in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag. Dort wurde zum ersten Mal der „Deutschlehrerpreis“ verliehen.

Alena Zina Janáčková (Foto: Archiv des Projekts „Naši nebo cizí“)
Im Kuppelsaal des Palais Lobkowicz waren alle Augen auf die anwesenden Lehrerinnen gerichtet. Insgesamt fünf Schulprojekte und die daran beteiligten Lehrer wurden mit dem „Deutschlehrerpreis 2013“ ausgezeichnet. So auch Alena Zina Janáčková. Sie belegte den ersten Platz und konnte sich somit gegen insgesamt 36 weitere Bewerber durchsetzen. Ihr Projekt „Mit Deutsch auf Achse sein“ überzeugte die Jury um Renata Šebestová, die Präsidentin des tschechischen Germanisten- und Deutschlehrerverbandes.

„Man kann eigentlich sagen, es waren hundert Projekte in einem. Das waren wirklich ganz viele tolle Aktivitäten, die Frau Janáčková im vergangenen Jahr gemacht hat. Es hat uns einfach fasziniert, dass sie so viele Sachen mit den Schülern macht - und das auch nicht nur im Unterricht, sondern zum Beispiel auch bei Ausflügen nach Wien.“

Kampagne „Šprechtíme“
Der Wettbewerb wurde im Rahmen der Kampagne „Šprechtíme“ ausgeschrieben, einem Projekt der Deutschen und Österreichischen Botschaft zur Förderung der deutschen Sprache in der Tschechischen Republik. Die diesjährige Gewinnerin ist Deutschlehrerin am Gymnasium in Moravské Budějovice / Mährisch Budwitz:

„Ich unterrichte schon seit 28 Jahren und finde, dass ich immer genug Kraft und Ideen mitbringe. Außerdem unterrichte ich einfach mit Freude, und es macht mir wirklich Spaß. Wenn man Spaß hat, ist das immer gut, aber wenn man dazu dann noch einen Preis gewinnt, ist das super. Ich fühle mich wirklich wie ein Star und genieße das.“

In der Schule lernte Alena Janáčková neben Deutsch auch Russisch. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Russisch als Fremdsprache, es sei damals leichter gewesen, in diesem Fach einen Studienplatz zu bekommen. Später begann sie dann in Brno / Brünn mit einem Germanistikstudium.

chanpipat, FreeDigitalPhotos.net
„Nach der Wende habe ich mir gesagt: Russisch ist zwar gut, aber ich möchte sowieso noch Deutsch studieren, und jetzt habe ich auch die Möglichkeit zu reisen. Deshalb muss und will ich das jetzt machen. Nun bin ich mit der deutschen Sprache auf Achse.“

Mit Deutsch auf Achse zu sein ist Alena Janáčková auch bei ihrem Deutschunterricht wichtig. Um ihre Schüler für die deutsche Sprache zu begeistern, bietet sie ihnen ein buntes Programm mit Ausflügen nach Wien oder Theaterspielen auf Deutsch. Das Wichtigste sei, dass es den Schülern Spaß mache und sie die Sprache persönlich für sich entdecken können.

Sachertorte (Foto: Häferl, Wikimedia CC BY-SA 3.0 AT)
„‚Mein Stück von Deutschland, Österreich oder der Schweiz’ hieß die Aufgabe für meine Schüler. Sie sollten etwas aus ihrer Umgebung finden. Für manche war das zum Beispiel eine Sachertorte oder Milka. Es musste aus einem deutschsprachigen Land kommen. Diese Sachen mussten sie sammeln und dann präsentieren.“

Den zweiten Preis beim Wettbewerb gewann Klára Šmicová von der Grundschule im nordböhmischen Teplice / Teplitz. Auf dem dritten Platz landete ein Lehrerinnengespann der Grundschule in Sokolov / Falkenau an der Eger, bestehend aus Brigitte Havelková, Hana Plachá und Ivana Vacková. Außerdem wurden noch zwei Sonderpreise vergeben.