Tschechien sucht den Superdeutschlehrer!

Foto: Sicha Pongjivanich, FreeDigitalPhotos.net

Die deutsche Sprache ist an tschechischen Schulen längst kein Pflichtfach mehr. Vor allem deutsche Unternehmer in Tschechien, aber auch Wissenschaftler und Kulturträger ärgert das. Daher wird seit längerer Zeit das Deutschlernen vermehrt beworben. Um aber nicht nur die Lernenden, sondern auch die Lehrenden zu motivieren, wurde nun ein Wettbewerb ins Leben gerufen: Tschechien sucht den „Superdeutschlehrer“! Mit dem Preis sollen besonders engagierte Sprachlehrer in der Tschechischen Republik belohnt werden. Ulrike Lewark leitet die Spracharbeit beim Goethe-Institut Prag. Im Interview für Radio Prag erläutert sie das Projekt.

Foto: Sicha Pongjivanich, FreeDigitalPhotos.net
Frau Lewark, der „Deutschlehrerpreis 2012/2013“ wurde ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist geht gerade zu Ende – wer veranstaltet diesen Wettbewerb?

„Veranstalter ist ‚Šprechtíme’. Šprechtíme ist eine Initiative aus dem Jahr 2011, und die Partner sind die Deutsche Botschaft, die Österreichische Botschaft, die Zentralstelle für Auslandsschulwesen, der Deutsche Akademische Austauschdienst und das Goethe-Institut.“

Was möchten Sie erreichen, indem Sie den „Deutschlehrer des Jahres“ suchen?

„Wir möchten die besonders engagierten und motivierten Deutschlehrer unterstützen. Wir möchten, dass sie einen Raum in der Öffentlichkeit erhalten, dass sie anerkannt werden und wir möchten ihnen einen Festakt in der deutschen Botschaft anbieten. Wir hoffen damit, den Projektunterricht zu fördern und dass die Schüler noch mehr Freude am Deutschunterricht entwickeln.“

Ulrike Lewark (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Konnten sich die Lehrer selbst bewerben oder durften auch die Schüler, die Kollegen oder die Schuldirektoren einen Lehrer nominieren?

„Es gibt unterschiedliche Formate dieses Wettbewerbs, zum Beispiel in Ägypten oder in Russland, wo das Goethe-Institut den Deutschlehrerpreis auslobt. In Tschechien haben wir uns dafür entschieden, dass sich die Deutschlehrer selbst bewerben – aber sie müssen das ja mit ihren Schülern gemeinsam machen. Das heißt, sie müssen ein Projekt gemeinsam mit der Lernergruppe einreichen, denn die Lernergruppe muss einen Kommentar zu dem Projekt beisteuern. Es ist also Teamarbeit.“

Wie kann solch ein Projekt aussehen?

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks
„Eine Lernergruppe könnte zum Beispiel aus dem Kursraum hinausgehen und vielleicht ein Umweltprojekt machen, es dokumentieren, und dazu vielleicht ein Video drehen. Dieses Video kann dann gemeinsam mit der schriftlichen Dokumentation bei uns eingereicht werden.“

Welche Lehrstufe wird angesprochen? Können das schon Klassen aus dem Kindergarten sein, aus der Grundschule, oder sollten die Projekte eher auf höhere Jahrgänge zielen?

„Generell sind alle Stufen erwünscht. Erzieherinnen haben wir nicht angesprochen, sondern nur Schulen - aber durchaus auch Grundschulen, bis hin zum Abitur.“

Foto: Tomáš Adamec, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Was können die Lehrer gewinnen?

„Da winkt ein Geldpreis. Wir haben drei Preise und einen Trostpreis ausgerufen. Der erste Preis sind 25.000 Kronen (1000 Euro, Anm.d.Red.), das wird dann abgestuft bis zum dritten Preis, dass sind 15.000 Kronen (600 Euro).“

Ist eine Fortsetzung des Wettbewerbs geplant?

„In der Tschechischen Republik findet er das erste Mal statt, und wir freuen uns sehr, dass er stattfinden kann. Wir hoffen natürlich auf viele Bewerbungen und würden das sehr gerne auch im nächsten Jahr fortführen.“


Die Preise werden am 13. Juni im Rahmen einer Feier in der Deutschen Botschaft Prag an die Gewinner verliehen. Außerdem werden die Preisträger zum Schuljahresbeginn noch einmal gemeinsam mit ihren Schülern bei einer Feierstunde an ihren Schulen geehrt.