Mozart im Dreiländereck - 54. Europäische Wochen Passau

Wolfgang Amadeus Mozart

Die Festspiele "Europäische Wochen Passau" im Dreiländereck Ostbayern, Oberösterreich und Böhmen sind nicht nur für ihr hochqualitatives Programm bekannt, sondern auch für die ungewöhnlichen Orte, an denen dieses dann stattfindet - in Glashütten, auf Marktplätzen oder in prachtvollen Kirchen. Zum 54. Mal finden sie in diesem Jahr vom 16. Juni bis zum 23. Juli statt, diesmal ganz im Zeichen des Mozartjahrs. Renate Zöller sprach mit dem Intendanten Pankraz Freiherr von Freyberg.

"Mordnacht Mozart", ein musikalischer Krimi mit Herbert Feuerstein, eine Ausstellung unter dem Titel "Mozartkugeln", ein Spaziergang auf Mozarts Spuren durch Passau, eine Vortragsreihe unter dem Motto "Wenn Mozart heute zur Schule ginge" und schließlich jede Menge Mozart-Konzerte - Freiherr von Freyberg hat wirklich kein Genre ausgelassen, um dem Geburtstagskind zu seinem 250. zu huldigen. Aber was hat denn eigentlich Mozart mit dem Dreiländereck zu tun? Eine Menge, meint Freiherr von Freyberg:

"Mozart war ja in Passau, erstmals als Sechsjähriger. Er war auf dem Weg nach Wien und hat hier dem Fürstbischof vorgespielt und seinen ersten Dukaten verdient. Noch bedeutsamer ist, dass ein späterer Fürstbischof, der Graf Auersperg Mozerts Werke, zum Beispiel die Zauberflöte oder die Hochzeit des Figaro, sehr früh nach der jeweiligen Uraufführung im fürstbischöflichen Opernhaus, dem heutigen Stadttheater, aufgeführt hat. 1798, im Jahr der Revolution, war es die ´Hochzeit des Figaro´, und in dieser sind ja auch sehr revolutionäre Gedanken vertreten. Zum anderen war Mozart ja auch in unserem Nachbarland Österreich, in Salzburg wurde er ja geboren. Und Böhmen hat er sehr geliebt und auch in Prag große Erfolge gehabt, wenn man nur etwa an den Don Giovanni denkt."

Obwohl ursprünglich einfach Liebhaber der klassischen Musik in Passau angesprochen werden sollten, haben sich die Festspiele zum wohl erfolgreichsten kulturellen Nachbarschaftsprojekt in dem Dreiländerdreieck Ostbayern, Oberösterreich und Böhmen entwickelt. Dabei ist es erst seit etwa zehn Jahren wirklich international. Freiherr von Freyberg erklärt:

Um das jeweilige Nachbarland vorzustellen, wählt Freiherr von Freyberg Veranstaltungsorte gerade auch außerhalb der großen Städte der Region und an oft ungewöhnlichen Orten wie etwa in er Glashütte. Denn die Leute wollen nicht nur die Musik hören, sondern auch einen Raum dazu erleben, glaubt Freiherr von Freyberg.

"Naja, ich fahre halt in der Gegend herum und schaue mir an, was es so gibt. Wenn ich eine schöne große Fabrikhalle finden würde, würde ich auch in dieser schönen großen Fabrikhalle mal eine Veranstaltung machen."

schlüsselwort:
abspielen