• 02.07.2026

    Die fünf Oppositionsfraktionen im tschechischen Abgeordnetenhaus haben sich bei der Plenarsitzung am Mittwoch geschlossen gegen eine Änderung des Finanzierungsmodells der öffentlich-rechtlichen Medien hierzulande ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten sie das bestehende System der Rundfunkgebühren als funktional. Es garantiere die Unabhängigkeit und finanzielle Planbarkeit für das Tschechische Fernsehen (ČT) und den Tschechischen Rundfunk (ČRo), heißt es in dem Papier.

    Die Regierung will die Rundfunkgebühren abschaffen und die beiden Medienanstalten ab kommendem Jahr aus dem Staatshaushalt finanzieren. An den Plänen gab es bisher viel Kritik und einen Warnstreik der Medienmitarbeiter. Die Opposition forderte Kulturminister Oto Klempíř (Motoristé sobě) am Mittwoch auf, zu diesem Thema ein Treffen aller Parlamentsparteien sowie der Generaldirektoren von ČT und ČRo einzuberufen.

  • 02.07.2026

    Das Verfassungsgericht in Brno / Brünn hat am Mittwoch eine Klage von einer Gruppe Senatoren abgewiesen, die das bestehende Verteilungssystem der Steuereinnahmen auf die einzelnen Kreise Tschechiens abschaffen sollte. 32 Mitglieder der oberen Parlamentskammer hatten sich gegen jenen Teil des Verfassungsgesetzes gewandt, der für jede Verwaltungseinheit einen festgelegten Anteil bestimmt. Dieser wird als ungerecht kritisiert, da er weder die Größe eines Kreises noch die Einwohnerzahl und deren Entwicklung berücksichtige, so die Kläger.

    Die fixe Prozentzahl sei sicherlich keine ideale Festlegung, räumte das Verfassungsgericht am Mittwoch ein. Die Aufteilung der Steuergelder könne aber nicht isoliert bewertet werden, so die Begründung der Ablehnung der Klage. Laut dem Gericht kann nicht außen vor gelassen werden, dass der Staat finanzielle Defizite der Kreise durch andere Instrumente kompensiere.

  • 02.07.2026

    Das Defizit im tschechischen Staatshaushalt betrug zu Ende Juni 183,6 Milliarden Kronen (7,6 Milliarden Euro). Für das gesamte Jahr ist ein Defizit von 310 Milliarden Kronen (12,8 Milliarden Euro) genehmigt. Zur Jahreshälfte waren also schon fast 60 Prozent des geplanten Mankos ausgeschöpft. Dies geht aus den Zahlen hervor, die das Finanzministerium am Donnerstag veröffentlichte.

    Der aktuelle Halbjahresstand ist das viertgrößte Etatminus zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte der Tschechischen Republik. Im vergangenen Jahr hatte das Defizit Ende Juni noch 152,4 Milliarden Kronen (6,3 Milliarden Euro) betragen.

  • 01.07.2026

    Der Vorsitzende der Bürgermeisterpartei Stan, Vít Rakušan, und der Abgeordnete Ivan Bartoš (Piraten) kritisieren das Verhalten der Regierung von Andrej Babiš (Partei Ano) im Streit um die Position von Staatspräsident Petr Pavel in der Delegation beim  bevorstehenden Nato-Gipfel in Ankara. Die beiden Politiker sind davon überzeugt, dass der Staatspräsident die Delegation leiten müsse und das Kabinett den Streit ihren Worten zufolge nicht eskalieren solle. Dies teilten die Politiker am Mittwoch gegenüber der Presseagentur ČTK mit. Die tschechische Delegation wird der Premier anstelle von Staatspräsident leiten.

    Der Präsident als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte solle natürlich an der Spitze der Delegation stehen, sagte Bartoš. Der Staatspräsident bemüht sich seinen Worten zufolge mit dem Kabinett fair und konstruktiv zu kommunizieren. Die Regierung soll laut Bartoš aufhören, Schande zu machen und soll sich auf das Wesentliche konzentrieren.

  • 01.07.2026

    Der tschechische Premier Andrej Babiš (Partei Ano) sieht keinen Grund zum Treffen mit Staatspräsident Petr Pavel zum Thema des Nato-Gipfels. Babiš sagte, er habe das dem Staatsoberhaupt am Dienstag in einem Brief geschrieben. Die Presseagentur ČTK hat den Brief zur Verfügung.

    Pavel erklärte am Mittwoch gegenüber dem Nachrichtenserver Daník.cz, er habe dem Premier einige Mal, zuletzt am Dienstag, ein persönliches Treffen angeboten. Laut Pavel akzeptiert Babiš das Angebot nicht.

  • 01.07.2026

    Das tschechische Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch der Abschaffung jener Befugnisse des Staatspräsidenten zugestimmt, die Leiter ständiger Vertretungen bei internationalen Organisationen zu ernennen und abzuberufen. Die Änderung des Gesetzes ist Bestandteil einer Novelle zum neuen Staatsbeamtengesetz. Die Abschaffung der Präsidentenkompetenzen wurde von Libor Vondráček von der Regierungspartei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) vorgeschlagen. Die Leiter der Vertretungen werden laut dem Entwurf künftig vom Außenminister ernannt und abberufen.

    Die Opposition kritisiert die Gesetzesänderung scharf. Der Vorsitzende der Bürgermeisterpartei Stan, Vít Rakušan, bezeichnete den Entwurf als „Lex Rache“. Das Kabinett will laut Rakušan mehr Einfluss auf den Auslandsdienst haben.

  • 01.07.2026

    Das Regierungskabinett hat die namentliche Zusammensetzung der Delegation für den Nato-Gipfel in Ankara festgelegt. Die Präsidialkanzlei wollte dem Staatspräsidenten Petr Pavel ein siebenköpfiges Team an die Seite stellen. Das Kabinett entschied jedoch, dass der Präsident von vier Menschen begleitet wird, drei davon sind Bodyguards. Pavel hält dies für ein präzedenzloses Verhalten.

    Der Staatspräsident erklärte des Weiteren, er habe Premier Andrej Babiš (Partei Ano) einige Mal ein Treffen wegen des Nato-Gipfels angeboten, zuletzt in einem Brief am Dienstag. Pavel sagte, der Premier sei den Vorschlägen nicht gefolgt, weil aus seiner Sicht bereits alles entschieden sei. Der Präsident bezeichnete auch die Debatte über zwei Flugzeuge für die Reise nach Ankara als absurd. Wenn es eine Delegation gibt, sollte diese mit einer Maschine reisen und nicht mit zwei, merkte Pavel an.

  • 01.07.2026

    In der Nacht auf Mittwoch sind fünf Kinder und ein Erwachsener in einem Ferienlager in der Nähe von Jindřichův Hradec vom Blitz getroffen worden. Nach Informationen der Rettungskräfte schlug der Blitz in einen Baum ein, und eine von dort ausgehende Sekundärentladung traf fünf Kinder und einen Erwachsenen in den Zelten.

    Die Kinder wurden ins Krankenhaus in Jindřichův Hradec eingeliefert. Ihr Zustand sei stabilisiert worden, teilte eine Sprecherin des Krankenhauses mit. Der verletzte erwachsene Mann, der kurz bewusstlos war, liegt im Krankenhaus in České Budějovice / Budweis. Laut dem behandelnden Arzt wird er wahrscheinlich keine Folgen davon tragen. Mit dem Transport der Patienten halfen vor Ort auch Feuerwehrleute. Es habe sich um ein Ferienlager gehandelt, wo auch die Eltern mit den Kindern sind, teilte eine Polizeisprecherin mit.

  • 01.07.2026

    Am Donnerstag ist es in Tschechien wolkig. Im Nordwesten gibt es Regenschauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 22 und 26 Grad. In Lagen um 1000 Meter werden 17 Grad erreicht.

  • 01.07.2026

    Der ehemalige Kapitän der tschechischen Fußballnationalmannschaft, Tomáš Souček, erwägt, ob er weiterhin für das Nationalteam spielen soll. Der 31-jährige Mittelfeldspieler von West Ham United hat sich Bedenkzeit genommen. Er wolle keine emotionale Entscheidung treffen, teilte der Spieler am Dienstag mit. Souček merkte zudem an, dass er aufgrund einer Verletzung, die er im letzten WM-Spiel gegen Mexiko erlitten hat, mehrere Wochen bis Monate ausfallen werde.

    Tschechiens Nationalteam erreichte bei der Fußball-WM nur einen Punkt und schied in der Gruppenphase aus. Souček spielt in der Nationalmannschaft seit 2016. In den Jahren 2021 bis 2025 war er Kapitän des Nationalteams.

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