• 18.06.2026

    Der tschechische Flugzeughersteller Aero Vodochody hat zwei neue Lieferverträge bekanntgegeben. Es handle sich um Kunden aus den USA und aus Angola, sagte Firmenchef Viktor Sotona dem Wirtschaftsportal e15.cz. Demnach stellt Aero Vodochody bis zu vier Flugzeuge vom Typ L-39 Skyfox für Angola her, im Falle der USA nannte die Firma keine Stückzahl.

    Laut Sotona sind die Lieferverträge ein wichtiger Schritt, um mit L-39 Skyfox global zu expandieren. Sie würden den Weg auf zwei weitere Kontinente ebnen, so der Firmenchef. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Unterschallmaschine, die vorrangig für militärische Schulungen genutzt wird, aber auch für Aufklärungsflüge und bei leichten Kampfhandlungen eingesetzt werden kann.

    Autor: Till Janzer
  • 17.06.2026

    Der für kommenden Montag angekündigte Warnstreik beim Tschechischen Fernsehen (ČT) und dem Tschechischen Rundfunk (ČRo) stößt in der Politik auf geteilte Reaktionen.Der Vizevorsitzende der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus, Ivan Bartoš, sicherte den Streikenden die volle Unterstützung seiner Partei zu. Er kritisierte die geplante Reform des Finanzierungssystems: Eine solche Änderung hätte erst nach einer ausführlichen Debatte mit Experten, Medien und der Opposition erfolgen dürfen. Das Kabinett habe dies jedoch versäumt. Die Piraten wenden sich wegen der Situation der öffentlich-rechtlichen Medien nun an die Venedig-Kommission des Europarates und die EU-Kommission. Auch der Vorsitzende der oppositionellen Bürgerdemokraten, Martin Kupka, kündigte Widerstand an und will die Regierungspläne blockieren.

    Kulturminister Oto Klempíř (parteilos) erklärte, er respektiere den Warnstreik. Dagegen übte Außenminister Petr Macinka, Vorsitzender der Koalitionspartei Motoristé sobě, scharfe Kritik und bezeichnete den Streikgrund als bloßen Vorwand.

  • 17.06.2026

    Der tschechische Staatspräsident Petr Pavel hat Verständnis für den geplanten eintägigen Warnstreik der Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens (ČT) und des Tschechischen Rundfunks (ČRo) geäußert. Während eines Besuchs im Kreis Vysočina bezeichnete Pavel den Streik am Mittwoch als legitim. Er verstehe die Befürchtungen und die Unsicherheit, die aus den Regierungsplänen zur Reform der Medienfinanzierung resultierten, so Pavel.

    Pavel merkte an, dass eine Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien aus dem Staatshaushalt prinzipiell kein schlechter Schritt sein müsse – vorausgesetzt, ihre Unabhängigkeit werde explizit geschützt. Der Staatspräsident kritisierte jedoch, dass die Regierung diese Änderung beschlossen habe, ohne zuvor den genauen Umfang des öffentlichen Auftrags und den Schutz der redaktionellen Unabhängigkeit klar zu definieren.

  • 17.06.2026

    Nach einer tödlichen Schiffskollision unweit von Split hat die kroatische Polizei den Ersten Offizier eines Katamarans festgenommen. Das berichtete der öffentlich-rechtliche Kroatische Rundfunk (HRT) am Mittwoch. Der Katamaran war am Sonntag mit einem tschechischen Segelboot zusammengestoßen, das daraufhin sank. Bei dem Unglück kamen vier tschechische Staatsbürger ums Leben, vier weitere Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

    Die Staatsanwaltschaft entscheidet nun über den Antrag auf Untersuchungshaft. Die Festnahme wurde zudem vom kroatischen Innenminister und Vizepremierminister, Davor Božinović, bestätigt.

  • 17.06.2026

    Die tschechische Regierung plant eine deutliche Verschärfung der Regeln für den Verkauf von Kratom. Wie Premierminister Andrej Babiš (Partei Ano) am Mittwoch mitteilte, soll das Mindestalter von 18 auf 21 Jahre angehoben und der Online-Handel komplett verboten werden. Zudem sind die Einführung einer Verbrauchssteuer sowie die Anhebung der Mehrwertsteuer vom ermäßigten auf den regulären Satz geplant.

    Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos) begründete das höhere Mindestalter mit den Konsumgewohnheiten: Die Droge werde besonders häufig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren konsumiert. Vojtěch fordert darüber hinaus strengere Auflagen für Verkäufer.

  • 17.06.2026

    Die tschechische Regierung unterstützt ein weiteres EU-Sanktionspaket gegen Russland. Das erklärte Vizepremier Karel Havlíček (Partei Ano) am Mittwoch, als er vor den Senatoren die tschechische Position für die bevorstehende Tagung des Europäischen Rates in Brüssel erläuterte. Die vorgeschlagenen Sanktionen zielen auf die Bereiche Energie und Handel ab. Sie beinhalten unter anderem ein Importverbot für russischen und belarussischen Fisch, Maßnahmen gegen russische Banken sowie Beschränkungen für die sogenannte russische Schattenflotte.

    Der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Beziehungen, Pavel Fischer (parteilos), betonte ebenfalls die Notwendigkeit, die Sanktionen gegen Russland konsequent durchzusetzen. Nach seiner Verabschiedung wird das Maßnahmenpaket voraussichtlich mehr als 30 russische Banken auf die Sanktionsliste setzen. Zudem hat die Kommission erstmals ein EU-Einreiseverbot für alle Personen vorgeschlagen, die seit Beginn des Ukraine-Krieges in der russischen Armee gedient haben.

  • 17.06.2026

    Hunderte Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks werden sich am Montag, den 22. Juni, an einem eintägigen Warnstreik beteiligen. Die Belegschaften der beiden Medienanstalten protestieren damit gegen die Pläne der Regierungskoalition zur Reform der Medienfinanzierung. Der Ausstand wird das Programm fast aller Sender beeinträchtigen, ausgenommen sind lediglich die Kinderkanäle Radio Junior und Déčko. Die Kernfunktionen der Rundfunkanstalten bleiben jedoch gesichert, wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten.

    Am Montag hatte das Regierungskabinett von Andrej Babiš (Partei Ano) einen Gesetzentwurf zur Neuregelung der Medienfinanzierung befürwortet, der die Abschaffung der bisherigen Rundfunkgebühren vorsieht. Stattdessen sollen die öffentlich-rechtlichen Sender künftig direkt aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Dies würde eine Budgetkürzung von rund 15 Prozent bedeuten, was den Abbau von 450 bis 750 der insgesamt 4250 Arbeitsplätze zur Folge hätte. Die Initiative „Veřejnoprávně“ (Öffentlich-Rechtliche), die den Warnstreik organisiert, kritisierte den Regierungsbeschluss scharf: Das Kabinett bestätige damit das Ziel, die öffentlich-rechtlichen Medien bewusst zu schwächen und politisch kontrollierbar zu machen.

  • 17.06.2026

    In Tschechien ist es am Donnerstag überwiegend heiter. In höheren Lagen gibt es Regenschauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad. In Lagen um 1000 Meter werden 21 Grad erreicht.

  • 17.06.2026

    Der stellvertretende Ombudsmann Vít Alexander Schorm kritisiert die geplanten Verschärfungen des tschechischen Ausländerrechts. Er warnt vor einer Einschränkung des gerichtlichen Rechtsschutzes für Migranten und unverhältnismäßig harten Strafen bei unbeabsichtigten Fehlern beim Bezug humanitärer Leistungen. Dies teilte die Behörde des Bürgerbeauftragten am Mittwoch auf ihrer Website mit. Das Regierungskabinett hatte den entsprechenden Gesetzentwurf bereits am 25. Mai gebilligt, die Zustimmung des Abgeordnetenhauses steht jedoch noch aus.

    Schorm beschrieb Fälle, in denen Behörden Dokumente verlangten, zu deren Anforderung sie gar nicht berechtigt sind. Zudem wies er darauf hin, dass der Staat die Finanzierung für rechtliche, psychologische und soziale Hilfsangebote eingestellt hat, die Ausländern bis vor kurzem noch von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bereitgestellt wurden. Die Novelle sieht Änderungen in mehreren Gesetzen vor – vom Status von Personen mit Sonder-Visa über die Asylbedingungen bis hin zum Strafgesetzbuch.

  • 17.06.2026

    In einer Unterführung nahe dem Prager Hauptbahnhof wurde am Dienstag ein „Denkmal der Gleichgültigkeit“ enthüllt. Der Künstler Jakub Janovský schuf die kissenförmige Betonplastik in Zusammenarbeit mit der Plattform für sozialen Wohnungsbau. Das Kunstwerk soll auf die Problematik der Obdachlosigkeit aufmerksam machen. Zudem erinnert es an Menschen, die unbemerkt von ihrer Umgebung auf der Straße leben und sterben. Laut Janovský wurde der Standort bewusst gewählt, da sich in dieser Unterführung häufig obdachlose Menschen aufhielten.

    Nach Daten des Arbeitsministeriums leben in Tschechien rund 18.000 Menschen auf der Straße. Hilfsorganisationen wie die Heilsarmee und die Vereinigung „Naděje“ unterstützen die Betroffenen. Sie betreiben Notunterkünfte und sichern die Grundversorgung durch warme Mahlzeiten sowie sanitäre Anlagen.

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