• 09.09.2026

    Im Gerichtsprozess zu dem verheerenden Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz 2022 ist der Angeklagte rechtskräftig freigesprochen worden. Das Prager Obergericht bestätigte das Urteil des Kreisgerichts in Ústí nad Labem vom Januar. Den Richtern zufolge konnte die Schuld des Mannes nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Jiří Lobotka, ein ehemaliger ehrenamtlicher Parkwächter, hatte die Tat ursprünglich zweimal gestanden, das Geständnis später jedoch widerrufen.

    Bei dem Feuer wurden im Juli 2022 über 1000 Hektar Wald vernichtet, die Löscharbeiten dauerten 21 Tage. Der Brand erforderte die Evakuierung von 500 Menschen und den Einsatz von 6000 Feuerwehrleuten. Der Schaden belief sich auf rund 270 Millionen Kronen (11,15 Millionen Euro).

  • 09.09.2026

    Die tschechische Regierung will die öffentlich-rechtlichen Medien des Landes gezielt schwächen und an den Rand drängen. Das erklärte der Generaldirektor des Tschechischen Rundfunks (ČRo), René Zavoral, am Dienstag bei einer Debatte im Europäischen Parlament in Brüssel.

    Der ČRo-Intendant kommentierte damit den Plan der Regierung, die Fernseh- und Rundfunkgebühren abzuschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie das Tschechische Fernsehen (ČT) aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. Die Budgets beider Institutionen sollen im Vergleich zu diesem Jahr um insgesamt 1,4 Milliarden Kronen (rund 58 Millionen Euro) gekürzt werden.

    Laut Zavoral sind die geplanten Änderungen die weitreichendsten seit der Wende von 1989, als im Land die demokratischen öffentlich-rechtlichen Medien ins Leben gerufen wurden. Die Reform geschähe zudem völlig ohne vorherige Diskussion oder Fachdebatte, so der Rundfunkchef.

  • 09.09.2026

    Das tschechische Abgeordnetenhaus hat mit den Stimmen der Regierungsparlamentarier erneut beschlossen, dass dem Staatspräsidenten das Recht zur Ernennung und Abberufung von Leitern ständiger Vertretungen bei internationalen Organisationen entzogen wird. Die Neuregelung wird nun dem Präsidenten Petr Pavel zur Unterzeichnung vorgelegt.

    Die Abgeordneten überstimmten am Dienstag das Veto des Senats, nach dessen Auffassung die Änderung einen verfassungswidrigen Eingriff in die Kompetenzen des Staatsoberhauptes darstelle. Die Gegner hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie den Beschluss im Falle seiner Annahme vor dem Verfassungsgericht anfechten würden.

  • 08.09.2026

    In der Frage der eingestellten EU-Subventionen für die tschechische Holding Agrofert müsse eine Lösung gefunden werden, für die weder die Tschechische Republik noch ihre Bürger aufkommen dürften. Dies äußerte die Präsidialkanzlei von Petr Pavel am Dienstag. Mit dieser Stellungnahme für die Presseagentur ČTK reagierte die Prager Burg auf die Nachricht aus Brüssel, dass die Finanzierung für Agrofert teils eingestellt worden seien.

    Begründet wird der Schritt mit der anhaltenden Vermutung, dass sich der tschechische Premier Andrej Babiš (Partei Ano) in einem Interessenkonflikt befinden könnte. Er hatte Agrofert einst gegründet, seine Anteile im Februar dieses Jahres allerdings an einen Treuhandfonds übergeben.

  • 08.09.2026

    Als die derzeit größten globalen Probleme bezeichnen die Menschen in Tschechien die Verschmutzung der Ozeane und die Ansammlung von Müll. Die wenigsten Bedenken haben sie hingegen hinsichtlich der Existenz von Atomkraftwerken. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes CVVM. An ihr haben im Sommer 1032 Personen teilgenommen.

    Angesichts der Meeresverschmutzung und des Müllaufkommens äußerten jeweils 94 Prozent der Befragten Bedenken. Gleich dahinter stehen die Verschmutzung von sowie ein möglicher Mangel an Trinkwasser. Weitere Probleme sehen die Menschen in Tschechien etwa in der Abholzung der Regenwälder oder in der Verunreinigung von landwirtschaftlichem Boden. Die Atomkraftwerke landeten mit 19 Prozent an der letzten Stelle der Liste.

  • 08.09.2026

    Der ukrainische Botschafter in Prag, Vasyl Zvarych, hat am Dienstag dazu aufgerufen, sein Land weiterhin zu unterstützen. Zur Eröffnung des Tschechisch-Ukrainischen Diskussionsforums in Prag betonte Zvarych, dass dies keine Frage der Freundlichkeit, Wohltätigkeit oder von geopolitischem Luxus sei, sondern eine Notwendigkeit und Investition in die Sicherheit Europas.

    Zvarych appellierte an die Einheitlichkeit Europas bei diesem Thema. Zudem sprach er Tschechien eine wichtige Rolle bei der Ukraine-Hilfe zu und beschwor eine künftige enge Zusammenarbeit beider Länder auf den Gebieten der Produktion, Investition und wirtschaftlichen Integration.

  • 08.09.2026

    Die Europäische Kommission (EK) hat die teilweise Aussetzung der Subventionszahlungen an Firmen aus der Agrofert Holding damit begründet, dass sie beim tschechischen Premier Andrej Babiš (Partei Ano) auch nach gründlicher Prüfung immer noch einen potentiellen Interessenkonflikt sehe. Dass Babiš die von ihm gegründete Holding an einen Treuhandfonds übertragen hat, würde das Problem nicht lösen, teilte die EK-Sprecherin für Landwirtschaft, Louise Bogey, am Dienstag mit.

    Babiš hat seine Agrofert-Anteile im Februar dieses Jahres an den extra gegründeten Fonds RSVP abgegeben. Diese Bedingung hatte Staatspräsident Petr Pavel gestellt, als er den Ano-Vorsitzenden im Dezember 2025 zum Premier ernannte. Am Dienstag äußerte Babiš in einer Reaktion für die Presseagentur ČTK, dass ihn die Stellungnahme der Europäischen Kommission nicht interessiere, da ihm Agrofert nicht gehöre, nicht mehr gehören werde und er keinen Nutzen aus der Holding ziehe.

  • 08.09.2026

    Der Mittwoch ist es nur im Osten Tschechiens zunächst noch sonnig. Überall sonst gibt es dichte Wolken, und von Westen her zieht ein Regenband durch, das vereinzelte Gewitter mit sich bringt. Es erreicht am Abend auch Mähren und Schlesien. Die Tageshöchsttemperaturen reichen von 18 Grad im Westen bis zu 32 Grad im Osten.

  • 08.09.2026

    Die diesjährige Laureatin des Meda-Mládková-Preises für Gegenwartskunst ist die Bildhauerin und Pädagogin Pavla Sceranková. Die Preisverleihung fand am Dienstag im Prager Kampa-Museum statt. Die Jury würdigte die 1980 geborene Sceranková als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation. Sie erkunde mit einfallsreichen Arbeiten die Stellung des Einzelnen in der aktuellen Welt.

    Der Meda-Mládková-Preis erinnert an die Kunstmäzenin und Gründerin des Kampa-Museums. Er wird seit 2023 vergeben und besteht jedes Jahr aus einem neuen, extra angefertigten Schmuckstück.

  • 08.09.2026

    Der tschechische Umweltminister, Igor Červený (Motoristé sobě), hat am Dienstag bei einer Pressekonferenz nähere Angaben zur Giftstoffbelastung im Nationalpark Böhmerwald gemacht. Bei Untersuchungen vor Ort sind demnach auf dem ehemaligen Armeegelände Dobrá Voda rund 1000 Tonnen kontaminierter Erde festgestellt und etwa 200 Fässer mit gefährlichen Chemikalien gefunden worden. Sie enthalten Substanzen wie Dioxine, Furan, Quecksilber, Arsen oder chlorierte Lösungsmittel.

    Červený hatte erstmals am Montag darüber informiert, dass der Boden in Teilen des Böhmerwalds Giftstoffe enthält. Das Gebiet werde derzeit von der Polizei gesichert, so der Minister am Dienstag. Öffentliche Wanderwege seien aber nicht beeinträchtigt, hieß es von der Nationalparkverwaltung. Červený kündigte an, dass Ende September damit begonnen werde, die Materialien und die Bodenkontaminierungen zu beseitigen. Diese Arbeiten werden ihm zufolge bis Juni 2028 dauern und etwa 192 Millionen Kronen (8 Millionen Euro) kosten.

Pages