• 17.12.2002

    Die tschechischen Soldaten bleiben wegen Saddam Hussein im Persischen Golf und werden nicht abgezogen. Falls nämlich die USA und ihre Verbündeten beginnen würden, ihre Streitkräfte abzuziehen, könnte der irakische Präsident glauben, die Resolution des UN-Sicherheitsrates nicht erfüllen zu müssen. Dies erklärte der tschechische Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdík am Dienstag in Prag vor Journalisten, nachdem er tags zuvor den Befehl erteilt hatte, dass die seit dem Frühjahr in Kuwait stationierte 251 Mann starken ABC-Waffen-Abwehreinheit aus Liberec/Reichenberg vor Ort bleibt und frühestens im April 2003 abgezogen wird. Tschechiens Außenminister Cyril Svoboda schloss nicht aus, dass die Truppe im Falle eines Militärschlags gegen den Irak noch durch eine andere Spezialeinheit verstärkt werden könnte. Zuvor hatte die Prager Regierung erwogen, 200 der Elitesoldaten mangels ausreichender finanzieller Mittel kurz nach Jahresende zurückkehren zu lassen. Auf Wunsch der USA habe das sozialliberale Kabinett diese Entscheidung jedoch korrigiert, hieß es.

    Autor: Lothar Martin
  • 17.12.2002

    Die Tschechische Republik und die Bundesrepublik Deutschland haben am Montagabend gemeinsam die ihnen von anderen Ländern gewährte Hilfe während der katastrophalen Überschwemmungen im August gewürdigt. Bei einem Konzert in der Französischen Kirche von Berlin bedankten sich ihre Repräsentanten bei den Vertretern von 29 Staaten für die humanitäre, materielle und finanzielle Hilfe. Das Konzert wurde vom deutschen Bundesaußenministerium in Zusammenarbeit mit der tschechischen Botschaft in Deutschland und dem Tschechischen Zentrum in Berlin veranstaltet.

    Autor: Lothar Martin
  • 17.12.2002

    Die Spendensammlung der österreichischen Botschaft in Prag zur Hilfe für vom Hochwasser im August heimgesuchte tschechische Bürger und Organisationen hat über vier Millionen Kronen (ca. 130.000 Euro) eingebracht. Der größte Teil dieser Spenden geht an die mittelböhmische Gemeinde Horín, wo die Flut Schäden von nahezu einer halben Milliarde Kronen verursacht und nicht weniger als 65 Häuser arg beschädigt hat. Die Botschaft hat bei ihrer Spendenaktion insbesondere die in Tschechien unternehmerisch tätigen österreichischen Gesellschaften angesprochen, teilte der österreichische Botschafter Klas Daublebsky am Dienstag vor Journalisten mit.

    Autor: Lothar Martin
  • 17.12.2002

    Zur Erweiterung der Europäischen Union schreibt die linksliberale tschechische Tageszeitung "Pravo" am Dienstag: "Ist die Aufnahme neuer Mitglieder in die EU wirklich nur eine Vernunftehe? Hoffentlich nicht, denn solche Partnerschaften pflegen nicht lange zu halten. Europa erwächst heute neu aus den europäischen Idealen, ohne Feudalismus und Fanatismus. Die schwierige Geschichte des Kontinents zwingt uns zu Begeisterung ohne Überschwang. Aber sie ist keine Aufforderung zu einer Vernunftehe, sondern zu einer Liebeshochzeit - in der jeder das Beste gibt, was er hat."

    Autor: Lothar Martin
  • 17.12.2002

    Der zweite Reaktorblock des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelín ist wieder in Betrieb. Nach einer rund zweimonatigen Pause, in der der Rotor des Turbogenerators gewechselt und ausgewuchtet wurde, ist die Anlage am Montagabend von den Kernkrafttechnikern des Werkes erneut gestartet worden. "Wir werden nun die Leistung bis auf 55 Prozent hochfahren und dabei mit den vorgeschriebenen Tests fortfahren," gab AKW-Sprecher Milan Nebesár am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK bekannt. In der 55-Prozent-Leistungsebene müssen noch rund 300 Tests absolviert werden, bevor der Reaktor im Frühjahr 2003 seinen Probelauf ausführen soll.

    Autor: Lothar Martin
  • 17.12.2002

    Die tschechische Währung setzte am Dienstag ihre derzeitige Talfahrt fort und wurde zu Geschäftsschluss mit einem Kurs von 31,3 Kronen für einen Euro registriert. Der zwischenzeitlich gehandelte Kurswert von 31,38 Kronen für einen Euro war zudem das schwächste Wechselkursverhältnis seit dem Hochwasser vom August. Gegenüber dem Dollar schloss die tschechische Währung den Handelstag mit einem Wechselkurs 30,42 Kronen für einen Dollar ab.

    Autor: Lothar Martin
  • 16.12.2002

    Für die Wahl des Nachfolgers von Präsident Vaclav Havel hat der Vorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses, Lubomir Zaoralek, heute erwartungsgemäß für den 15. Januar 2003 eine gemeinsame Sitzung beider Parlamentskammern einberufen. Der einzige offiziell vorgeschlagene Präsidentschaftskandidat ist der ehemalige Chef der stärksten Oppositionspartei ODS, Vaclav Klaus. Die Kandidaten der übrigen Parteien stehen zwar bereits fest, wurden jedoch noch nicht offiziell der parlamentarischen Wahlkommission vorgeschlagen. Die Sozialdemokraten wollen Ex-Justizminister Jaroslav Bures ins Rennen schicken, die Christdemokraten Senatschef Petr Pithart, die Kommunisten den ehemaligen Militärprokurator Miroslav Krizenecky. Die Amtszeit von Präsident Havel endet Anfang Februar, eine Wiederwahl ist laut Verfassung nicht möglich.

  • 16.12.2002

    Der tschechische EU-Unterhändler Pavel Telicka hat heute vor Journalisten daran erinnert, dass die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union auf dem Kopenhagener EU-Gipfel vergangene Woche zwar offiziell abgeschlossen worden seien, der tschechischen Regierung jedoch weitere bilaterale Verhandlungen bevorstünden. So wolle die Tschechische Republik z.B. erreichen, dass mehr Staaten sich bereit erklären, unmittelbar nach der Erweiterung ihren Arbeitsmarkt für die neuen Mitgliedstaaten öffnen, als bislang. Weiter müsse die Regierung den Boden für eine erfolgreiche Durchführung des Referendums zum EU-Beitritt im kommenden Jahr bereiten, sagte Telicka.

  • 16.12.2002

    Laut einer heute veröffentlichten Umfrage des Zentrums für öffentliche Meinungsforschung (CVVM) waren die Tschechen im Vergleich zu den Ungarn und Polen im November am wenigsten entschieden, sich an dem für kommendes Jahr geplanten Referendum zum EU-Beitritt ihres Landes zu beteiligen. Während sich in Ungarn 68% und in Polen 61% der Befragten fest entschlossen zeigten, an einem Volksentscheid teilzunehmen, waren es in Tschechien nur 46%. Die Zahl derjenigen, die noch unentschlossen ist, war in Tschechien im Vergleich zu den beiden andern Ländern mit Abstand am größten. Sie betrug 31%, in Polen und Ungarn hingegen bewegte sie sich um die 10%.

  • 16.12.2002

    Die tschechischen Lehrer haben seit heute eine neue Gewerkschaft, den Lehrer-Gewerkschafts-Klub. Zu ihren Zielen zählen die Erhöhung der Lehrergehälter sowie generell die Verbesserung der Situation der Pädagogen an ihrem Arbeitsplatz. Sollte über diese Forderungen nicht verhandelt werden, drohte die neue Gewerkschaft einen einstündigen Warnstreik an, der voraussichtlich am 28. Februar stattfinden soll. Der Lehrer-Gewerkschafts-Klub, der der Assoziation freier Gewerkschaften angehört, sieht sich als Konkurrenz zum Böhmisch-mährischen Gewerkschaftsbund der Angestellten im Schulwesen und will nach Angaben seines Gründers Radek Sarközi rasanter die Interessen der Lehrer durchsetzen.

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