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06.05.2005
Die Vertreter mehrerer Nationen haben am Freitag auf dem Prager Friedhof im Stadtteil Dablice das Andenken der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten geehrt. Am großen Birkenkreuz legten die Mitglieder der amerikanischen, französischen, kroatischen, serbischen, slowenischen und der tschechischen Armee Kränze nieder. Auf dem Friedhof befinden sich mehr als 100 Grabmähler von Soldaten der genannten Länder, die für die Befreiung der damaligen Tschechoslowakei ihr Leben gelassen haben. Im Prager Polizeimuseum wiederum hat Innenminister Frantisek Bublan am gleichen Tag eine Gedenktafel zu Ehren der in den Befreiungskämpfen des Frühjahrs 1945 gefallenen tschechischen Polizisten enthüllt.
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06.05.2005
In einer Erklärung zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs hat die Tschechische Bischofskonferenz zur Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen aufgerufen. "Man darf nicht den Nationalsozialismus mit Deutschland gleichsetzen: Auch unter den Deutschen gab es Helden", heißt es in dem am Freitag in Prag veröffentlichten Dokument. Die Tschechen sollten sich um "Versöhnung mit ehemaligen Mitbürgern deutscher Nationalität bemühen, die nach dem ungerechten Prinzip der Kollektivschuld" aus der Tschechoslowakei vertrieben worden seien. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft nannte die Erklärung ein "mutiges Signal", Landsmannschaftschef und EU-Abgeordneter Bernd Posselt hat der Bischofskonferenz für ihre "weit reichende und versöhnliche Erklärung" gedankt.
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06.05.2005
An einer Privatklinik im Prager Stadtteil Hloubetin wird die erste so genannte "Baby-Box" Tschechiens entstehen. Ab dem 1. Juni können Mütter hier anonym ungewünschte Kinder abgeben. Ebenfalls noch im Juni will auch das Krankenhaus im nordböhmischen Kadan eine Baby-Box einrichten. Die Baby-Boxen sollen helfen, die Fälle von wild ausgesetzten Kindern zu verringern. Das Gesundheitsministerium hat eine Unterstützung des Projektes abgelehnt. Jedes Kind habe ein Recht darauf, seine Herkunft zu erfahren, sagte eine Ministeriumssprecherin. In Tschechien ist bislang eine so genannte "heimliche Geburt" möglich, bei der das Kind aber später als Erwachsener die Identität der Mutter erfährt.
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06.05.2005
Superstar Jaromir Jagr stand nach seinem im Spiel gegen Deutschland erlittenen Fingerbruch beim Training der tschechischen Mannschaft am Freitag erstmals wieder auf dem Eis und sprach sich anschließend zuversichtlich über seinen möglichen Einsatz im ersten Zwischenrundenmatch der Tschechen am Samstag gegen die Slowakei aus. "Gegen die Slowaken werde ich zu 90 Prozent auflaufen", sagte Jagr nach dem Training gegenüber Journalisten, um gleichzeitig aber anzufügen, nicht zu wissen, wie lange er in dieser Partie durchhalten werde. Trotz einer eigens für ihn angefertigten Spezialmanschette, die den Finger stützen und schützen soll, sei der Bruch noch frisch und daher habe er bei der Annahme der Pucks und beim Torschuss noch reichlich Schmerzen, ergänzte Jagr. Der 32-jährige Crack der New York Rangers, der immer noch als weltbester Eishockeyspieler gilt, will nach zwei Stanley-Cup-Siegen mit Pittsburgh und dem Olympiasieg mit Tschechien 1998 in Nagano endlich auch seinen ersten WM-Titel gewinnen.
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05.05.2005
Am 5. Mai gedachte Tschechien des Beginns des Prager Aufstandes, der vor 60 Jahren das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in der Tschechoslowakei einläutete. An dem zentralen Festakt vor dem Gebäude des Rundfunks nahmen die Spitzenpolitiker des Landes teil. Ministerpräsident Jiri Paroubek und die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern hoben in ihren Ansprachen hervor, dass der gegenwärtige Frieden für die Menschen inzwischen selbstverständlich geworden sei. Demokratie und Freiheit seien aber unter Opfern errungen worden, unterstrich Paroubek. Vor dem Festakt war vor mehreren hundert Zuschauern und zahlreichen Veteranen ein Teil der damaligen Kämpfe um das Funkhaus nachgestellt worden. Auch in Plzen / Pilsen begannen am Donnerstag die Feiern zum Gedenken an die Befreiung der Stadt durch die US-Armee.
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05.05.2005
Im Vorfeld der Vertrauensabstimmung über das neue Kabinett hat der sozialdemokratische Abgeordnete und Ex-Außenminister Jan Kavan (CSSD) nach der Einigung vom Dienstag seine Zustimmung zur Regierung am Donnerstag abermals in Frage gestellt. Streitpunkt ist diesmal der tschechische UN-Botschafter Hynek Kmonícek. Premier Paroubek erwägt Kmoníceks Abberufung, weil dieser das Prager Außenamt wiederholt öffentlich kritisiert hat. Kavan hat seine Stimme für die Regierung demgegenüber vom Verbleib Kmoníceks abhängig gemacht. Aufgrund der knappen Mehrheitsverhältnisse ist Premierminister Paroubek auf jede einzelne Stimme angewiesen. Die Vertrauensabstimmung wurde auf den 13. Mai angesetzt.
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05.05.2005
Der Vorsitzende des Tschechischen Abgeordnetenhauses, der Sozialdemokrat Lubomir Zaoralek, hat Präsident Vaclav Klaus zu einer öffentlichen Debatte über den Europäischen Verfassungsvertrag aufgefordert. Eine solche Diskussion, zu der auch diverse Experten hinzugezogen werden sollen, könnte auf dem Boden des Abgeordnetenhauses stattfinden, schlug Zaoralek vor. Hintergrund der Idee ist ein Streit zwischen Abgeordneten des Europaparlaments, die die Ratifizierung der Verfassung befürworten, und Klaus, der ein entschiedener Gegner dieses Dokuments ist. Zaoralek hatte sich in dieser Auseinandersetzung hinter die EU-Abgeordneten und damit gegen den tschechischen Präsidenten gestellt.
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05.05.2005
Im Kernkraftwerk Dukovany in der Nähe des südmährischen Trebic / Trebitsch ist die Modernisierung des dritten Kraftwerksblocks abgeschlossen worden. Das gab am Donnerstag der Leiter des Kraftwerks Zdenek Linhart bekannt. Die nach 20 Jahren veraltete Elektronik sei dabei durch neue Technologie ersetzt worden. Der Austausch der Elektronik ist die erste Phase einer Grunderneuerung des Kraftwerks, die bis zum Jahr 2012 abgeschlossen sein soll. Die Betreibergesellschaft CEZ will bis dahin 12 Milliarden Kronen ins das Kraftwerk investieren, das sind etwa 400 Millionen Euro. Das Kernkraftwerk Dukovany war Mitte der 80er Jahre mit einer ursprünglich auf 30 Jahre veranschlagten Lebensdauer in Betrieb genommen worden. Die Betreibergesellschaft möchte die Betriebszeit auf bis zu 60 Jahre ausweiten.
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05.05.2005
Der neue so genannte Hochgeschwindigkeitszug Pendolino wird in Zukunft die Strecke von Prag über Usti nad Labem und Decin bis zu tschechisch-deutschen Grenze ohne Einschränkungen befahren können. Die Testphase wurde am Donnerstag nach gut vier Monaten erfolgreich beendet. Die Fahrt von Prag nach Usti nad Labem / Aussig, die bislang 63 Minuten dauerte, schafft der Neigetechnik-Zug in 50 Minuten. Noch in diesem Jahr soll der Pendolino auch auf den Strecken von Prag nach Brno / Brünn und Ostrava / Ostrau getestet werden.
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05.05.2005
Menschen in Tschechien, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, dürfen in Zukunft auf eine höhere staatliche Unterstützung hoffen. Der Senat hat am Donnerstag mit breiter Mehrheit einen Gesetzentwurf verabschiedet, der vorsieht, die Beihilfe um rund 1500 Kronen auf mehr als 5300 Kronen, etwa 180 Euro heraufzusetzen. Die pflegenden Angehörigen können außerdem mehr als bisher hinzuverdienen, ohne den Anspruch auf die Unterstützung zu verlieren. Das Gesetz muss nun noch von Präsident Klaus unterzeichnet werden.
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