Gleißendes Glück in Karlsbad

‚Gleißendes Glück‘ (Foto: Film Servis Festival Karlovy Vary)
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Die Kino-Sitze sind besetzt, die Säle voll und abgedunkelt: Das Internationale Filmfestival in Karlsbad ist in vollem Gang. Dies gilt auch für den Hauptwettbewerb, in dem Deutschland in diesem Jahr ein heißes Eisen im Feuer hat.

‚Gleißendes Glück‘  (Foto: Film Servis Festival Karlovy Vary)
Insgesamt zwölf Filme kämpfen in diesem Jahr um die sogenannten Kristallgloben im Hauptwettbewerb von Karlsbad. Zu ihnen gehört auch ein Streifen, der 2015 in Deutschland gedreht wurde. Karel Och ist Programmleiter des Festivals in der westböhmischen Kurstadt:

„Es freut uns sehr, dass wir einen deutschen Vertreter im Hauptwettbewerb haben, und zwar den Film ‚Gleißendes Glück‘ von Regisseur Sven Taddicken. Es handelt sich um eine ungewöhnliche psychologische Romanze. Zwei Stars des deutschen Films, Martina Gedeck und Ulrich Tukur, spielen die Hauptrollen.“

Ulrich Tukur  (Foto: Siebb,  CC BY 3.0)
Ulrich Tukur, bekannt auch in Tschechien unter anderem aus den Filmen „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck und „Das Weiße Band“ von Michael Haneke, ist persönlich nach Karlsbad gekommen. Er stellt dort gemeinsam mit Regisseur Taddicken und den Produzenten den Film vor. Der Streifen schildert eine Liebesgeschichte, die sich zwischen einer unglücklich verheirateten Frau und einem charismatischen Psychologieprofessor abspielt. Karel Och:

„Ich habe den Film zum ersten Mal Ende April in München gesehen. Dort bin ich regelmäßig bei der Vorführung neuer deutscher Streifen, die vom Deutschen Filminstitut organisiert wird. Es war dort wie zum Beispiel beim Film ‚Heil‘ von Detlev Brüggemann: Als mir das ‚Gleißende Glück‘ gezeigt wurde, war ich begeistert. Eigentlich lässt sich nicht anders auf den Film reagieren.“

Karel Och  (Foto: Vojtěch Havlík,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Seitdem hat der Programmleiter auf eine Weltpremiere in Karlsbad gehofft. Dem Vorhaben mussten aber erst die Produzenten des Films zustimmen.

„Es war nicht einfach, sie zu überzeugen, weil alle Filmleute auf Venedig warten. Sie drängen die Festivalleitung der italienischen Stadt, möglichst schnell über das Programm zu entscheiden. Wir haben aber unsererseits einen so starken Druck auf die Produzenten ausgeübt, der auf unserer Liebe zu diesem Film basierte, dass sie kapituliert und unsere Einladung angenommen haben.“

„Gleißendes Glück“ wurde in Karlsbad am Wochenende bereits gezeigt. Ob der Streifen auch die Jury so überzeugt und begeistert wie die Festivalleitung, wird Ende der Woche klar sein. Am Samstagabend werden die Gewinner bekanntgegeben und die Preise feierlich überreicht.