„Der freie Geist lässt sich nicht einsperren…“

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Im Hörerforum geht es heute unter anderem um die Flüchtlingsquoten, um das Bücherschmuggeln und um Ihre Reisepläne.

Zuzana Hejnová | Foto: C messier,  Wikimedia Commons,  CC BY-SA 4.0 DEED
Guten Tag und hallo liebe Hörerinnen und Hörer. Ich begrüße Sie zu einer neuen Ausgabe des Hörerforums, Ihrer Sendung bei Radio Prag. Zu Anfang wollen wir – wie üblich – unsere Quiz-Frage stellen:

Am 14. Mai 2016 wird der 700. Geburtstag des böhmischen Königs und römisch-deutschen Kaisers Karl IV. begangen. Wo wurde Karl IV. geboren?

Schicken Sie uns die Antwort an [email protected]. Jeweils ein Hörer pro Redaktion erhält für die richtige Lösung ein T-Shirt. Im April hatte Karl-Johann Conrads das Glück und wurde ausgelost. Er hat uns den Namen Zuzana Hejnová geschickt. Eben diese Leichtathletin gewann 2015 in Tschechien die Wahl zum besten Sportler des Landes. Herzlichen Glückwunsch!

Foto: CC BY-NC-SA 2.0
Und nun, liebe Hörerinnen und Hörer, zu Ihren Briefen und E-Mails, die in den letzten Tagen bei uns eingetroffen sind und in denen Sie auf die Sendungen von Radio Prag reagieren.

Joachim Thiel aus Wuppertal hat unseren Bericht über das Treffen der Östlichen Partnerschaft mit Vertretern der Visegrád-Länder und der EU gehört. Die Gespräche vor einer Woche in Prag wurden überlagert von dem jüngsten Vorschlag der EU-Kommission zur Asylpolitik. Demzufolge sollen neue Quoten zur Umverteilung von Flüchtlingen festgelegt werden beziehungsweise Ersatzzahlungen, die jene Länder leisten müssten, die die Aufnahme von Flüchtlingen ablehnen. Herr Thiel meint dazu:

„Auch ich verstehe nicht, weshalb die EU immer wieder alte, gescheiterte, unausgegorene Vorschläge, die in Hinterzimmern ausgeklüngelt wurden, nochmals bringt.“

„Auch ich verstehe nicht, weshalb die EU immer wieder alte, gescheiterte, unausgegorene Vorschläge, die in Hinterzimmern ausgeklüngelt wurden, nochmals bringt, obwohl man doch wissen könnte, dass diese wiederum nicht die Mehrheit der EU-Länder finden werden. Ich kann mir das nur so vorstellen, dass sie selber nicht weiter wissen und keinen gescheiten Vorschlag haben. Aber dann, sozusagen als Provokation, alte Klamotten wieder als neue zu bringen, kann nur den Effekt haben, dass die Bevölkerung noch negativer der EU gegenüber eingestellt ist. Ich hoffe, dass die genannten Länder standhaft bleiben bei der Ablehnung der Geldquote für nicht aufgenommene Flüchtlinge und auch bei anderen ‚Vorschlägen‘ der EU, die den Ländern einfach übergestülpt werden, ohne dass die Bürger vorher gefragt wurden. Es sollte in allen Ländern Volksabstimmungen geben wie in der Schweiz, aber auch das lehnt die EU ab, weil sie dann Befugnisse an die Bevölkerung abtreten müsste.“

Mehrere Hörerinnen und Hörer haben auf unseren Beitrag über das Schmuggeln von Büchern in die Tschechoslowakei zur Zeit des Kommunismus im Kapitel aus der tschechischen Geschichte reagiert. Unter ihnen auch Dieter Feltes aus Pyrbaum:

„Es war schon eine schlimme Zeit.“

„Der Beitrag über das seinerzeitige Schmuggeln von Büchern und anderen Sachen, die vom damaligen Regime verboten waren, war für mich sehr interessant – auch welche Wege damals genommen wurden und natürlich mit welchen Risiken gearbeitet wurde. Selbst Strafen wurden in Kauf genommen. Es war schon eine schlimme Zeit.“

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Und Monika Kuhn aus Hamburg hat zu dem genannten Geschichtskapitel „Mit dem Rucksack über die Berge“ geschrieben:

„Es ist doch immer wieder interessant, wie kreativ die Bürger eines abgeschotteten Regimes sein können, um, wie in diesem Fall, verbotene Literatur zu erlangen. Da ist zu sehen, dass auch der dichteste Grenzzaun nichts bewirken kann. Der freie Geist lässt sich nicht einsperren.“

Peter Vaegler aus Stralsund hat seiner E-Mail ein paar schöne Fotos beigefügt und schreibt dazu:

Peter Vaegler in Swinemünde  (Foto: Archiv von Peter Vaegler)
„Eigentlich wollte ich den Empfangsbericht wieder über das Web-Formular schicken, aber dann fiel mir ein, dass ich ja mit meiner Frau am vergangenen Wochenende zu einem Kurzurlaub in Polen war, besser gesagt in Swinemünde. Daher möchte ich Ihnen auch wieder einige Fotos schicken, die uns auf der Promenade dieses Seebades zeigen. Für uns zählt diese Promenade zu den schönsten an der Ostsee. Da ich ja auch eine kleine Reisevermittlung betreibe, wollte ich ein paar neue Fotos von Hotels für meine Internet-Anzeigen machen. Auf Ihrer Homepage las ich, dass die Slowakei jetzt das beliebteste Reiseland für die Tschechen geworden ist und Kroatien abgelöst hat. Wieder einmal habe ich meinen freien Montag genutzt, um eine Ihrer Sendungen zu hören, und es war der MusikCzech. Es war wieder eine sehr beruhigende Musik. Die Jazzpianistin hat mit ihren Gastmusikern und Sängern ein abwechslungsreiches Programm gespielt.“

„Wie nach jeder Urlaubsreise ist auch über diesen Aufenthalt ein kleiner Reisebericht entstanden. Haben Sie daran Interesse?“

Soweit Peter Vaegler. Es scheint, dass sich die Hörer von Radio Prag jüngst an der Ostsee in Polen ein Stelldichein gegeben haben. Auch Michael Lindner aus Gera hat uns Urlaubsgrüße aus Westpommern geschickt:

„Leider waren die Urlaubstage viel zu schnell vorüber. Es war ein sehr überraschender und interessanter Urlaub im Norden Polens, den wir uns hätten nicht besser erträumen können. Polen hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt. Wie nach jeder Urlaubsreise ist auch über diesen Aufenthalt ein kleiner Reisebericht entstanden. Haben Sie daran Interesse? Wir haben leider keine Ahnung, ob solche Berichte Platz in Ihren Sendungen finden können, eventuell im Hörerecho? Falls ja, bitte teilen Sie uns das mit, dann schicken wir Ihnen unseren Reisebericht per Mail zu.“

Znojmo  (Foto: CzechTourism)
Ihre Reiseberichte sind für uns immer interessant, liebe Hörerinnen und Hörer. Selbstverständlich können wir keine langen Passagen in unserer Sendung zitieren, ein paar Beobachtungen von hier und da werden wir aber gerne erwähnen. Das betrifft aber vornehmlich Besuche in Tschechien. Herr Lindner hat weiter angekündigt:

„In absehbarer Zeit geht es bereits wieder auf Reisen. So planen wir bereits den nächsten Urlaub, der in das Länderdreieck Tschechien, Österreich, Slowakei gehen soll, und zwar nach Znojmo. So besteht die Möglichkeit, gleich drei ‚Fliegen‘ mit einer Klappe zu schlagen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sich auch dieser Wunsch erfüllen wird. Auf Znojmo freuen wir uns ganz besonders, haben wir doch schon so einiges von dieser Stadt erfahren. Aber welche Städte und Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Znojmo sind es noch wert, besichtigt zu werden? Gibt es da eventuell einige touristische ‚Geheimtipps‘ von Radio Prag? Wir wären Ihnen sehr dankbar dafür.“

Schloss Vranov nad Dyjí  (Foto: Jerzy Strzelecki,  CC BY-SA 3.0)
Znojmo / Znaim selbst ist eine wunderschöne historische Stadt, die Ihnen sicher gefallen wird. Die Region ist vor allem dank dem Weinbau bekannt, da können wir einige Dörfer und Gemeinden empfehlen. Zum Beispiel in Šatov, Nový Šaldorf, Popice und Vrbovec können Sie regionale Weine verkosten. Einige der genannten Orte sind aber auch wegen ihrer Geschichte interessant. In Popice / Poppitz wurde 1793 der österreichische Schriftsteller Karl Postl geboren, der später als Charles Sealsfield in Amerika bekannt wurde. In seinem Geburtshaus befindet sich heute ein Museum mit einer Bibliothek, allerdings ist es nur in den Sommermonaten geöffnet. Sie müssten sich also im Voraus über die Öffnungszeiten informieren. Das Museum hat aber nicht nur den Schwerpunkt Postl-Sealsfield, sondern auch die Naturschönheiten des Nationalparks Thaya-Tal – Podyjí. Und wenn schon über die Thaya die Rede ist, können wir nicht nur das Tal, sondern auch das wunderschöne Schloss Vranov nad Dyjí / Frain empfehlen, das sich auf einem Felsen über dem Tal erhebt.

Foto: stoonn,  Free Images
Und das war’s schon wieder für heute. Wir möchten noch auf unsere Webseite hinweisen. Denn dort finden Sie ab dieser Woche Informationen über das Hörertreffen, das am 22. Juni anlässlich des 80. Geburtstags von Radio Prag stattfindet. Und schreiben Sie uns bitte weiter an: Radio Prag – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik, oder per E-Mail an: [email protected]. Machen Sie es gut, auf Wiederhören in zwei Wochen!